Donnerstag, 6. August 2020

Rezension zu " Das verlorene Kopftuch - Wie der Iran mein Herz berührte" von Nadine Pungs



Inhalt

Ohne Kopftuch auf die Straße gehen, Wein trinken und sich bis über beide Ohren in einen Mann verlieben. All das erlebt Nadine Pungs im Iran, obwohl es streng verboten ist. Von Teheran über den Persischen Golf bis fast an die Grenze zu Aserbaidschan erkundet sie, wie das Land jenseits westlicher Klischees tatsächlich tickt. Sie will staunen und lernen und dieses Land mit all seiner Schönheit und Unerbittlichkeit begreifen. Wortgewaltig schildert sie, wie sich ihre Schwarz-Weiß-Vorstellungen in tausendundeine Schattierung auflösen und wie der Iran sie herausfordert und zugleich beschenkt.

Autorin

Nadine Pungs wurde 1981 im Rheinland geboren, studierte Literaturwissenschaft und Geschichte. Davor, währenddessen und danach tingelte jahrelang als Kleinkünstlerin durch die Dörfer und spielte am Theater. Auf der Suche nach Intensität und Schönheit zieht es sie immer wieder in die Welt. Bei Malik erschien zuletzt "Meine Reise ins Übermorgenland. Allein unterwegs von Jordanien bis Oman".

Taschenbuch: 256 Seiten
Verlag: NG Taschenbuch; Auflage: 1. (2. März 2020)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3492406343
ISBN-13: 978-3492406345

Meine Einschätzung

Ich war sehr neugierig auf dieses Buch, denn als junge Frau ganz alleine ohne Reisegruppe in den Iran zu fliegen und dort dieses Land zu erkunden, erfordert in meinen Augen sehr viel Mut. Ich selbst war als junge Frau im Nachbarland von Iran, in Aserbaidschan und habe dort privat Land und Leute kennen - und lieben gelernt. Aber im Iran ist die Stellung der Frau immer noch mittelalterlich und ich war schon sehr interessiert, mehr von der Autorin und ihren dortigen Erlebnissen zu lesen.
Ich wurde nicht enttäuscht, denn durch einen sehr lebendigen Schreibstil, glaubt man als Leser mit auf die Reise zu gehen. Natürlich nimmt Nadine Pungs auch westliche Vorstellungen von der Unterdrückung der Frau in einem von Mullahs beherrschten Land mit. Doch in Gesprächen mit Mädchen und Frauen zeigt sie uns, dass das Land sich im Wandel befindet. Immer mehr lehnen den Schleier oder das Kopftuch ab und bekommen auch Unterstüzung besonders von den jungen Männern. Doch es gibt immer noch strenge Regeln, sogar in Bussen und Bahnen gibt es extra Abteile für Männer und Frauen. Auch die Strafen für offen gezeigte Liebe, wie zB. einen Kuss in der Öffentlichkeit, oder Fremdgehen sind grausam und mittelalterlich, durch Auspeitschen und Steinigen...
Die Autorin ist sehr erfreut und überrascht über die Gastfreundlichkeit der Menschen, die sie in ihre Häuser einladen und bewirten. Auch bei der Suche eines Hotels, in dem man ohne Probleme übernachten kann, zeigen sich die Menschen sehr hilfsbereit. Auf Ausflügen mit Fremdenführern erlebt die Autorin die Schönheiten der Natur, erfährt viel aus der Geschichte des Landes und findet schnell neue Freunde. Es ist auch eine Reise zu sich selbst, denn in ruhigen Stunden, beim Warten auf den nächsten Bus oder beim Beobachten des Sonnenuntergangs, fühlt sie, dass auch in ihrem eigenen Leben sich etwas ändern muss, damit sie wieder glücklich sein kann.
In dem Buch zeigt die Autorin auch viele politische und gesellschaftliche Hintergründe auf und erklärt sie. Sie beschreibt die Rolle der Revolution, den Sturz des Schahs, die Rolle des Korans im heutigen Leben der Menschen. Das alles ist sehr unterhaltend und interessant.
Ich kann dieses Buch nur jedem empfehlen, der mehr über das heutige Leben der Menschen im Iran wissen möchte, mehr als oft die Nachrichten der westlichen Welt verbreiten.

