Montag, 20. November 2017






 Was ist Lovelybook ???? LovelyBooks.de ist eine Unternehmung der aboutbooks GmbH. 2006 in Stuttgart gestartet, zählt das Unternehmen aktuell 14 Mitarbeiter, die unter der Geschäftsführung von Markus Wölflick und Josef Röckl von München aus das Angebot der Buchcommunity ausbauen. Mit monatlich 1,2 Millionen Usern und bisher 725.000 Rezensionen ist LovelyBooks.de die führende Buchcommunity im deutschsprachigen Raum. Hier diskutieren Leser und Autoren, tauschen Lesetipps aus, schreiben Rezensionen und entdecken neue Bücher für sich.

In diesem Jahr wurden mehr als 6000 Bücher für den Lesepreis eingereicht. Die 35 am häufigsten nominierten Titel pro Kategorie stehen nun zur finalen Abstimmungsrunde. Bis 22. November bestimmt ihr mit, wer den Lesepreis in den verschiedenen Kategorien in Gold, Silber oder Bronze bekommt.

Hallo - ihr könnt ab sofort eure Lieblingsbücher für den Leserpreis 2017 auswählen. Je Kategorie habt ihr 3 Stimmen. https://www.lovelybooks.de/leserpreis/
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Sonntag, 12. November 2017

Rezension zu "Die Arthroselüge" von Roland Liebscher-Bracht/Dr.med.Petra Bracht

Inhalt


Arthrose ist die weltweit häufigste Gelenkerkrankung und das Schmerzthema Nr. 1. Viele meinen bis heute, Arthrose sei ein von der Genetik vorbestimmtes, nicht heilbares Schicksal. Die bekannten Schmerzspezialisten Liebscher & Bracht sind überzeugt vom Gegenteil. Neuere Studien beweisen, dass mit gezielter Ernährung und speziell entwickelten Übungen bereits degenerierter Knorpel nachwachsen kann. Auch den vermeintlichen Arthroseschmerz entlarven die anerkannten Therapeuten als Spannungsschmerz des umliegenden Gewebes. Dieses Buch erklärt, wie wir Arthrose wirklich umkehren können. Es bietet ein hochwirksames Regenerationsprogramm mit zahlreichen bebilderten Übungen und ausführlichen Empfehlungen zur richtigen Ernährung.

Autoren

Dr. Petra Bracht und Roland Liebscher-Bracht begründeten gemeinsam die erfolgreiche Schmerztherapie LNB nach Liebscher & Bracht, mit einem Netzwerk von über 4.000 Therapeuten im deutschsprachigen Raum. Ausgehend von der Schmerzprophylaxe und -behandlung entwickelten die Medizinerin mit Schwerpunkt Ernährungs- und Entgiftungsmedizin und ihr Mann, der Wirtschaftsingenieurwesen studierte und passionierter Kampfsportler und Bewegungsenergetiker ist, eine neue revolutionäre Form des Faszienyoga .
  
Broschiert: 280 Seiten 
Verlag: Goldmann Verlag (16. Oktober 2017) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3442222257 
ISBN-13: 978-3442222254
zu kaufen: http://amzn.to/2jkW4NQ

Meine Einschätzung

Dieses Buch ist ein wichtiger Ratgeber zur Behandlung und auch Vermeidung von Arthrose, die häufigste Gelenkerkrankung in unserer Zeit, die auch schon junge Menschen betreffen kann.
Es klärt nicht nur über die Erkrankung auf, sondern beinhaltet auch ein Selbsthilfeprogramm. Dieses Programm besteht sowohl aus Ernährungsvorschlägen- als auch aus körperlichen Übungen und Anleitungen zu Faszien-Rollmassagen, bei denen ein bereits degenerierter Knorpel wieder zum Nachwachsen angeregt werden kann. Der Arthroseschmerz kann dadurch verschwinden, wenn man die zu große muskulär-fasziale Spannung vermindert.
Das Buch ist in mehrere große Abschnitte gegliedert:
Wir müssen und können das unnötige Leiden beenden
Die Arthrose-Lüge und was Sie über Arthrose wissen sollten
Die Ungereimtheiten der herkömmlichen Erklärungen für Arthrose
Unser Erklärungsmodell für die Entstehung von Arthrose und Schmerzen
Die ungereimtheiten lösen sich auf- Antworten auf die offenen Fragen
Die häufigsten herkömmlichen Therapien bei Arthrose
So schaffen Sie optimale Grundlagen für die Knorpelregeneration
Die Liebscher&Bracht Übungen für alle Arthrose-Arten
Die Übungen sind mit Fotos erläutert und sind auf das befallene Gelenk ausgerichtet, zB.
Kiefergelenk, Halswirbelsäule, Lendenwirbelsäule...ua.
das Buch ist leicht verständlich geschrieben, mit vielen unterstützenden Abbildungen und beinhaltet auch einen Vier-Wochen-Optimierungsplan. Leckere Rezepte für Gerichte, die die Knorpelregeneration unterstützen sollen, sind auch Inhalt dieses Buches.
Dieses Buch ist ein Lichtblick für alle vom Arthroseschmerz betroffenen Patienten und ist gleichzeitig auch für die Prävention gedacht. Viele Operationen zB. das Einsetzen von künstlichen Gelenken könnten so vermieden werden.Ich kann es nur weiterempfehlen.

Donnerstag, 9. November 2017

Rezension zu "Das Glück an Regentagen" von Marissa Staplay





Inhalt

Seit Generationen lebt die Familie Summers am Ufer des gewaltigen St. Lorenz-Stroms. Sie angeln, fahren hinaus zu den Inseln, trotzen dem Regen und den Gezeiten und betreiben ein charmantes Inn mit blauen Fensterläden direkt am Wasser.
Mae Summers und Gabriel Broadbent sind zusammen im Summers‘ Inn aufwachsen, nachdem ein schwerer Schicksalsschlag die beiden für immer miteinander verbunden hat. Hier am Fluss haben sie gemeinsam ihre erste Liebe erlebt. Beieinander finden sie Halt, bis Gabe eines Tages verschwindet. Mae ist am Boden zerstört und beginnt schließlich ein neues Leben in New York.
Zehn Jahre später: Mae kehrt zurück nach Alexandria Bay, in das Inn ihrer Großeltern, um sich von einer schlimmen Trennung zu erholen. Aber ihre Großeltern haben sich verändert.


Autorin

Marissa Stapley hat als Zeitschriftenredakteurin gearbeitet und kreatives Schreiben unterrichtet, bevor sie sich an ihren ersten Roman wagte - in Kanada auf Anhieb ein Bestseller. Sie rezensiert Romane für die Zeitung Globe & Mail und berichtet im Toronto Star über Bücher und Kulturereignisse. Marissa Stapley lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern in Toronto. 

Broschiert: 304 Seiten 
Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag; Auflage: 1 (7. November 2017) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3499291703 
ISBN-13: 978-3499291708
zu kaufen: http://amzn.to/2jeEF9q

Meine Einschätzung

Das Cover des Buches macht den Leser neugierig auf diesen Roman. Es ist ansprechend und zeigt ein Pärchen auf dem Bootssteg des Flusses sitzen, der schicksalhaft für die handelnden Personen ist. Auf der ersten Umschlagseite sind Ratschläge, was man an einem Regentag tun kann. Die Kapitel sind mit Tipps überschrieben, die die Mutter von Mae aufgeschrieben hat, um Anregung zu geben, was man alles an einem Regentag machen kann. Sie selber hat den Regen geliebt...Deshalb ist dieses Buch gerade jetzt bei herbstlichen Wetter genau die richtige Leselektüre.
Erzählt wird die Geschichte  einer Familie, in der es viele Schicksalsschläge gibt und auch Geheimnisse, die fast zu spät aufgedeckt werden. Die einzelnen Figuren und ihre persönlichen Schicksale werden gut dargestellt. Man fiebert als Leser mit jedem mit, manchmal tut es sogar weh beim Lesen, da man auf ein gutes Ende hofft, aber das Leben doch anderes vor hat....Am Anfang fiel es mir etwas schwer in die Handlung einzutauchen, da es viele Zeitsprünge im Ablauf gibt. Doch das ändert sich nach den ersten Kapiteln und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen...Besonders die Selbstzweifel von Maes Freund und Jugendliebe Gabe sind mir sehr nah gegangen. Auch die Darstellung des Empfindens von Maes Großmutter, als sie bemerkt, dass sie an Alzheimer erkrankt ist, war sehr berührend. Genauso gut ist der Großvater von Mae dargestellt, der durch die Enthüllung eines Geheimnisses völlig den Sinn seines Lebens infrage stellt.
Warum ist Gabe so plötzlich verschwunden, obwohl Mae seine große Liebe war und ist??? Welches Geheimnis offenbart Maes Großmutter ihrem Mann??? Wird Mae ihre große Liebe finden, nachdem ihr Verlobter sie so hintergangen hat???
Dieser Roman zeigt, dass das Leben oft eine Achterbahn sein kann und das es wichtig ist, in der Familie offen über alles zu sprechen, weil sonst das Vertrauen und die Liebe verschwinden können..Auch zeigt diese Geschichte, das man nie vergessen sollte, wie schnell ein Menschenleben verfliegt oder plötzliche enden kann und das man die Zeit gut nutzen sollte, um mit seinen Lieben glücklich zu sein.
Ich kann dieses Buch sehr empfehlen - es verspricht berührende und spannende Lesestunden.

Rezension zu " Unterleuten" von Juli Zeh





Inhalt

Manchmal kann die Idylle auch die Hölle sein. Wie das Dorf "Unterleuten" irgendwo in Brandenburg. Wer nur einen flüchtigen Blick auf das Dorf wirft, ist bezaubert von den altertümlichen Namen der Nachbargemeinden, von den schrulligen Originalen, die den Ort nach der Wende prägen, von der unberührten Natur mit den seltenen Vogelarten, von den kleinen Häusern, die sich Stadtflüchtlinge aus Berlin gerne kaufen, um sich den Traum von einem unschuldigen und unverdorbenen Leben außerhalb der Hauptstadthektik zu erfüllen. Doch als eine Investmentfirma einen Windpark in unmittelbarer Nähe der Ortschaft errichten will, brechen Streitigkeiten wieder auf, die lange Zeit unterdrückt wurden. Denn da ist nicht nur der Gegensatz zwischen den neu zugezogenen Berliner Aussteigern, die mit großstädtischer Selbstgerechtigkeit und Arroganz und wenig Sensibilität in sämtliche Fettnäpfchen der Provinz treten. Da ist auch der nach wie vor untergründig schwelende Konflikt zwischen Wendegewinnern und Wendeverlierern. Kein Wunder, dass im Dorf schon bald die Hölle los ist …


Autorin:


Juli Zeh, 1974 in Bonn geboren, studierte Jura in Passau und Leipzig. Schon ihr Debütroman "Adler und Engel" (2001) wurde zu einem Welterfolg, inzwischen sind ihre Romane in 35 Sprachen übersetzt. Ihr Gesellschaftsroman "Unterleuten" (2016) stand über ein Jahr auf der SPIEGEL-Bestsellerliste. Juli Zeh wurde für ihr Werk vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Rauriser Literaturpreis (2002), dem Hölderlin-Förderpreis (2003), dem Ernst-Toller-Preis (2003), dem Carl-Amery-Literaturpreis (2009), dem Thomas-Mann-Preis (2013) und dem Hildegard-von-Bingen-Preis (2015).