Dienstag, 28. Juli 2020

Rezension zu "Die Frau im Musée d'Orsay" von David Foenkinos

Inhalt

Völlig unerwartet kündigt Antoine Duris seine Professorenstelle an der Hochschule der Schönen Künste in Lyon und zieht mit nur einem Koffer nach Paris. Im Musée d'Orsay, wo die farbenfrohen Gemälde von Manet, Monet und Modigliani hängen, bewirbt er sich als Museumswärter. Doch warum flieht er Hals über Kopf aus seinem bisherigen Leben? Keiner weiß, wie sehr ihn das Schicksal seiner hochbegabten Studentin Camille mitgenommen hat. Erst als er Mathilde kennenlernt, findet Antoine einen Weg, sich der Freude, dem Genuss und der Liebe wieder hinzugeben …

Autor

David Foenkinos, 1974 geboren, lebt als Schriftsteller und Drehbuchautor in Paris. Seit 2002 veröffentlicht er Romane, darunter den Millionenbestseller „Nathalie küsst“, der auch als Film mit Audrey Tautou das Publikum begeisterte. Seine Bücher werden in rund vierzig Sprachen übersetzt. Der vielfach ausgezeichnete Roman „Charlotte“ hat sich allein in Frankreich rund eine halbe Million Mal verkauft und wurde auch in Deutschland zum Bestseller. "Das geheime Leben des Monsieur Pick" war in Frankreich monatelang auf der Bestsellerliste und kommt 2019 in die Kinos.


Taschenbuch: 256 Seiten 
Verlag: Penguin Verlag; Auflage: Erstmals im TB (9. Juni 2020) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3328105840 
ISBN-13: 978-3328105848

Meine Einschätzung 

Die sehr anschauliche Erzählweise des Autors zog mich sofort in die sehr berührende Handlung dieses Romans.
Die Hauptperson, der Kunstprofessor Antoine Duris, legt überraschend seine Arbeit als Professor an der Hochschule der Schönen Künste in Lyon nieder, um sich im Musée d’Orsay in Paris als Saalwächter zu bewerben. Das verwundert auch die Personalchefin des Museums, Matthilde Mattel, sehr...Die Gründe seines Arbeits-und Ortswechsels werden sehr tiefgründig und bewegend erzählt. Als Leser fühlt man die Traurigkeit und Niedergeschlagenheit dieses Menschen, der sich auch gegenüber seinen Kollegen nicht öffnen kann. Erst im zweiten Teil eröffnet sich dem Leser in einer Rückblende ein Teil der Tragödie, die Antoine so schwer psychisch getroffen hat...
Matthilde gelingt es hinter die Fassade des depressiven Seins von Antoine zu kommen. Er fasst zu ihr Vertrauen - doch warum fährt er mit ihr zu einem Grab einer jungen Frau, die kurz vor seiner "Flucht" aus der Uni gestorben ist? Dieses Geheimnis wird im 3. Teil des Romans gelöst, indem der Leser die Geschichte der jungen Camille Perrotin kennenlernt, die ein großes Talent besitzt einmal eine berühmte Malerin zu werden. Doch ein furchtbares Verbrechen, das ihr noch in der Schule widerfährt, scheint ihren Lebensmut und Frohsinn gebrochen zu haben. Welche Rolle in ihrem Leben Antoine spielt und was die beiden verbindet, erfährt man beim Lesen dieses Romans.
Mich hat dieser Roman in seiner besonderen Schreibweise begeistert. Als neu und interessant fand ich auf den Seiten die Fußnoten, die noch tiefer einige Ereignisse oder Aussagen von handelnden Personen beleuchteten. Das wird sicher nicht der letzte Roman des Autors gewesen sein, den ich mit Begeisterung lesen werde. 

Freitag, 24. Juli 2020

Rezension zu "Die Tanzenden" von Victoria Mas


Inhalt 

Ganz Paris will sie sehen: Im berühmtesten Krankenhaus der Stadt, der Salpêtrière, sollen Louise und Eugénie in dieser Ballnacht glänzen. Ob die Hysterikerinnen nicht gefährlich seien, raunt sich die versammelte Hautevolee zu und bewundert ihre Schönheit gerade dann, wenn sie die Kontrolle verlieren. Für Louise und Eugénie aber steht an diesem Abend alles auf dem Spiel: Sie wollen aus ihrer Rolle ausbrechen, wollen ganz normale Frauen sein, wollen auf dem Boulevard Saint-Germain sitzen und ein Buch lesen dürfen, denken und träumen und lieben dürfen wie die Männer.
Mit verblüffender Lebendigkeit erzählt Victoria Mas in »Die Tanzenden« vom Aufbruch derer, die sich nicht zufriedengeben, von berührender Solidarität und unbeirrbarem Mut.

Autorin 

Victoria Mas, 1987 in Le Chesnay geboren, hat acht Jahre lang in den USA gelebt und dort als Script Supervisor, Standfotografin und Übersetzerin beim Film gearbeitet. Zurück in Paris, studierte sie Literatur an der Sorbonne und ist heute als freie Autorin und Journalistin tätig. Ihr Debüt »Die Tanzenden« erscheint in sechzehn Ländern und wurde mit mehreren Preisen geehrt, darunter dem Prix Stanislas und dem Prix Renaudot des lycéens.

"Die Tanzenden ist mein erster Roman, und es ist ein ganz besonderer erster Roman, weil er auf einer wahren Geschichte basiert, nämlich einem Ereignis, das sich Ende des 19. Jahrhunderts jedes Jahr in der Nervenheilanstalt La Salpêtrière zugetragen hat, einem Krankenhaus, das es auch heute noch gibt. In diesem Krankenhaus hat man damals vor allem Frauen behandelt, Hysterikerinnen und Epileptikerinnen, aber auch Frauen, die ganz einfach gestört haben – in der Gesellschaft, in ihrer Familie. Jedes Jahr fand dort zu Mittfasten ein großer Ball statt, auf dem diese Frauen Kostüme wie beim Karneval trugen und zu dem ganz Paris strebte, um die »Verrückten« von Nahem zu sehen. Wie sollte man sich nicht für dieses absolut empörende, beschämende Ereignis interessieren und wie sollte man nicht betroffen sein von dem Schicksal dieser Frauen, die dort oft gegen ihren Willen eingeschlossen waren?
Aus diesem Grund bin ich der Geschichte dieser Nervenanstalt nachgegangen, dem historischen Kontext und den Behandlungsmethoden, vor allem aber habe ich mich diesen Frauen verschrieben, die mehr oder weniger aus den Geschichtsbüchern getilgt wurden.
Ich habe versucht, sehr starke Frauenfiguren zu schaffen und die Frauen nicht als Opfer darzustellen. Sie sollten sich im Laufe des Romans befreien können. Im Laufe des Schreibens hat meine Begeisterung noch zugenommen, und ich hoffe, dass man daraus die Forderung mitnimmt, dass jede meiner Figuren ihren Platz in der Welt, ihr Schicksal und ihren Glauben selbst wählen darf."

  
Gebundene Ausgabe: 240 Seiten 
Verlag: Piper; Auflage: 2. (6. Juli 2020) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3492070140 
ISBN-13: 978-3492070140