Taschenbuch: 656 Seiten 
Verlag: btb Verlag (11. September 2017) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3442715733 
ISBN-13: 978-3442715732
zu kaufen : http://amzn.to/2hnqIFM

Meine Einschätzung
 

Juli Zeh schafft es, mit ihrem Roman das große Ganze im Kleinen zu erzählen. Die Geschichte spielt im winzigen Dorf „Unterleuten“ in Brandenburg. Die Zahl der Dorfbewohner ist überschaubar, die Charaktere sind jedoch vielfältig: Von Ossi bis Wessi, von Akademiker bis Arbeiter, von jung bis alt. Es scheint beinahe so, als wenn der Leser in Unterleuten die Gesellschaft unter einem Brennglas sieht. Konflikte sind da vorprogrammiert. Und die gibt es im kleinen brandenburgischen Dorf genauso wie in Hamburg, München oder Berlin. Es geht um Landflucht, um Ehekrisen, DDR-Nostalgie, Geschlechterkonflikte. Und zu allem Übel soll dann auch noch ein Windpark gebaut werden. Mit dem Setzen des emotionalen Themas der Energiewende kippt die Autorin noch einmal Benzin ins Feuer. Die ohnehin schon bestehenden Konflikte der Dorfbewohner werden verstärkt und entladen sich. Ein interessantes gesellschaftspolitisches Schauspiel! Doch obwohl Juli Zeh versucht, die Themen der Zeit aufzunehmen und in ihrem Gesellschaftsroman zu bündeln, wirkt das Buch schon wenige Monate nach seiner Erscheinung im März 2016 komplett überholt. Das Thema Flucht und Migration spielt keine Rolle, ebenso wenig wie Fremdenfeindlichkeit. Juli Zehs Roman wird damit zum Opfer einer unglaublichen politischen Dynamik, die Politik und Gesellschaft im Jahr 2016 vermutlich selber überrascht hat. Damit wirkt „Unterleuten“ aus der Zeit gefallen. Schade, vermutlich hatte Juli Zeh selbst einen anderen Anspruch. 
Mein Leseexemplar von Randomhouse kurz nach Erscheinen im März 2016 habe ich als gebundene Ausgabe erhalten. Inzwischen ist im September ein Taschenbuch erschienen.
 

Sonntag, 29. Oktober 2017

Rezension zu "Marlenes Geheimnis" von Brigitte Riebe

Inhalt

Drei Frauen, drei Generationen und ein Geflecht aus Lügen

Marlene hat die Vertreibung aus der Heimat nach dem Krieg längst hinter sich gelassen. Vor mehr als siebzig Jahren begann sie mit ihrer Mutter Eva am Bodensee ein neues Leben. Eine florierende Schnapsbrennerei, die die Früchte der Region verarbeitet, ist ihr ganzer Stolz. Erst als ihre Nichte Nane kurz nach Evas Beerdigung die Aufzeichnungen der Großmutter liest, bricht die Vergangenheit ohne Vorwarnung herein. Und ein lang gehütetes Geheimnis kommt zutage …


Autorin:

Brigitte Riebe ist promovierte Historikerin und arbeitete zunächst als Verlagslektorin. Sie hat mit großem Erfolg zahlreiche historische Romane veröffentlicht, in denen sie die Geschichte der vergangenen Jahrhunderte wieder lebendig werden lässt. Mit „Marlenes Geheimnis“ widmet sie sich nun der Kriegs-und Nachkriegszeit um 1945. Auch die Familie der Autorin mütterlicherseits stammt aus Nordböhmen, wo sie wie viele Sudetendeutsche nach dem Ende des Dritten Reichs das Schicksal von Vertreibung und Flucht erlitt. Die Autorin lebt mit ihrem Mann in München. 


Gebundene Ausgabe: 432 Seiten 
Verlag: Diana Verlag (11. September 2017) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3453292057 
ISBN-13: 978-3453292055
zu kaufen: http://amzn.to/2xyFY59

Meine Einschätzung

Der Roman beschreibt die Geschichte dreier Generationen, Eva,  Marlene, Marlenes Halbschwester Vicky und deren Tochter Nane. Es handelt vom Leben von Eva mit ihren Eltern im Sudetenland, der Verteibung der Deutschen nach dem Krieg, das Leben als Flüchtling und endlich angekommen in der neuen Heimat am Bodensee. Es handelt von Liebe über alle gesellschaftliche Schranken hinaus, von der Unmenschlichkeit und Elend des Krieges, von der Kraft der Menschlichkeit in dieser schrecklichen Zeit, die Stärke von Freundschaft, aber auch von Hass und Lügen, die ein Leben begleitet haben....
Mich hat der Roman von Anfang an gefesselt. Da Brigittes Riebes historische Romane mir besonders gefallen, war ich schon sehr gespannt auf dieses Buch und ich wurde nicht enttäuscht. In ihrer besonderen Schreibweise, gelingt es ihr immer wieder den Leser mit auf eine Reise zu nehmen. Man sieht die Geschehnisse direkt beim Lesen vor sich. Taucht ein in eine Welt, die nie vergessen werden darf. Man erlebt zu welcher Stärke die handelnden Frauen in einer Welt voll Entsetzen, Mord, Hunger und Zerstörung heranwachsen. Eva, die im Krieg die Liebe ihres Lebens erlebt, aber auch ihre liebsten Menschen verliert, hat immer wieder die Kraft für andere Menschen, besonders für die kleine Marlene da zu sein. Man bangt mit ihr und hofft doch noch auf ein gutes Ende.
Ihre Enkelin Nane liest nach dem Tode ihrer Oma deren Aufzeichnungen und so manches Geheimnis wird dadurch aufgedeckt. Gleichzeitig hilft sie ihrer Tante Marlene bei der Apfelernte am Bodensee und durch die wunderbare Beschreibung , fühlt man sich als Leser in die wunderschöne Landschaft am Bodensee versetzt. Aber auch Nanes Mutter hat ein Geheimnis, das sie nun erst nach dem Tod der eigenen Mutter aufdecken wird...Die Geschichte lebt von Spannung, gefühlvollen, aber auch schrecklichen Momenten. Ich selbst habe viel Neues vom Leben der Sudetendeuschen und der politischen Hintergründe ihrer Vertreibung erfahren. Da meine Mutti auch als Flüchtlingskind mit meiner Oma, Uroma und ihrem kleinen damals 5 Monate alten Bruder aus Ostpreußen in die brandenburgische Stadt kam, die im Buch beschrieben ist, habe ich mich nach dem Lesen des Buches mit ihr lange darüber unterhalten.Sie erzählte mir, dass ihre Familie Glück hatte und gleich von lieben Menschen in ihrem Haus aufgenommen wurde. Auch von Soldaten der Roten Armee hat sie als Kind oft Grütze bekommen. Es gab also auch viel Menschliches nach dem Grauen des Krieges. Gerade heute ist dieses Buch sehr aktuell. Man sollte sich mehr in die Menschen reinversetzen, die ihre Heimat heutzutage wegen Krieg und Hunger verlassen müssen und sie nicht von vornherein ablehnen.
Ich kann dieses Buch nur weiterempfehlen. Diese Zeit darf nicht vergessen werden.
Danke an Brigitte Riebe für spannende, berührende und historisches Wissen vermittelnde Lesestunden.

Rezension zu "Wie derWind und das Meer" von Lilli Beck

Inhalt

München, April 1945. Nach einem verheerenden Fliegerangriff irrt der elfjährige Paul mit einem Koffer durch die Trümmerlandschaft. Auf der Suche nach einem Versteck trifft er auf ein kleines Mädchen. Sie heißt Sarah, hat wie er ihre Familie verloren – und sieht Pauls Schwester verblüffend ähnlich. Um in der verwüsteten Stadt nicht allein zu sein und von den Behörden nicht getrennt zu werden, schließen Paul und Sarah einen Pakt: Von nun an werden sie sich als Geschwister ausgeben. Ihr Plan geht auf. Doch wie hätten sie ahnen können, dass Jahre später ihre Notlüge ihr Verhängnis werden würde – und dass sie sich würden verstecken müssen, um sich lieben zu dürfen …


Autorin:
Lilli Beck wurde 1950 in Weiden/Oberpfalz geboren, wo sie auch aufwuchs und nach der Schulzeit eine Ausbildung zur Großhandelskauffrau absolvierte. Ende 1968 wechselt sie nach München. Nach zwei Wochen tippen bei einem Rechtsanwalt, wurde sie von einer Modelagentin (es gab noch keine Casting-Shows) in der damaligen In-Disco ,Blow up' entdeckt. Es folgten die ersten Fotos in Paris. Anschließend arbeitete sie u.a. für Zeitschriften wie BRIGTTE, landete wegen ihrer perfekten Beine auf Strumpfpackungen und Plakaten, war die Pirelli-Kühlerfigur der 70er Jahre und Covergirl auf der LP "Mit Pfefferminz bin ich dein Prinz" von Marius Müller-Westernhagen. Zwischendurch absolvierte sie ein Schauspielstudium, war Cutterassistentin, (u.a. bei Wim Wenders' "Der amerikanische Freund"), und bekam erste TV- und Filmrollen. Durch die intensive Arbeit mit Texten begann sie, Kurzgeschichten zu verfassen. Nach der Geburt ihrer Tochter gab sie die Schauspielerei auf und wechselte hinter die Kamera als Visagistin. 2000 verließ sie die Welt des schönen Scheins, um nur noch zu schreiben. 2002 die ersten Veröffentlichungen von Kurzkrimis. 2008 der erste Roman: "Reich heiraten!", dem "Chili und Schokolade" und "Sie haben sich aber gut gehalten!" folgten. Unter dem Pseudonym Mira Becker hat sie den Roman: "Couchgeflüster" verfasst, und als Annette Bluhm den Weihnachtsroman "Die hässlichste Tanne der Welt". Des weiteren erschienen: "Liebe auf den letzten Blick, "Liebe verlernt man nicht" und "Geld oder Liebe." Im August 2015 "Glück und Glas" eine berührende Saga über 70 Jahre deutsche Geschichte und das bewegenden Schicksal zweier Freundinnen. 

Gebundene Ausgabe: 512 Seiten 
Verlag: Blanvalet Verlag (18. September 2017) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 376450577X 
ISBN-13: 978-3764505776
zu kaufen:  http://amzn.to/2zWEaVk

Meine Einschätzung

Diese Geschichte hat mich emotional sehr stark berührt. Durch die beeindruckende Erzählweise gelingt es der Autorin, den Leser von Anfang an, in die Geschichte hineinzuziehen. Ich mochte garnicht mehr das Buch aus der Hand legen. Die beiden Hauptgestalten habe ich sofort lieb gewonnen und mit ihnen gebangt und gehofft, gelacht und geweint...Ich stolperte mit ihnen über die Trümmerlandschaft der zerbombten Stadt München, ging mit ihnen auf Suche nach etwas Essbarem oder nach etwas, was man auf dem Schwarzen Markt tauschen konnte, verstand die Aggressivität der Erwachsenen kaum beim Plündern von Vorratslagern und ihrem Verhalten gegenüber den hungernden Kindern, denen sie dann noch das Essbare aus den Händen rissen. Der Krieg hatte viele Menschen zu Tieren gemacht...Doch zum Glück gab es auch welche, die ihre Menschlichkeit bewahrt hatten und ihr Letztes mit den Kindern teilten. So wie die Münchner Blumenfrau, die die Kinder mit zu sich nahm und ihnen Liebe und Wärme gab....bis die Mühlen der deutschen Bürokratie diese heile Welt für mehrere Jahre zerstört.
Der Roman ist in mehrere Zeitabschnitte gegliedert. So erleben wir die Nachkriegszeit, die Zeit des wirtschaftlichen Aufschwungs, weitere Etappen in der Geschichte der BRD bis 1990...
Das Leben von Paul und Sarah wird bestimmt durch die Angst, das ihre Lüge, das sie Geschwister sind, entdeckt wird und von ihrer aufflammenden Liebe, die für ihre Umwelt ein Geheimnis bleiben muss. Ihren Schwur " Wie der Wind und das Meer" immer füreinander da zu sein, ist im wahren Leben nicht immer leicht einzuhalten. Der Leser kann gespannt sein auf eine emotionale Achterbahn, auf berührende und spannende Lesestunden und auf die Beantwortung der beim Lesen aufkommenden Frage, ob die Liebe Paul und Sarah ein HappyEnd bescheren wird...
Dieser Roman ist gleichzeitig eine Mahnung unsere Kinder vor Krieg zu bewahren - denn sie sind unsere Zukunft. Danke an die Autorin für bewegende Lesestunden.


Dienstag, 10. Oktober 2017

Rezension zu "Das Haus der schönen Dinge" von Heidi Rehn





Inhalt

Der neue große Roman von Erfolgs-Autorin Heidi Rehn über Aufstieg und Fall einer jüdischen Münchner Warenhaus-Dynastie über 100 Jahre - opulent, dramatisch, emotional!
Als der jüdische Kaufmann Jacob Hirschvogl 1897 zum Königlich-Bayerischen Hoflieferanten ernannt wird, glaubt er sich und seine Familie als gleichwertige Mitglieder der Münchner Gesellschaft anerkannt. Zwar begegnet seine Frau Thea Jacobs Enthusiasmus mit einer gewissen Skepsis, doch der Erfolg des Kaufhauses belehrt sie eines Besseren.
Tochter Lily übernimmt das Kaufhaus am Münchner Rindermarkt in den goldenen 20ern und wähnt sich am Ziel aller Wünsche. Eine glückliche Zukunft scheint auf die Familie zu warten, doch als die Nazis die Macht ergreifen, müssen die Hirschvogls erleben, wie sich Bayern und München, das für sie stets Heimat war, plötzlich gegen sie wendet …


Autorin:


Heidi Rehn wurde 1966 in Koblenz/ Rhein geboren und wuchs in einer Kleinstadt am Mittelrhein auf. Zum Studium der Germanistik, Geschichte, BWL und Kommunikationswissenschaften kam sie nach München. Nach dem Magisterexamen war sie zunächst als Dozentin an der Ludwig-Maximilians-Universität München tätig, anschließend war sie PR-Beraterin in einer Agentur. Seit mehr als zehn Jahren arbeitet sie als freie Journalistin und Autorin. Zusammen mit ihrer Familie lebt sie mitten in München.
2014 erhielt sie den "Goldenen Homer" für den besten historischen Beziehungs- und Gesellschaftsroman.
Nach ihren erfolgreichen historischen Romanen betrat sie mit ihren letzten Romanen DER SOMMER DER FREIHEIT, TANZ DES VERGESSENS und SPIEL DER HOFFNUNG inhaltliches Neuland. Die Zeit Anfang des 20. Jahrhunderts in Deutschland ist ihr ein besonderes Anliegen.

  
Taschenbuch: 656 Seiten 
Verlag: Knaur TB; Auflage: Originalausgabe (2. Mai 2017) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3426519372 
ISBN-13: 978-3426519370
zu kaufen: http://amzn.to/2yCMVq5 

Meine Einschätzung

Die Autorin nimmt uns mit in die Gründungsjahre von Kaufhäusern. Wir begleiten die jüdische Familie Hirschvogel von 1897 bis 1952. Der Traum von Kaufmann Jacob Hirschvogel der 1897 zum Königlich Bayerischen Hoflieferanten ernannt wird, ist die Eröffnung eines Kaufhauses. Dieser Traum erfüllt sich in den sogenannten "Goldenen Jahren" in München. Das Kaufhaus wird zum begehrtesten Einkaufstempel in München und das bringt der Familie auch viele Neider. Besonders als Hitler an die Macht kommt und die Judenverfolgung in Deutschland ihren Höhepunkt erreicht, wird es für die Familie Hirschvogel und viele Freunde gefährlich in München zu bleiben und das Kaufhaus weiter zu führen.
Im Roman erfährt der Leser viel über die damalige Zeit und am Beispiel von Frau Hirschvogel, ihrer Tochter und deren Freundinnen Interessantes über die Rolle der Frau in der damaligen Gesellschaft.
Interessant für mich war auch zu lesen, wie die Mode der damaligen Zeit im Umbruch war, woher immer neue Ideen für die Entwicklung des Kaufhauses genommen wurden. Begeistert hat mich, welche Sozialleistungen die Familie Hirschaus für ihre Mitarbeiter eingeführt hat und wie stark dadurch die Bindung der Mitarbeiter an das Kaufhaus wurde. Die handelnden Personen wurden gut charakterisiert und als Leser hofft und bangt man mit ihnen. Die Autorin versteht auch gut die historischen Geschehnisse der damaligen Zeit in die Erzählung mit einzubinden. Im Klappentext ist ein Stammbaum der Hirschvogelfamilie angegeben. Es tauchen aber noch weitaus mehr Charaktere in der Geschichte auf und es war nicht immer ganz einfach, die ganzen Namen zuzuordnen. Auch ein kleiner Stadtplan von München zeigt bildlich einige Standorte der Handlung.
Ein Glossar am Ende des Buches ist hilfreich um Personen, Orte und Begriffe der damaligen Zeit besser zuordnen und verstehen zu können.
Das Kaufhaus, das im Buch zum Ort des Geschehens wird, hat nie existiert, aber es zeigt ein Beispiel, wie jüdische Kaufleute in der damaligen Zeit mit viel Umsicht die Versorgung der Bevölkerung in den deutschen Städten gesichert und organisiert haben. Um so unverständlicher ist es, welche Grausamkeiten gegen die jüdische Bevölkerung besonders während der Naziherrschaft geschahen. Der Roman ist für uns Mahnung, das es nie wieder Faschimus geben darf und die Verbrechen der Nazis an den Juden nie vergessen werden dürfen.




Montag, 14. August 2017

Rezension zu "Bis wieder ein Tag erwacht" von Charlotte Link





Inhalt: 


Der große Résistance-Roman der Bestseller-Autorin und eine dramatische Liebesgeschichte aus dem besetzten Frankreich von Charlotte Roth.
Ein Roman über die Kraft der Liebe, den Kampf für die Freiheit und den Mut zum Leben.
Ein verwunschenes Küstendorf in der Provence in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts: Über alle Klassenunterschiede hinweg wachsen fünf Kinder miteinander auf: Nathalie, die Bürgerstochter, Fabrice und Didier, die Brüder vom Schloss, und das Mauerblümchen Delphine sowie Nathalies algerischer Diener Salah. Doch auf dem Weg zum Erwachsenwerden zerbricht ihre kleine geborgene Welt: Nathalie ist in Didier verliebt, dieser aber bringt den Mut nicht auf, um sie zu kämpfen. Als die enttäuschte Nathalie nach Paris flieht, stürzt sie sich in einen Tanz auf dem Vulkan und begegnet dem Deutschen Alwin, der zum ersten Mal erahnt, wie die Freiheit schmeckt.
Doch das zaghafte Glück und alle Hoffnung finden ein jähes Ende, als Frankreich über Nacht im Krieg steht. Der zweite Weltkrieg beginnt, und aus Freunden werden Feinde, auf Seiten von Résistance und Besatzungsmacht stehen sich die, die sich gestern noch liebten, auf Leben und Tod gegenüber. Plötzlich müssen die jungen Leute Entscheidungen treffen - nicht mehr nur über ihr eigenes Schicksal, sondern über die Zukunft ihres Landes und sogar der halben Welt.

Autorin:

Charlotte Roth, Jahrgang 1965, ist Berlinerin, Literaturwissenschaftlerin und seit zehn Jahren freiberuflich als Autorin tätig. Mit ihrem Roman "Als wir unsterblich waren", der auf einem Stück ihrer eigenen Familiengeschichte basiert, erfülllte sie sich einen langgehegten Traum, und der Roman wurde zum Bestseller.. Charlotte Roth hat Globetrotter-Blut und zieht mit Mann und Kindern durch Europa, hält an ihrem Koffer in Berlin aber unverbrüchlich fest.   

Taschenbuch: 704 Seiten 
Verlag: Knaur TB (3. Juli 2017) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3426518406
ISBN-13: 978-3426518403
zu kaufen:  http://amzn.to/2wXthAa

Mein Eindruck: 
Voller großer Erwartungen hielt ich endlich das neue Buch einer meiner Lieblingsschrifstellerinnen in den Händen und ich wurde beim Lesen nicht enttäuscht. Mit ihrer Schreibweise gelingt es Charlotte Roth wieder einmal ihre Romanhelden lebendig werden zu lassen und den Leser hineinzuziehen in die Handlung - in einen Strudel voller ergreifender Erlebnisse, in eine Welt der sogenannten Kriegskinder, die in ihrer Kindheit den Ersten Weltkrieg und in ihrem weiteren Leben auch noch das Grauen des 2. Weltkrieges erleben mussten.
Beginnend 1918 in einem verschlafenen Dorf der Provence - die Kinder unterschiedlicher gesellschaftlicher Zugehörigkeit sind verbunden durch ein Freundschaftsband und ein Spiel, das sie immer im Sommer, wenn Schulferien sind gemeinsam spielen : Die lebenslustige Nathalie, deren Mutter Deutsche ist und die heimlich in einen der drei Brüder vom Schloss verliebt ist, von denen aber einer nicht aus dem Ersten Weltkrieg wiederkommt, Didier und Fabrice, die beiden sehr unterschiedlichen Brüder vom Schloss, Delphine, ein wohlhabendes Mädchen und Salah, ein algerischer Junge, den Nathalie von ihrem Vater geschenkt bekommen hat und der ihr nie von der Seite weicht und sein Leben lang auf sie aufpassen will...
Ein anderer Erzählstrang macht den Leser mit Alwin von Sterzing und seiner Schwester Dörte in Deutschland bekannt. Nach dem Tod seines Vaters ist Alwin das Familienoberhaupt und fühlt sich für seine Mutter und seine an Depressionen leidende Schwester voll verantworlich. Er leidet sehr unter dem verlorenen Ersten Weltkrieg und ganz besonders schwer fällt es ihm sich mit der Familie in Berlin einzuleben, denn ihr Gutshaus müssen sie verlassen... Er hängt sehr an seiner Schwester und versucht ihr das Leben zu erleichtern. Dörte freundet sich mit Rieke an, ein Mädchen aus einer kommunistischen Familie, deren Mut gegen den aufkommenden Faschismus in Deutschland zu kämpfen, sie in Lebensgefahr bringt.
Als Hitler an die Macht kommt und der Zweite Weltkrieg ausbricht, scheinen alle Kindheitsträume unserer Freunde zerplatzt. Alwin, den Nathalie in Paris begegnet und lieben lernt, wird zum Feind.
Doch auch zwischen den Freunden, die immer ihr Weltenspiel im Sommer spielten, scheint das Leben durch große Probleme nicht mehr gemeinsame Wege aufzuzeigen....Ob die Freundschaft und Liebe doch noch siegen und wie alle diese schreckliche Zeit erleben, kann man in diesem sehr bewegenden Roman miterleben.
Charlotte Roth gelingt es den Leser aufzurütteln, nie wieder darf Krieg das Leben eines Menschen zerstören.  Sie versteht auch durch ihren poetischen, einfühlsamen Schreibstil daran zu erinnern, wie wichtig Liebe und Freundschaft im Leben sind und das es sich lohnt, immer darum zu kämpfen.
Ich wünsche diesem Buch viele interessierte Leser und bedanke mich für unvergeßliche berührende Lesestunden.



Freitag, 14. Juli 2017

Rezension zu "Mirabellensommer" von Marie Matisek

Inhalt: 
Ein charmanter und lebenskluger Sommer-Roman über zwei turbulente Familien in der Provence und eine zauberhafte Liebesgeschichte von der Erfolgsautorin Marie Matisek ..
Zwischen Jasmin- und Rosenfeldern liegt die Domaine de Lafleur im Hinterland von Nizza. Marita ist glücklich mit Lucien Lafleur und ihren neuen Freunden, der alteingesessenen Familie Verbier und den Babajous von der Elfenbeinküste. Auch Gilbert Verbier und Aristide Babajou sind enge Freunde geworden – bis sich Gilberts Enkelin Julie in Aristides Sohn Rachid verliebt. Schnell stellt sich heraus, dass die kulturellen Gräben tiefer sind als gedacht. Marita und Lucien versuchen alles, um die Freunde miteinander zu versöhnen. Doch nach einem hässlichen Streit ist das junge Liebespaar plötzlich verschwunden …

Autorin:

Die Autorin Marie Matisek lebt mit ihrer Familie, Hund und Kater im idyllischen Umland von München. Neben dem Schreiben pflegt sie ihre Leidenschaften: Kochen, spazieren gehen und gärtnern. Die gebürtige Berlinerin fühlt sich in ihrer Wahlheimat Bayern genauso zu Hause wie an der Nordsee oder in Südfrankreich, seit vielen Jahren ihre bevorzugten Reiseziele.
 