Meine Einschätzung

Dieser Roman hat mich von der ersten Seite in seinen Bann gezogen und ich habe ihn an einem Tag einfach zu Ende lesen müssen... Beschrieben wird das Leben in Paris Ende des 19.Jahrhunderts. Die Schicksale von Frauen, die teils schon jahrelang als Patientinnen in der Nervenheilanstalt La Salpêtrière leben müssen, werden dem Leser beschrieben. Teils in Rückblenden erfährt man mehr über das Leben einzelner Insassen und die Gründe, warum sie in diese Anstalt eingewiesen wurden. In sehr bildlicher Erzählweise wird man in die Geschichte hineingezogen. Man erlebt die Ängste, aber auch die Hoffnungen und Freuden der einzelnen Frauen mit.
Nicht alle Frauen sind nervenkrank, hysterisch, geistesgestört oder epileptisch. Es gibt auch Mädchen und Frauen, die ihren Familien oder der Gesellschaft zu unbequem oder sogar zu gefährlich geworden sind und deshalb gegen ihren Willen nun in diesem Krankenhaus unter einfachsten, menschenunwürdigen Bedingungen leben müssen. 
Die Frauen werden regelmäßig als Studienobjekte Medizinern und Studenten vorgeführt und es werden dabei gefährliche Experimente unter dem Mantel der Wissenschaft an ihnen ausgeführt.
Einmal im Jahr werden die Reichen von Paris zu einem Ball eingeladen, bei dem die Frauen wie Puppen vorgeführt und angestarrt werden. Für die Patientinnen ist es der einzige Höhepunkt im Jahr und da sie in die Vorbereitungen - Kostümherstellung, Tanzdarbietungen usw. mit einbezogen werden, freuen sie sich sehr darauf. Der sonst so eintönige Alltag wird dadurch etwas bereichert.
Eugenie wird von ihrem Vater und Bruder in die Klinik geschleppt, weil sie ihrer Oma gebeichtet hat, dass sie Geister sieht und die Botschaften ihres verstorbenen Opas ihr überbringt...Doch sie ist nicht geistig krank. Sie hat Zugang zu dem spirituellen Kreis gefunden, der eigentlich nur Männern, darunter auch Wissenschaftlern, vorbehalten ist. Sie wehrt sich gegen die Vormachtsstellung der Männer im gesellschaftlichen Leben. In der Anstalt versucht sie ihre Würde zu behaupten, trotz Isolation und menschenunwürdigen Bedingungen.
Zu ihren engsten Vertrauten gehören Louise und Thérèse, die Opfer männlicher Gewalt geworden 
sind. Beide sind missbraucht worden und bekamen dadurch psychische Probleme... Während die junge Louise davon träumt auf dem Ball einen Heiratsantrag von einem jungen Arzt zu bekommen und so der Klinik entfliehen zu können, möchte Thérèse, die schon über 20 Jahre hier lebt, nicht mehr in den Alltag hinaus. Sie ist wie eine Mutter für die Insasinnen und strickt für alle warme Kleidung.
Ihnen gegenüber steht Geneviève, die als Aufseherin für Ruhe und Ordnung sorgt. Doch sie merkt, dass ihre Meinung von den männlichen Medizinern nicht akzeptiert wird. Als sie versucht, Eugénie vor einem weiteren Aufenthalt in der Klinik zu behüten, da sie festgestellt hat, dass das Mädchen nicht geistig krank ist, wird sie vom Klinikchef zurecht gewiesen. Es muss einen anderen Weg geben, das Mädchen zu retten...Welcher es ist und ob sich die Träume von Louise erfüllen, erfährt der Leser in diesem sehr berührenden Roman.
Die Autorin hat mit diesem Buch die Schicksale der Frauen in der damaligen Nervenheilanstalt
La Salpêtrière lebendig werden lassen. 
Ein gelungener historischer Roman, nach wahren Begebenheiten, der fesselnd geschrieben ist und den Leser lange nicht loslässt.
  

Sonntag, 12. Juli 2020

Rezension zu "Körperflüstern" von Tala Mohajeri




Inhalt

In unserer modernen hektischen Welt setzen wir voraus, dass unser Körper jederzeit einwandfrei funktioniert. Wahrgenommen wird er oft nur noch im Fall einer Krankheit. Doch unser Körper spricht die ganze Zeit zu uns. Tala Mohajeri, Heilpraktikerin und Heilerin, hat in ihrer jahrelangen praktischen Arbeit ihren Patienten dabei geholfen, sich auf ihre Körperweisheit zu verlassen, Körperbedürfnisse zu verstehen und ihre Genesung aktiv mitzugestalten. Mit praktischen Übungen, Atemtechniken, Affirmationen und Meditation zeigt sie in diesem Buch den Weg zu einem neuen Körperempfinden, mit dem es gelingt, die Signale des eigenen Körpers wieder wahrzunehmen. Informativ und unterhaltsam, lebensnah, alltagstagstauglich!