Taschenbuch: 288 Seiten 
Verlag: Knaur TB (1. Juni 2017) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 342651740X 
ISBN-13: 978-3426517406
 
Meine Einschätzung:
 
Es ist Sommer 2017 in Nizza. Der Autorin gelingt es sehr gut durch eine leichte und bildhafte Erzählweise den Leser das sommerliche Flair mit all seinen Düften spüren zu lassen. Liebevoll beschreibt sie die Hauptpersonen ihrer Geschichte- in der die Freundschaft zwischen der Familie Lafleur, Verbier und den Babajous - die von der Elfenbeinküste stammen - eine große Rolle spielt. Schnell hat man Babette Babajou ins Herz geschlossen, die ihre Kinder und ihren Mann sehr liebt und als Altenpflegerin liebevoll mit ihren zu betreuenden Menschen umgeht. Sie muss nun lernen, ihre Kids loszulassen, die nun nach erfolgreichen Schulabschluss ihren Weg gehen wollen.  Das das nicht immer leicht ist, kann so mancher Leser bestimmt nachvollziehen und so kommt sie auch schwer damit zurecht, als eines Morgens ihr Sohn mit seiner neuen Freundin davongefahren ist, ohne jemanden Bescheid zu sagen. Als auch noch der Laden, den ihr Mann führt, und ihre Wohnung von einem Brand schwer beschädigt werden, scheint das Leben still zu stehen. Doch hier zeigt sich die wahre Freundschaft zwischen den Familien...
In der Erzählweise der Autorin gibt es eine Besonderheit. George, der bis zu seinem Tod erst von Marita, dann von Babette liebevoll gepflegt wird, beobachtet vom Himmel aus,das bunte Treiben seiner Freunde und führt so den Leser durch die Geschichte. Diese Idee hat mich besonders begeistert.
Zusammenfassend kann ich sagen, es ist eine Sommergeschichte, die sich leicht lesen lässt und zeigt, dass Menschen unterschiedlicher kultureller Herkunft zu Freunden werden können und dass sie somit gemeinsam Probleme des Lebens  gut bewältigen können.
Ich wünsche dem Buch viele begeisterte Leser.
 
 


Donnerstag, 13. Juli 2017

Rezension zu "Das Leuchten meiner Welt" von Sophia Khan

Inhalt:
Irenies Kindheit endet an dem Tag, an dem sie nach Hause kommt und ihre Mutter Yasmeen nicht mehr da ist. Der Vater erklärt nichts, weicht allen Fragen aus. Fünf Jahre vergehen, bis Irenie eine Kiste mit Briefen findet und dem Geheimnis ihrer Mutter näher kommt. Auf der Spur einer verbotenen Liebe reist sie von Amerika bis nach Pakistan, voller Hoffnung, in diesem Sommer Yasmeens Verschwinden endlich zu verstehen.

Autorin:
Sophia Khan wurde 1985 als Tochter einer amerikanischen Mutter und eines pakistanischen Vaters geboren. Sie wuchs in beiden Ländern auf, reiste viel, studierte in den USA und lebt heute mit ihrem Mann in Islamabad. Das Leuchten meiner Welt ist ihr erster Roman.

Taschenbuch: 480 Seiten 
Verlag: Diana Verlag (13. Juni 2016) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3453358961 
ISBN-13: 978-3453358966
zu kaufen:  http://amzn.to/2u9PI7l 

Meine Einschätzung 
Mit 10 Jahren geschieht der 10jährigen Irenie das Schlimmste, was einem Kind passieren kann, ihre Mutter Yasmeen verschwindet spurlos...Ihr Vater James erklärt ihr nicht was passiert ist...5 Jahre später findet sie eine Kiste Briefe. Nun ahnt sie, dass ihre Mutter tot ist...
Der Leser wird in dieser Geschichte mitgenommen auf der Suche Irenies nach der Wahrheit. Sie möchte herausfinden, was mit ihrer Mutter passiert ist und ob James wirklich ihr Vater ist. Die Autorin lässt ihre Hauptgestalt in der Ich-Form erzählen. Demgegenüber stehen die Gedanken und Erlebnisse aus der Sicht des Vaters.
Es ist eine Geschichte von Liebe und den Kampf um Liebe und Anerkennung im Leben. Es zeigt auf, dass es nicht immer leicht ist für zwei Menschen, die unterschiedlichen Nationalitäten angehören, ein gemeinsames glückliches Leben aufzubauen. Auch zeigt es auf, dass es wichtig ist, wenn zwei sich lieben, alle Probleme offen anzusprechen und gemeinsam eine Lösung zu finden.
Beim Lesen habe ich mit Irenie mitgefiebert, die mit ihren 10 Jahren versucht hat, die Rolle der Mutter zu übernehmen und den Haushalt zu führen und ihrem Vater täglich ein leckeres Essen  zu servieren. James versteht es nicht seiner Vaterrolle gerecht zu werden. Er versinkt in Selbstmitleid und findet zu Irenie keine tiefe Bindung. Im Roman erfährt der Leser auch, wie es soweit kommen konnte, dass Irenies Mutter die Familie verlässt.
Es gibt große Teile des Romans, wo durch Rückblenden vieles wiederholt wird und durch lange Beschreibungen bestimmter Handlungen, der Lesefluss gestoppt wird. Das ist eigentlich schade, da der Inhalt der Geschichte sehr unterhaltsam ist, aber der Spannungsbogen dadurch abgeflacht wird.
Gut gefiel mir die die Beschreibung des Lebens in Pakistan, wohin Irenie reist, um alle Geheimnisse des wahren Lebens ihrer Mutter aufzudecken.
Wird es ihr gelingen, hinter das Geheimnis des Verschwindens ihrer Mutter zu kommen und wird James für Irenie ein richtiger Vater werden oder entscheidet sie sich Amerika für immer zu verlassen, um in Pakistan, der Heimat ihrer Mutter zu bleiben?
Für Leser, die Familiengeheimnisse lieben, empfehlenswert, auch wenn es einige Abstriche bei der Unterhaltung durch die Erzählweise gibt.



Dienstag, 27. Juni 2017

Rezension zu "Einmal lieben geht noch" von Rachel Corenblit





Inhalt:

Ihren letzten Lover hat Lucie schon vor Jahren vor die Tür gesetzt – Prädikat »mangelhaft«. Die Ausbeute seither? Mitleiderregend, grauenerweckend, indiskutabel! Das Einzige, was der jungen Lehrerin langsam, aber sicher näherkommt, ist die Vierzig. Die Sache ist klar, dem Schicksal muss auf die Sprünge geholfen werden: Ab sofort lässt sie keine Gelegenheit mehr ungenutzt, den Mann fürs Leben aufzugabeln. Sie macht weder vor dem Ex ihrer besten Freundin noch vor den Vätern ihrer Schüler halt, flirtet an der Tiefkühltheke im Supermarkt, taxiert das Freiwild im Schwimmbad, umgarnt den makellos schönen Vertretungsarzt ... Wer jagt, gewinnt!

Autorin:
Rachel Corenblit hat sich in Frankreich schon als Jugendbuchautorin einen Namen gemacht, bevor sie mit "Einmal lieben geht noch" ihren ersten Roman für Erwachsene schrieb. In ihn flossen die Erfahrungen vieler weinseliger Gespräche mit (Single-)Freundinnen ein, aber auch eines Philosophiestudiums und ihrer Arbeit als Lehrerin. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern in Toulouse.

Taschenbuch: 208 Seiten 
Verlag: Penguin Verlag (12. September 2016) 
 Sprache: Deutsch 
 ISBN-10: 3328100083 
 ISBN-13: 978-3328100089 
 Originaltitel: Quarante tentatives pour trouver l'homme de sa vi
 zu kaufen: http://amzn.to/2si77pS

Meine Einschätzung : 

Mir hat dieses Büchlein gut gefallen. In humoristischer Art lässt die Autorin den Leser an den Erlebnissen der Hauptfigur Lucie teilnehmen, die mit dem männlichen Geschlecht so ihre Probleme hat. In ihren Erlebnissen kann sich sicher manche Leserin wiederfinden und auch mir zauberte so manche Geschichte ein Lächeln auf das Gesicht in Erinnerung an ähnliche Begegnungen ... Lucie, die von ihrem Freund  genug hatte und ihn verließ, zweifelt immer mehr doch noch eine bessere Häfte für sich zu finden. Ihre Mutter versucht sie dabei zu verkuppeln. Doch Lucie sucht die Liebe auf den ersten Blick und die ist sehr schwer zu finden, denn oft lässt sie sich vom ersten Anblick des männlichen Gegenübers abschrecken. Sie versucht wirklich auf allen Gebieten ihren Traummann zu finden : in der Kaufhalle, im Schwimmbad, in der Tanzstunde oder im Sportverein...Beim Lesen wünscht man Lucie viel Erfolg ...So wie die Hauptheldin, erkennt mancher im wahren Leben leider nicht oder vielleicht zu spät, dass man  beim Suchen nach dem richtigen Partner übersieht, dass man ihn vielleicht schon längst gefunden hat...
Die Geschichte hat mich sehr unterhalten und ich wünsche ihr viele Leserinnen.

Samstag, 24. Juni 2017

Rezension zu "Die Galerie der Düfte"

Inhalt:
Ein Sommer-Roman mit hohem Wohlfühlfaktor – zum Schmecken, Riechen und genüsslichen Lesen, und ein Liebes-Roman nicht nur für Florenz-Liebhaber!
Sie ist mehr als nur eine Apotheke: Die ehrwürdige Officina Profumo di Santa Maria Novella, inmitten der lebendigen Gassen und Plätze von Florenz, ist für ihre verführerischen Düfte berühmt. Hier liegt das Aroma von Kräutern, Potpourris und edlen Seifen in der Luft. Ein himmlischer Ort, an dem die junge Münchner Apothekers-Tochter Johanna auf den Spuren eines legendären Dufts zwei ungleichen Brüdern begegnet. Doch während Luca zaghaft um sie wirbt, hat sie ihr Herz längst an den stürmischen Sandro verloren - der einer anderen versprochen ist.
Autorin:
Julia Fischer ist seit vielen Jahren eine feste Stimme des Bayerischen Rundfunks. Die Mutter dreier Kinder und Tochter des Komödienstadel-Regisseurs Olf Fischer und der Schauspielerin Ursula Herion, die mit ihrer Familie in München lebt, hat schon als Kind auf Pumuckel-Schallplatten und im Kinderfunk mitgewirkt, später den Beruf der Schauspielerin ergriffen, sowie verschiedene Magazine im Bayerischen Fernsehen moderiert. In den letzten Jahren kamen unzählige Hörbuchproduktionen für namhafte Verlage dazu. Das Hörbuch ihres Debütromans hat sie ebenfalls selbst eingesprochen.

Broschiert: 368 Seiten 
Verlag: Knaur HC (2. Mai 2017) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3426653842 
ISBN-13: 978-3426653845
zu kaufen: http://amzn.to/2sCrPUL

Meine Einschätzung:

Ein Roman, der  mich beim Lesen verzaubert hat.  Im Prolog wird man ins Florenz des Jahres 1985 entführt. Man begleitet Anna, die Mutter der Romanheldin durch das frühlingshafte Florenz mit seinen ehrwürdigen Mauern und die Autorin beschreibt alles so bildhaft, dass man glaubt beim Lesen den Frühlingsduft dieser Stadt spüren zu können. Anna begegnet Giovanni und es beginnt eine zarte Liebesgeschichte - so zart, wie der Frühling in Florenz...
München - Frühling 2011 - begegnet der Leser der Hauptfigur dieses Romans - Johanna, die verliebt ist in schöne Düfte und der die „Sternwarte – Naturkosmetik und Seelenheil“ in München gehört, in einem Hinterhaus. Im Vorderhaus haben ihre Eltern eine Apotheke. Auf der Suche nach neuen Rezepturen führt ihr Weg nach Florenz in die ehrwürdige Officina Profumo di Santa Maria Novella, dorthin, wo viele Jahre vorher ihre Mutter einen unvergeßlichen Frühling erlebt hat. Giovanni erkennt in ihr sofort die Ähnlichkeit mit seiner unvergeßlichen Liebe... Doch auch seine Neffen sind von ihrer Schönheit verzaubert...Jetzt beginnt eine filmreife Geschichte...voller Freude, aber auch Tränen, immer verbunden mit der geheimnisvollen Schönheit von Florenz und den betörenden Düften des Officina Profumo di Santa Maria Novella und JohannasNaturkosmetikladens...
Bezaubernd sind die Menschen, denen Johanna begegnet - da ist Luca, der immer im Schatten seines Bruders Sandro steht und sich nicht getraut Johanna seine Liebe zu gestehen...Sandro - der Herzensbrecher, in dem sich Johanna sofort verliebt, der aber schon längst seine Hochzeit mit einer anderen plant...eine alte Dame in München, die die Apothekerzeitung besonders liebt, in der Geschichte ihre Lebenslust wieder gewinnt. Die Geschichte zeigt die besondere Bedeutung der Liebe im Leben eines Menschen und ihre Kraft auch schwere Zeiten zu überwinden. Aber auch die Bedeutung der Düfte in unserem Leben und Anregungen, wie der richtige Einsatz von Düften unser Leben bereichern und verschönern können, wird von der Autorin aufgezeigt.
Ich kann dieses Buch nur weiterempfehlen. Es garantiert bezaubernde wunderschöne Lesestunden.


Rezension zu "Anschlag von Rechts" von Reiner Engelmann





Inhalt:

Irgendwo in einer Kleinstadt mitten in Deutschland treffen sich drei Freunde auf ein Feierabendbier. In den sozialen Netzwerken haben sie sich schon an ausländerfeindlichen Pöbeleien beteiligt. Nun werden sie zu Verbrechern, denn wenige Stunden später werfen sie einen Molotowcocktail in eine Flüchtlingsunterkunft. Die Bewohner, darunter auch Kinder, entkommen nur knapp.

Reiner Engelmann recherchiert die Hintergründe dieser schrecklichen Tat. Er analysiert die Beweggründe und er befragt die Opfer, die sich in Deutschland endlich sicher gefühlt hatten. Dabei wird deutlich: rechtes Gedankengut und Fremdenfeindlichkeit sind in der Mitte unserer Gesellschaft angekommen und viel zu lange unbeachtet geblieben.

Autor:

Reiner Engelmann wurde 1952 in Völkenroth geboren. Nach dem Studium der Sozialpädagogik war er im Schuldienst tätig, wo er sich besonders in den Bereichen der Leseförderung, der Gewaltprävention und der Kinder- und Menschenrechtsbildung starkmachte. Er ist Autor und Herausgeber zahlreicher Anthologien zu gesellschaftlichen Brennpunktthemen und seit 1969 aktiv bei amnesty international. Bei cbj sind bereits erschienen: "Der Fotograf von Auschwitz" und "Wir haben das KZ überlebt".
Gebundene Ausgabe: 192 Seiten 
Verlag: cbj (22. Mai 2017) 
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3570174371 
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 13 Jahren
zu kaufen: http://amzn.to/2t6lTox




Meine Einschätzung 

Der Autor  begibt sich auf die Suche nach den Hintergründen von Fremdenfeindlichkeit in unserem Land. Dabei lässt er den Lesern teilhaben an dem Schicksal von Flüchtlingen aus 5 Ländern, die gezwungen waren ihre Heimat zu verlassen, um so dem Tode zu entkommen. Sie machen sich auf den beschwerlichen Weg, oft Monate voller Ungewißheit, abhängig von Schleppern, einige von ihnen landen in verwahrlosten Sammellagern oder sogar in Gefängnissen- bis es ihnen gelingt nach Deutschland zu kommen und sie denken hier in Sicherheit zu sein. Bis es zu diesem Anschlag auf das Flüchtlingsheim kommt, bei dem beinahe Kinder gestorben wären...Was bringt Menschen dazu so etwas zu tun??? Woher kommt der Hass gegen die Fremden ??? Der Autor gibt Einblicke in die Entwicklung der rechten Szene in Deutschland und lässt uns Leser teilhaben an der Gründen der 3 Täter. Besonders bewegt hat mich beim Lesen auch die Gedanken der Mütter der 2 Männer und der einen Frau, die zu Täter geworden sind. Hätten sie durch rechtzeitiges Handeln diese Tat verhindern können? Sehr intensiv sind auch die Verhöre und die Gerichtsverhandlung nach der Tat geschildert.
Die Geschichte ist einfach geschrieben. Das Buch soll schon Jugendliche ab 13 Jahre ansprechen. Aber es ist nicht nur für Jugendliche interessant. Jeder sollte sich mit der Frage beschäftigen, wohin rechte Gewalt und Fremdenhass führen können und was man dagegen tun kann. Diese Buch ist ein wichtiger Teil der Aufklärung dazu. Im Glossar gibt es eine Sammlung von Symbolen und Codes neonazistischer und rechter Kreise, auch verbotene Grußformeln und Kleidungsmarken,Musik und Logos von rechten Organisationen werden genannt und erläutert.
Ich kann dieses Buch nur weiterempfehlen.

Donnerstag, 8. Juni 2017

Rezension zu "Die Millionärsformel" von Carsten Maschmeyer

Inhalt:

Reichwerden ohne Zinsen!

Die traditionellen Geldanlagen funktionieren nicht mehr. In der Nullzinswelt haben die alten Gesetze des Vermögensaufbaus ihre Gültigkeit verloren. Noch nie war es so schwierig, sein Geld anzulegen und zu vermehren. Und trotzdem: Jeder kann die finanzielle Unabhängigkeit erreichen!

Carsten Maschmeyer ist der bekannteste Finanzprofi des Landes. Er hat es aus kleinen Verhältnissen zum Milliardär gebracht. Jetzt teilt er zum ersten Mal seine Erfahrungen und sein Wissen und verrät die Geheimnisse der Millionärsformel – Motivation pur für jeden, der es bislang nur noch nicht gewagt hat, seine Finanzträume zu verwirklichen!

Der Bestseller jetzt in vollständig aktualisierter Ausgabe. Damit Sie trotz Strafzinsen, Inflation und drohender Immobilienblase mehr Geld machen – und dann auch mehr daraus machen.

Autor:

Carsten Maschmeyer, geb. 1959 in Bremen, ist als Unternehmer und Investor tätig. Mit seiner Maschmeyer Group beteiligt er sich an vielen erfolgreichen Wachstumsfirmen in Zukunftsbranchen und gibt dabei seine unternehmerischen Erfahrungen aus über drei Jahrzehnten an Gründer und Manager weiter.

Maschmeyer gilt als Erfinder der unabhängigen Finanzberatung. Seine außergewöhnlichen Erfolge machen ihn zu einem gefragten Berater für internationale Konzerne und begehrten Redner zu allen Karriere und Finanzthemen.

Mit seinem Buch »Selfmade – Erfolg reich leben« wurde er zum Bestsellerautor. Ab August 2016 wird er als Juror in der VOX-Show »Die Höhle des Löwen« zu sehen sein, die mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet wurde.

Maschmeyer lebt in Deutschland und Kalifornien, hat zwei Söhne und ist mit der Schauspielerin Veronica Ferres verheiratet.
Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
Verlag: Ariston (8. Februar 2016) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3424201081 
ISBN-13: 978-3424201086
zu kaufen: http://amzn.to/2sXN3JQ

Meine Einschätzung:

Der Untertitel des Buches - "Der Weg zur finanziellen Unabhängigkeit" macht schon neugierig auf dieses Buch, denn wer möchte nicht leben ohne finanzielle Not und genügend Geld haben, um sich und seiner Familie ein schönes unbeschwertes Leben bieten zu können. In 15 Kapiteln mit jeweils mehreren Unterkapiteln versucht der Autor seine eigenen Lebenserfahrungen auf dem Weg zum mehrfachen Millionär zu vermitteln. Doch wer hier neue Erkenntnisse sucht,wird sicher enttäuscht.
Der Autor selbst sieht sein Buch als "Geldmotivationsbuch " an und möchte mit diesem, Grundlagen vermitteln, wie man besser und effektiver mit Finanzen umgehen kann. Seiner Meinung nach liegt der Grund, ob man reich wird, nicht an der finanziellen Lage des Menschen, sondern, wie man bewußte Entscheidungen zum Reichwerden getroffen und erfüllt hat. Mit anderen Worten - jeder, der nicht reich ist, hat ein Motivationsproblem. Der Autor definiert Reichtum so:" Reich ist man, wenn man nicht darüber nachdenken muss, ob das Geld "reicht" und woher man es bekommt." Sein Konzept dafür ist - mehr Selbstbewußtsein aufzubauen und aus seinen Träumen eine Zielliste und daraus eine to-do-Liste zu erstellen. Dazu meint der Autor: " Jeder Mensch ist das Ergebnis seiner Überzeugungen !"
Worin liegt nun die Reichwerdestrategie - jeder sollte mindestens 10% seines monatlichen Nettoeinkommens für seine Zukunft beiseitelegen. Dazu zählt er Beispiele auf, die er mit eigenen Berechnungen untermauert , wie aus wenigen Euros über Jahre Tausende Euros werden können.
Er gibt dann noch Hinweise auf das Anlegen eines Heftes, in dem man Einnahmen und Ausgaben schreiben kann, was jeder sicher schon als Haushaltsbuch kennt, dass bestimmte Sachen, wie Kuchen vom Bäcker, Alkohol, Zigaretten ua. eingeschränkt werden können.
In einigen Kapiteln richtet er sich auch an die Jugendlichen, die ihre Berufstätigkeit beginnen und gibt Hinweise, dass man auch in einer Tätigkeit, die nicht so interessant ist, immer etwas lernen kann,  wie man im Team sich profilieren muss, um dann auch mal mit einer höheren Gehaltsforderung an den Chef herantreten zu können....Viele seiner Tipps werden in dem Buch mehrmals wiederholt, so dass man als Leser sich fragt, warum man die Schwerpunkte des Buches nicht auf 200 Seiten weniger hätte veröffentlichen können.
Sein Rat, doch noch neben der Haupttätigkeit einen oder sogar mehrere Nebenjobs aufzunehmen, um so mit diesem  Geld das eigene Zukunftskonto schneller anwachsen zu lassen, macht mich als Leser einfach sprachlos, da es viele Menschen in unserem Land gibt, die mehrere Nebenjobs annehmen müssen, um überhaupt einen normalen Lebensstandard für sich und ihre Familie gewährleisten zu können.
Meine Frage ist dann auch- wo bleibt das Familienleben, was wird aus den Kindern, wenn die Eltern nur noch arbeiten gehen. Auch seine Erzählung über das Leben seiner Eltern, die sich jeden Pfennig vom Mund abgespart haben, kaum das Geld für einen gemeinsamen Urlaub hatten, um ihm dann eine halbe Million Euro zu vererben, wirft bei mir viele Fragen auf. Wäre es nicht sinnvoller gewesen, gemeinsam mit den Kindern für das Geld schöne Erlebnisse zu schaffen? Hier ist für mich der Sinn des Lebens vom Autor nicht erkannt worden - was nutzen dem Menschen Millionen, wenn man keine Zeit mehr findet, für ein eigenes Leben mit seinen Lieben.
Zusammenfassend muss ich feststellen, dass in diesem Buch keine neuen Erkenntnisse, wie man zur finanziellen Unabahängigkeit  kommen kann, festgehalten wurden. Es werden einige wenige Denkanstöße zum sparsamen Umgang mit Geld gegeben. Leider wird es denen nicht helfen, die jetzt schon nur ein minimales Monatseinkommen erhalten und keine Möglichkeiten haben, daraus ein Sparvermögen anzuhäufen. Auch finde ich, dass mit einigen Bemerkungen sozialschwache Familien, Alleinerziehende, Arbeitslose, Schwerbehinderte, Rentner und Obdachlose diskriminiert werden. Den meisten Menschen in unserem Land würde ein bedingungsloses Grundeinkommen monatlich helfen, die Armut zu lindern. Vielleicht sollte der Autor mal darüber nachdenken, wie er mit seinen Millionen und seinem Einfluß mithelfen könnte, das bedingungslose Grundeinkommen in unserem Land einzuführen.


Mittwoch, 24. Mai 2017

Rezension zu "Die Badende von Moritzburg" Eine Sommernovelle von Ralf Günther

Inhalt:

Eine Novelle wie ein flirrender Sommertag: Über eine unvergessliche Begegnung mit dem Maler Ernst Ludwig Kirchner und dem Künstlerkreis «Die Brücke».

1910. Die junge Clara Schimmelpfenninck wird wegen hysterischer Atemnot ins Dresdner Lahmann-Sanatorium auf dem "Weißen Hirschen" geschickt. Nach sechs Wochen ist sie symptomfrei, aber zu Tode gelangweilt. Da wird sie zu einem Ausflug ins nahe Moritzburg eingeladen.
Im Sommerkleid streift sie durch die herrliche Schilflandschaft. Prompt wird sie von einem Mann mit fein geschnittenem Gesicht und energischer Stimme angesprochen. Ob sie sich nicht zu ihm, Kirchner, und seinen Freunden gesellen möge. Die Männer und Frauen picknicken dort, trinken Wein und arbeiten an ihren Staffeleien – in einer Art und Weise, wie Clara es noch nie erlebt hat. Und so verbringt sie einen unvergesslichen Sommertag in der Künstlerkolonie "Die Brücke".

Autor:
Ralf Günther, 1967 in Köln geboren, studierte Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft. Er ist Schriftsteller und Drehbuchautor, entwickelte Serien für das ZDF und den KiKA und schrieb viele erfolgreiche historische Romane, darunter den Bestseller «Der Leibarzt» (Heyne 2001). Bei rororo sind die unterhaltenden Weihnachtstitel «Ach du fröhliche» (2011) und «Jesusmariaundjosef!» (2013) erschienen, bei Kindler «Das Weihnachtsmarktwunder» (2014). Der Autor lebt bei Dresden..


Gebundene Ausgabe: 112 Seiten
Verlag: Kindler; Auflage: 1 (19. Mai 2017) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3463406861 
ISBN-13: 978-346340686
 zu kaufen : http://amzn.to/2qbKqqY 

Meine Einschätzung:

Dieses Büchlein ist für mich ein Schatz der gegenwärtigen deutschen Literatur und verzaubert seinen Leser. Der Autor beschreibt die Geschichte der jungen Clara so bildhaft, dass man glaubt unmittelbar bei ihren Erlebnissen in der Kur und ihrem Ausflug nach Moritzburg dabei zu sein. Außerdem ist die Sprache dieser Novelle so poetisch, einfach nur schön...ich habe es bedauert, dass es nur 112 Seiten sind, denn es ist ein purer Genuss diese Geschichte zu lesen. Die junge Clara, die nach dem Tode ihrer Mutter, deren Stelle in der Familie eingenommen hat und versucht alle Wünsche ihres strengen Vaters zu erfüllen, leidet plötzlich unter Anfällen von Atemnot, ohne dass organische Gründe gefunden werden können. In einem Dresdner Kurheim soll sie sich nun einige Wochen erholen. Das Büchlein gibt u.a. einen Einblick in den Kurbetrieb der damaligen Zeit, mit dem Hauptinhalt Licht, Luft und Rohkost - und lockte mir beim Lesen oft ein Lächeln hervor...Alles musste streng sittsam zu gehen...So wie auch die damalige Mode - die für die Damen noch das Tragen des Korsetts vorschrieb, auch in der heißen Sommerzeit. Die Begegnung mit einem neuen jungen Arzt in der Kurklinik, befreit Clara von dem wochenlangen langweiligen Einerlei der Kurmaßnahmen und führt sie in eine neue Welt, denn bei einem Ausflug nach Moritzburg begegnen ihr Mitglieder der Künstlerkolonie "Die Brücke". Es ist die Zeit der Aussteiger aus der bürgerlichen konservativen Enge des Lebens- hin zur Natur und zu einem alternativen Leben. Dieser Sommertag wird der jungen Clara, aus gutbürgerlichen Haus, immer im Gedächtnis bleiben, denn er hat für sie einige prickelnde Erlebnisse parat. Ob es ihr gelingt, ihre alten Fesseln der bürgerlichen Erziehung abzustreifen und ob dieser junge Arzt ihr bei der Suche nach der Ursache ihres gesundheitlichen Problems helfen kann, erfährt der Leser in dieser zarten poetischen Novelle. Einige schöne Lesestunden sind gewiss- ich kann das Büchlein jedem Literaturfreund nur empfehlen.


Sonntag, 14. Mai 2017

Rezension zu "Autsch! Geschichten aus der Praxis" von Katharina Dölling





Inhalt:
AUTSCH, das tut weh!
Wenn Sie einen gebrochenen Finger haben, meinen Sie, der würde so ohne weiteres korrekt geschient und problemlos wiederhergestellt? Wenn Sie über zwei schmerzhafte Gelenke verfügen, denken Sie, der Orthopäde würde sich innerhalb eines Behandlungsquartals beide ansehen? Wenn Sie einen eingewachsenen Nagel haben, glauben Sie, er sei unter drei Vollnarkosen zu beheben? Dann, ja, dann sind Sie entweder dauergesund, naiv oder Privatpatient.
Die Autorin Katharina Dölling zeigt in siebzehn Geschichten aus der Praxis, welche skurrilen bis menschenverachtenden Kuriositäten einem Patienten widerfahren können. Wahre Begebenheiten, realsatirisch aufbereitet. Man kann die Erzählungen als nette, witzige Kurzgeschichten oder als Zeitkritik am Gesundheitswesen lesen, das sich in den letzten Jahren dramatisch verschlechtert hat.
Was läuft falsch? Auswüchse von Raffgier und Apparatemedizin. Darüber hinaus fehlende Patienten-Kommunikation, das Ende des Hippokratischen Eides und das Desinteresse am Patienten generell. Dies lässt sich derzeit leider häufiger finden als die Qualitäten eines Arztes, wie wir ihn uns vorstellen und wünschen: weniger Geschäftsmann und mehr Heiler.Einfach ein qualifizierter, empathischer und patientenorientierter Arzt.

Taschenbuch: 210 Seiten 
Verlag: Burg Verlag; Auflage: 1., Erstausgabe (20. April 2017) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3944370597 
ISBN-13: 978-3944370590
zu kaufen: http://amzn.to/2qgMNaB

Meine Einschätzung

Kurzweilig erzählt die Autorin über ihre Erfahrungen mit Ärzten der verschiedenen medizinischen Richtungen. Ich habe dieses Buch mit einem lachenden und weinenden Auge gelesen. Obwohl viele Situationen sicher jeder schon selbst erlebt hat, ist es einfach unglaublich, welchen Schwierigkeiten sich ein Patient in unserem Gesundheitssystem gegenüber sieht. Die Autorin leidet selbst an einer seltenen chronischen Krankheit und schildert in teils sehr witzigen Kurzgeschichten ihre Suche - besonders auch in akuten Situationen- nach einem Arzt, für sich oder ihre Tochter. Dabei passieren Situationen, die jeder von uns sicher schon erlebt hat - Suche nach einem Facharzttermin...stundenlanges Warten beim Arzt, um dann nach 5 min wieder aus dem Sprechzimmer entlassen zu werden,  falsche Behandlung in der Notaufnahme, Angebote von IGEL - Leistungen, um das ärztliche Budget zu schonen. Aber bei allem lustigen Schilderungen stellt die Autorin auch die Frage - wie soll es im Gesundheitssystem weiter gehen? Wieso spielt immer mehr die Wirtschaftlichkeit bei der ärztlichen Behandlung eine größere Rolle, als die schnelle und richtige medizinische Hilfe? Spielt für die Ärzte der Hippokratische Eid kaum noch eine Rolle? Was macht man als chronisch Kranker, wenn die Diagnostik, die den Ärzten ja Geld einbringt, zwar durchgeführt wird, aber die daraus sich ergebende notwendige Behandlung aus Budgetgründen abgelehnt wird.
Die Autorin stellt auch Ärzte vor, die ihren Beruf als Berufung verstehen- leider dauert es aber oft Monate oder Jahre bis ein chronisch Kranker solche Mediziner findet...
Sehr gut gefällt mir, dass die Autorin uns Lesern an ihren Gedanken teilhaben lässt und zeigt, wie wichtig es für einen Kranken ist, seinen Optimismus nicht zu verlieren und in den Ärzten nicht die Götter in Weiß zu sehen. Jeder von uns sollte ein Mitspracherecht in seiner Behandlung einforden.
Ich hoffe, dass dieses Buch viele interessierte Leser findet. Es ist sehr unterhaltsam, amüsant und ruft aber auch auf, endlich etwas im Gesundheitssystem zu ändern. Denn es sollte nicht die Wirtschaftlichkeit immer mehr bei der ärztlichen Behandlung im Vordergrund stehen,  sondern der kranke Mensch, der Hilfe braucht. Gesundheit ist das höchste Gut eines Menschen und die gilt es zu bewahren oder wieder herzustellen- ohne Rücksicht auf materiellen Gewinn. Vielleicht helfen diese Geschichten mit, dass mancher Arzt einen Denkanstoß bekommt, sein Verhalten zu den Patienten zu ändern und sich gegen die Zwänge, die ihm zu oft das Gesundheitssystem in unserem Land auferlegt zu wehren. Ich empfehle das Buch sehr gern weiter und hoffe,es ist ein kleiner Anstoß, endlich etwas in unserem Gesundheitssystem zugunsten aller Patienten zu ändern.

Freitag, 12. Mai 2017

Rezension zu " Zwei Sekunden" von Christian v. Ditfurth

Inhalt:
Terroranschlag beim Staatsbesuch in Berlin. Nur um zwei Sekunden verpasst die Bombe die deutsche Bundeskanzlerin und den russischen Präsidenten. Die Russen behaupten, dass tschetschenische Terroristen hinter dem Anschlag stecken – doch eine Bekennerbotschaft gibt es nicht. Verfassungsschutz, Bundeskriminalamt und Berliner Polizei tappen im Dunkeln. Öffentlichkeit und Politik fordern Ergebnisse. Der Druck wächst. Widerwillig akzeptiert das BKA, dass Hauptkommissar Eugen de Bodt eigene Ermittlungen anstellt. Vor allem in höheren Polizeikreisen ist de Bodt unbeliebt bis verhasst. Doch will sich niemand nachsagen lassen, nicht alles unternommen zu haben. De Bodt und seine Mitarbeiter suchen verzweifelt eine Spur zu den Tätern. Aber erst, als er alle Gewissheiten in Frage stellt, bekommt de Bodt eine Idee, wer die Drahtzieher sein könnten. Doch um sie zu entlarven, muss er mehr einsetzen, als ihm lieb ist: das eigene Leben.

Zwei Sekunden, Kommissar de Bodts zweiter Fall, ist ein sehr heutiger Thriller über Terror und Staatsräson.

Autor:
Als Journalist publizierte Ditfurth unter anderem Artikel im Spiegel. Nach der Veröffentlichung einer Reihe von Sachbüchern tritt er seit 1999 auch als Autor von Kriminal- und Alternativromanen in Erscheinung. Seine Vorliebe für Rockmusik der 1970er hinterließ in seinen Büchern ebenso viele Spuren wie sein Lokalpatriotismus. In seinem ersten Kreuzberg-Roman, dem Dornröschen-Projekt, sind alle Kapitelüberschriften Songtitel von The Who. Der Stellenwert der Menschenrechte in seiner Weltanschauung zeigt sich unter anderem in seiner Mitgliedschaft bei Amnesty International.(Wikipedia)

Broschiert: 464 Seiten 
Verlag: carl's books (8. August 2016) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3570585670 
ISBN-13: 978-3570585672
zu kaufen : http://amzn.to/2ptd0E7

Mein Einschätzung

Zwei Sekunden entscheiden oft über Leben und Tod...Mich hat dieser Thriller von Anfang an in seinen Bann gezogen. Das Thema ist hochaktuell und man spürt mein Lesen schon Gänsehaut...Sehr bildhaft wird die fast aussichtslose Situation der an der Ermittlung beteiligten Personen den Täter zu finden, beschrieben. Auch das Motiv des Anschlags liegt ist für die Ermittler ein Rätsel. Als dann auch noch scheinbar unbeteiligte Personen ermordet werden- steht man einer Mordserie gegenüber, dessen Sinn im Dunkeln zu liegen scheint. Es gilt alles wie in einem Puzzle zusammenzusetzen, um an die oder den Täter heranzukommen. Sehr gut haben mir die verschiedenen Erzählerstränge gefallen- auf der einen Seite die deutschen und russischen Komissare, die sich um Aufklärung bemühen, auf der anderen Seite die Täter und ein weiterer Erzählstrang zeigt die Verzweiflung des von den Tätern zur Mitarbeit gezwungenen Mannes, dessen Ehefrau und Kinder entführt wurden. Auch die persönlichen Charaktere der in der Fahndung hauptsächlich beteiligten Personen sind super. Ihre Angst um ihre eigene Familie, die ja durch die Täter jederzeit bedroht werden kann, wenn sich die Schlinge um sie immer mehr zu zieht.... Die Zweifel an der Richtigkeit der von den Vorgesetzten befohlenen Vorgehensweisen in der Fahndung und die gegenseitige Hilfe, trotz Lebensgefahr sind sehr beeindruckend geschildert.
Ich kann dieses Buch nur allen Liebhabern von spannenden Krimis empfehlen und würde mich auch sehr darüber freuen, wenn daraus ein Film entstehen würde.
 

Dienstag, 25. April 2017

Rezension zu "Heute leben wir" von Emmanuelle Pirotte

Inhalt :

EIN SS-OFFIZIER RETTET JÜDISCHES MÄDCHEN: Renée ist 6 oder 7, ganz genau weiß sie es nicht. Als elternloses jüdisches Mädchen wird sie im letzten Kriegswinter vor den Deutschen versteckt – bei den Nonnen, dem Pfarrer, den Bauern in den Ardennen. Bis sie dem SS-Offizier Matthias in die Hände fällt. Er verschwindet mit ihr im Wald, um sie zu erschießen, aber plötzlich nimmt alles einen ganz anderen Lauf. Dieses Mädchen mit den dunklen Augen wird Matthias Leben für immer verändern.

Autorin:

›Heute leben wir‹ ist der erste Roman von Emmanuelle Pirotte und war ein großer Publikumserfolg in Frankreich, außerdem wurde er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Die Autorin wurde von der Geschichte ihrer Großeltern, die im Zweiten Weltkrieg ein jüdisches Kind versteckten, inspiriert. ›Heute leben wir‹ wird verfilmt, die Dreharbeiten beginnen Anfang 2017. Emmanuelle Pirotte lebt in einem belgischen Dorf.  

Gebundene Ausgabe: 288 Seiten 
Verlag: S. FISCHER; Auflage: 1 (23. März 2017) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3103972113 
ISBN-13: 978-3103972115

zu kaufen: http://amzn.to/2q2SyJC

Meine Einschätzung

Es ist Kriegswinter 1944 - die Deutschen haben die Ardennen besetzt und die Amerikaner sind auf dem Vormarsch. Eigentlich ist der Krieg für die Deutschen verloren, aber immer noch ziehen sie mordend durch Belgien ...Seit Kriegsbeginn ist Renee die kleine Jüdin auf der Flucht vor den Deutschen. Sie wird sowohl von Nonnen, aber auch von Bauern vor den Deutschen versteckt...Doch es gibt keinen Ort, wo sie sich sicher fühlen kann. In den Jahren der Flucht hat sie ihre Eltern verloren und auch viele neugewonnene Freunde sind Opfer der SS geworden. Doch das kleine Mädchen lässt sich seinen Lebensmut nicht nehmen und lernt schnell, wo Gefahren lauern und wie sie sich benehmen muss, um den Deutschen zu entkommen...Alles scheint  einigermaßen gut zu gehen in dem letzten Kriegswinter, bis die Deutschen das Mädchen in ihrem Versteck bei einem Pfarrer fast entdecken...Dem Pfarrer gelingt mit dem Mädchen in letzter Minute die Flucht, auf einer Landstraße stoppt er zwei Amerikaner in ihrem Jeep und fleht sie an, das Mädchen vor den Deutschen zu retten.
Sie fahren mit dem Mädchen davon...doch dieses hört auf einmal, dass beide sich auf deutsch unterhalten...Nun ahnt sie, dass ihr Ende naht...Sie wird von beiden zum Erschießen in den Wald geführt...Ab hier beginnt eine atemberaubende Geschichte, die mich so gefesselt hat und sicher auch nie wieder loslassen wird. Der SS- Offizier Matthias, ausgebildet für ein Spezialeinsatzkommando, bei dem SS Leute in amerikanischen Uniformen mordend ohne Skrupel hinter der Frontlinie Anschläge verüben, der Juden ohne zu Zögern umbrachte und den Transport in die Gaskammern kontrollierte, entdeckt in sich einen Rest Menschlichkeit und versucht das kleine jüdische Mädchen zu retten.
Eine Geschichte in dieser Art, habe ich noch nie gelesen. Auf der einen Seite das kleine jüdische Mädchen, das viel zu schnell erwachsen werden musste, sich aber nicht ihrer Opferrolle hingibt, sondern dem SS-Offizier,der ein kalter Mörder ist, ihren starken Charakter und damit ihre starke Menschenliebe entgegenstellt und damit auch seine Aufmerksamkeit gewinnt. Warum er so handelt und das Mädchen retten will, ist ihm selbst nicht klar. Matthias selber tötet nicht aus ideologischen Gründen, sondern weil er freiwillig einen Vertrag mit der SS eingegangen ist. Dadurch kann er seinen Egoismus ausleben und sich über andere erheben, als ausgebildeter Kämpfer - diese Rolle erfüllt ihn. Auch seine Vergangenheit, die im indianischen Leben einen Ursprung hat, wird von der Autorin sehr bildhaft erzählt.
Der Roman zeigt, was Kriege aus Menschen machen können, wie grausam Kriege sind und der Spannungsbogen innerhalb der Geschichte ist manchmal kaum auszuhalten...
Er zeigt aber auch die Kraft und Stärke, die Menschlichkeit und Liebe hervorbringt auch unter grausamsten Zuständen.
Diese Geschichte schrieb die Autorin unter dem Eindruck persönlicher Erlebnisse ihrer Großeltern, die über zwei Jahre einen jüdischen Jungen versteckten. Auch erfuhr sie über Bekannte von der damaligen  Operation Greif, bei der sich die deutschen Soldaten als Amerikaner verkleideten. Danach rechechierte sie genau und nahm es als Grundlage für ihren Roman.
Für mich gab es in diesem Roman auch historisch einiges Neues über die damaligen Ereignisse zu erfahren.
Ich kann diesen Roman nur jedem Leser empfehlen - er ist Mahnung, die Schrecken des Krieges nie vergessen zu lassen.
Ich bin auch schon gespannt auf die Verfilmung dieses Romans in diesem Jahr.

Mittwoch, 12. April 2017

Rezension zu " Zwei Schwestern- Eine Geschichte aus unruhiger Zeit" von Petra Oelker

Inhalt :

Martin Luther hat zur Reformation aufgerufen, die Hamburger sind ihm gefolgt - eine neue Zeit bricht an. Das gilt auch für Reimare Hogenstraat: Sie war Nonne, jetzt ist sie nur noch eine Jungfer ohne den Schutz des Ordens, ohne den vertrauten Halt ihrer Gemeinschaft, ohne das Reglement des alten Glaubens. All ihrer Aufgaben beraubt, muss sie ihr Leben neu ordnen, einen neuen Sinn finden. Ist eine Heirat die Lösung?
Die wohlhabende Witwe Anna Bünnfeld unterstützt ihre jüngere Schwester nach Kräften. Auch sie sucht ihren Weg in dieser unsicheren Zeit. Ein Testament muss geschrieben, ihr Vermögen neu geordnet werden - gilt es, selbst darin neuen Werten zu folgen?
Beide Schwestern stehen vor der Entscheidung ihres Lebens ...

Autorin:
Petra Oelker, geboren 1947, arbeitete als Journalistin und Autorin von Sachbüchern und Biographien. Mit «Tod am Zollhaus» schrieb sie den ersten ihrer erfolgreichen historischen Kriminalromane um die Komödiantin Rosina, neun weitere folgten. Zu ihren in der Gegenwart angesiedelten Romanen gehören «Der Klosterwald» «Die kleine Madonna» und «Tod auf dem Jakobsweg». Zuletzt begeisterte sie mit «Emmas Reise», einer Road Novel in der Zeit nach dem 30jährigen Krieg.


Gebundene Ausgabe: 176 Seiten 
Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag; Auflage: 1 (24. März 2017) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3499290456 ISBN-13: 978-3499290459
zu kaufen:  http://amzn.to/2p8Nhge

Mein Eindruck:

Am 31. Oktober 1517 veröffentlichte Martin Luther 95 Thesen gegen den Missbrauch des Ablasses. Der berühmte Thesenanschlag Luthers an die Tür der Wittenberger Schlosskirche bildete den Auftakt zur Reformation, einem der zentralen Ereignisse der europäischen Geschichte. Seine religiösen, gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Auswirkungen erlangten weltgeschichtliche Bedeutung. Die Reformation förderte die Entwicklung eines Menschenbildes, das auf einem neuen christlichen Freiheitsbegriff beruhte. 
Am 31. Oktober 2017 jährt sich der Thesenanschlag zum 500. Mal. Zu diesem Jubiläum leistet die Autorin mit ihrer Geschichte der ungleichen Schwestern Reimare und Anna einen wichtigen Beitrag. Sie macht den Leser mit einigen geschichtlichen Hintergründen der damaligen Zeit vertraut und mit der Umwälzung des gesellschaftlichen Lebens in einer Zeit des Aufbruchs und Wiederfindens.
In einer Zeit, in der die Frau nur im Kloster oder als Ehefrau unter Schutz stand, ist es nicht einfach für Reimare, als ehemalige Nonne nach der Zerstörung ihres Klosters, einen neuen Lebensinhalt zu finden. Sie bemüht sich sehr um die Kranken im Hospital. Ihre Schwester -eine reiche Witwe, bemüht sich auch, sie zu untersützen, doch auch sie muss sich mit den neuen Anschauungen erst anfreunden.
Im Roman werden einige historische Ereignisse im damaligen Hamburg umrissen - die Wandlung von einer katholischen Stadt zu einer lutheranischen. Auch in das damalige Alltagsleben gibt dieses Buch einen guten Einblick. Das Testament einer Ratsherrenwitwe aus dem Jahr 1535 im Hamburger Staatsarchiv gab der Autorin die Idee zu dieser Geschichte, die einfach für jeden interessant ist, der mehr über die geschichtlichen Hintergründen der Zeit der Reformation wissen möchte. Das Büchlein kann natürlich nicht umfassend Fragen zu der damaligen Zeit beantworten, sollte aber Anregung geben, sich im diesjährigen Lutherjahr intensiver mit den damaligen Geschehnissen zu beschäftigen. Ich habe es mit Interesse gelesen, auch wenn mich die Erzählweise der Autorin nicht ganz mitgerissen hat. Mir fehlte einfach ein emotionaler Tiefgang....

Rezension zu "Die verbotene Zeit" von Claire Winter

Inhalt :
London 1975: Nach einem schweren Autounfall sind Carlas Erinnerungen wie ausgelöscht, und sie setzt alles daran, die verlorene Zeit zu rekonstruieren. Der Journalist David Grant behauptet, sie sei auf der Suche nach ihrer Schwester gewesen, die vor sechzehn Jahren spurlos an der Küste von Cornwall verschwand. Doch kann sie ihm vertrauen? Und was verbergen ihre Eltern vor ihr? Die Wahrheit führt Carla weit zurück in die Vergangenheit, in das Berlin der Dreißigerjahre, zu einer ungewöhnlichen Freundschaft und einer verbotenen Liebe, aber auch zu einer schrecklichen Schuld ...
Autor: 

Claire Winter studierte Literaturwissenschaften und arbeitete einige Jahre als Journalistin, bevor sie entschied, sich ganz dem Schreiben zu widmen. Sie liebt es, in fremde Welten einzutauchen, und hat schon immer eine Schwäche für die mystischen Landschaften Englands und Schottlands gehabt. Nach »Die Schwestern von Sherwood« ist »Die verbotene Zeit« ihr zweiter Roman im Diana Verlag. Die Autorin lebt heute in Berlin.  

Taschenbuch: 576 Seiten 
Verlag: Diana Verlag (13. Februar 2017) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3453359216 ISBN-13: 978-3453359215
Zu kaufen : http://amzn.to/2otaviV

Mein Eindruck :

Ich bin von der historischen Familiengeschichte begeistert. In mehreren Erzählsträngen taucht man als Leser immer tiefer in den Wirbel dieser spannenden Geschichte ein, die bis in das Berlin der Dreißigerjahre zurück führt und unerwarteteWendungen im Ablauf der Handlung beinhaltet.
Der Roman handelt von Carla, die durch einen schweren Autounfall ihre Erinnerungen an die Zeit kurz vor dem Unfall verloren hat und nun auf der Suche nach der Wahrheit ist. Was ist damals passiert - verschweigt ihr eigener Ehemann und auch ihr Vater etwas vor ihr und warum??? Welche Rolle spielt dabei der Journalist David Grant, der behauptet, dass sie auf  der Suche nach Spuren ihrer vor 16 Jahren verschwundenen Schwester war ? Warum reagiert ihre Mutter so hysterisch, wenn Carla sie nach einer Frau fragt, die ihre Mutter scheinbar gekannt hat und die nun von ihrem ehemaligen Freund gesucht wird ? Die Autorin nimmt den Leser mit in eine Zeit der Herrschaft der Faschisten in Deutschland, der Judenverfolgung und der Grausamkeiten des 2.Weltkrieges. Man lernt Menschen kennen, die den Mut finden, unter Einsatz ihres Lebens, die verfolgten Menschen zu unterstützen und es wird deutlich, wie wichtig gerade in dieser Zeit Freundschaft war. Der Autorin gelingt es sehr gut mit ihrer emotionalen Erzählweise den Leser in den Bann der Handlung zu ziehen und man bangt und hofft mit den handelnden Personen mit. Werden alle Fragen, die Carla bewegen gelöst ?
Ich kann diesen Roman nur jedem Leser empfehlen, der mehr über die damalige Zeit erfahren möchte und Liebhaber historischer Familiengeschichten ist. Spannende und berührende Lesestunden sind ihm gewiss.

Donnerstag, 6. April 2017

Rezension zu " Good as Gone" von Amy Gentry

Inhalt :
Tom und Anna haben das Schlimmste erlebt, was sich Eltern vorstellen können: Ihre 13-jährige Tochter Julie wurde entführt, alle Suchaktionen waren vergebens, die Polizei hat den Fall längst zu den Akten gelegt. Acht Jahre später taucht plötzlich eine junge Frau auf und behauptet, die vermisste Tochter zu sein. Die Familie kann ihr Glück kaum fassen. Doch schon bald spüren alle, dass die Geschichte der Verschwundenen nicht aufgeht. Anna hegt einen furchtbaren Verdacht. Sie macht sich auf die Suche nach der Wahrheit über die junge Frau, von der sie inständig hofft, dass es ihre Tochter ist, die ihr gleichzeitig aber auch fremd erscheint und das gesamte Familiengefüge gefährlich ins Wanken bringt …
Autor: 
Amy Gentry hat ihr Studium an der Universität von Chicago mit einem PhD abgeschlossen und lebt in Austin, Texas, wo sie englische Literatur an einer High School unterrichtet. Gleichzeitig arbeitet sie als freie Literaturkritikerin für die LA Review of Books und Chicago Tribune. Good as Gone ist ihr erster Roman, der noch vor Erscheinen für riesiges Aufsehen sorgte und in über 20 Länder verkauft wurde.  
Broschiert: 320 Seiten
Verlag: C. Bertelsmann Verlag (27. Februar 2017) 
ISBN-10: 3570103234 
ISBN-13: 978-3570103234
zu kaufen:  http://amzn.to/2nHQ4v3

Mein Eindruck
Was kann Eltern am Schlimmsten passieren? Sie werden am Morgen wach und aus ihrem Haus wurde ihr Kind entführt...Diese Hölle erlebten Tom und Anna und noch dazu musste ihre jüngste Tochter die Entführung von einem Versteck aus, in das sie sich vor dem Eindringling geflüchtet hat, alles mit ansehen. Im Prolog erlebt der Leser diese Entführung mit und wird nun acht Jahre später mit der Situation der Familie vertraut gemacht, die zwischen Hoffen und Bangen schwebt und bei der sich jeder Gedanke um die entführte Tochter dreht. Durch den Blickwinkel der Mutter gesehen, gelingt es der Autorin sehr einfühlsam die Situation darzustellen, die durch die Ich- Erzählung in einigen Kapiteln noch vertieft wird. Die Beziehung zu ihrem Ehemann hat unter der Belastung des Verbrechens sehr gelitten und auch ihre jüngere Tochter, die inzwischen in einer anderen Stadt studiert, ist den Eltern gegenüber immer verschlossener geworden. Doch dann steht plötzlich nach 8 Jahren ein Mädchen vor der Tür - Julie, ihre entführte Tochter...Sie ist verändert, doch die Eltern glauben an dieses Wunder...bis eines Tages ein Privatdedektiv sich bei Anna meldet...Dadurch werden doch einige Zweifel geweckt...Ist dieses Mädchen wirklich ihre verschwundene Tochter?
Durch verschiedene Erzählperspektiven ist dieser Thriller atemberaubend, zwingt den Leser immer wieder zu neuen Vermutungen und bringt alles zu einem kaum vorraussehbaren Finale.
Mich hat die Erzählweise der Autorin von Anfang an gefesselt. Als Mutter kann ich mich total in die Ängste und Sorgen von Anna hineinversetzen. Die Schilderung der Erlebnisse des nach 8 Jahren aufgetauchten Mädchens sind sehr berührend, teils kaum auszuhalten....Man kann das Buch kaum aus der Hand legen, da man möglichst schnell, die Auflösung der vielen Rätsel dieses Falles als Leser erfahren möchte. Ein Buch, das viele Liebhaber guter Thriller interessieren wird. Ein Buch über die Liebe einer Mutter zu ihrem Kind, die durch nichts in der Welt zerstört werden kann.

 

Mittwoch, 5. April 2017

Rezension zu "Töchter einer neuen Zeit" von Carmen Korn

Inhalt : 
Jahrgang 1900. Eine Generation, die zwei Weltkriege durchleben wird - Henny Godhusen ist eine von ihnen. 1918 stürzt sie sich voller Lebensfreude in die Hebammenausbildung in Hamburg-Uhlenhorst. Henny liebt das Viertel an der Alster, hier kommen die unterschiedlichsten Menschen zusammen und sie findet Freundinnen: Ida wohnt in einem der herrschaftlichen Häuser und weiß nicht viel vom Leben jenseits der Beletage. Käthe hingegen stammt aus einfachen Verhältnissen und unterstützt die Kommunisten. Und Lina führt als alleinstehende Lehrerin ein unabhängiges Leben. So verschieden die Frauen sind, so eng wird ihre Freundschaft über die Jahrzehnte ...
Autor:
Carmen Korn, Jahrgang 1952, ist die Tochter des Komponisten Heinz Korn. Nach ihrer Ausbildung an der Henri-Nannen-Schule arbeitete sie als Redakteurin für den «Stern». Carmen Korn lebt seit vierzig Jahren auf der Uhlenhorst. Sie ist in dem Viertel tief verwurzelt und beschäftigt sich schon seit langem mit dessen Geschichte. Carmen Korn ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. 

Format :
Hörbuch- Authentisch und einfühlsam gelesen von der Autorin.
Dateigröße: 1726 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 560 Seiten, Kindler
Verlag: Rowohlt E-Book; Auflage: 1 (21. September 2016)
zu kaufen- Kindle-Edition : http://amzn.to/2nXJl1R
Buch : http://amzn.to/2oDplnS

Mein Eindruck:

Der Roman hat mich sehr interessiert,da er genau die Zeit beschreibt, in die meine Großeltern hineingeboren wurden. Eine Generation, die wertvolle Lebensjahre durch 2 Weltkriege verloren hat...
Ich wollte mehr über das Leben der jungen Menschen in der damaligen Zeit erfahren und wurde nicht enttäuscht.
4 junge Frauen, alle Jahrgang 1900, deren Geschichte hier über Jahrzehnte erzählt wird, begleitet der Leser in ihrem Alltag, der sehr unterschiedlich ist, da sie aus verschiedenen sozialen Schichten kommen. Ida, Henry, Käthe, Lina haben wie fast alle junge Frauen in ihrem Alter den Wunsch nach einem erfüllten Leben, nach Liebe, einer glücklichen Familie. Doch die gesellschaftlichen Zustände im damaligen Deutschland lassen nicht bei jeder diese Wünsche in Erfüllung gehen.
Das Schicksal führt die 4 Frauen zusammen und sie erleben gemeinsam, wie wichtig ihre Freundschaft in der damaligen Zeit ist... Die Autorin versteht es sehr gut, ihre Geschichte mit den gechichtlichen Ereignissen der damaligen Zeit zusammenzuführen.
Der Roman spielt in Hamburg in den Jahren 1919 bis 1948.
Das Hörbuch wird von der Autorin selbst gelesen. Da die Handlungsstränge sehr wechseln, fehlten mir beim Vorlesen die Titel der einzelnen Kapitel. Ich habe mir dann noch das Buch besorgt und konnte beim Selberlesen besser mit den Handlungssträngen und den doch vielen handelnden Personen zurechtkommen.
Gut finde ich im Buch auch eine Karte von Hamburg mit den Orten, an denen die Geschichte spielt.Auch ein Glossar mit Erklärungen zu einzelnen Ortsnamen und Begriffen aus der damaligen Zeit finde ich gut zur Ergänzung zum Roman.
Insgesamt hat mich die Handlung mitgerissen und gefesselt. Die einzelnen handelnden Personen sind von der Autorin gut charakterisiert und man taucht als Leser in das damalige tägliche Leben mit all seinen Problemen , aber auch Freude,ein.
Der Roman ist der erste Teil einer Triologie und ich bin schon gespannt,wie es nun nach dem Krieg mit den Freundinnen weiter geht - muss mich aber noch bis zum Sommer gedulden.
Ich kann dieses Buch nur jedem Leser empfehlen, der mehr über das Leben in der damaligen Zeit wissen möchte.