Autorin

Tala Mohajeri ist ausgebildete Heilpraktikerin und Expertin für Pflanzenheilkunde. Sie lebt in einem Waldhaus südlich von Hamburg und betreibt dort eine Praxis für schamanisches Heilwissen. In ihren Seminaren und Workshops stehen die Themen Spiritualität und Natur im Vordergrund, in ihrer Schwitzhütte im Wald leitet sie regelmäßig Rituale. Die Schwerpunkte ihrer praktischen Arbeit dort liegen auf Körperarbeit/Massage und Pflanzenheilkunde.  

Gebundene Ausgabe: 224 Seiten 
Verlag: Irisiana (23. März 2020) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3424153621 
ISBN-13: 978-3424153620

Meine Einschätzung 
Da ich an mehreren unheilbaren Krankheiten erkrankt bin, war ich besonders neugierig auf dieses Buch. Jeden Tag, den ich mit wenig Einschränkungen durch Schmerz und Krankheitsschübe erleben kann, stärkt meine Psyche und hebt meinen Optimismus im Umgang mit der Erkrankung.
Dieses Buch ist wirklich ein Schatz, wenn es darum geht unseren Körper besser wahrzunehmen, Körperbedürfnisse zu verstehen und ihn zu untersützen.
Mit viel Liebe und Einfühlungsvermögen hat die Autorin mit ihrem reichen Schatz an Erfahrungen aus ihrer Tätigkeit als Heilpraktikerin dieses Buch geschrieben.
Anhand vieler Fallbeispiele aus ihrer Arbeit zeigt sie dem Leser den Weg achtsamer mit seinem Körper umzugehen und dessen Signale richtig einzuordnen.
Unter anderem gibt es folgende Kapitel zu den Themen :
Körperempfinden- die Vielfalt von Gesundheit und Krankheit
Körpererleben- die verschiedenen Ebenen der Wahrnehmung
Ein Schlüssel für mehr Körperempfinden- die Berührung
Wichtiges Wissen über deinen Körper- zu Verbundenheit, Ernährung und Bewegung
Emotionale Körperlandschaften- der Einfluss der Gefühle auf den Körper
Die Lebenskraft- der Puls des Lebens
Körpervertrauen- mein bedingungsloses Ja zu mir
Warum enstpannen  so schwierig ist- Nervenkitzel überall
Körperwahrnehmung im Alter
Heilung kommt von innen

In jedem Kapitel sind die wichtigsten Erkenntnisse in Kästchen hervorgehoben und es gibt Übungen, die die erwonnenen Erkenntnisse für das eigene Leben umsetzen helfen. Eine kleine Körperkunde,die Wissen über den Körperbau und seine Bestandteile vermittelt, steht am Ende zusamengefasst zu jedem Kapitel.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass mir das Buch viele Anregungen gegeben hat, im Alltag meinen Körper besser wahrzunehmen und zu fühlen, was das Beste für ihn ist.
Ich kann diesen Ratgeber nur weiterempfehlen .

Rezension zu " Trotzdem" von Ferdinand von Schirach und Alexander Kluge





Inhalt

Das Corona-Virus hat uns an eine Zeitenwende gebracht. Beides ist jetzt möglich, das Strahlende und das Schreckliche.

Ist der aktuelle Shutdown unserer Gesellschaft auch ein Shutdown unserer Grundrechte? Ferdinand von Schirach und Alexander Kluge gehen der Frage nach, was die Corona-Pandemie für unsere Gesellschaftsordnung und unsere bürgerliche Freiheit bedeutet.
„Niemand hätte sich vor zwei Monaten vorstellen können, dass wir diesen Ausnahmezustand erleben. Es wird heute von manchen behauptet, das sei die Zeit der Exekutive. Aber das ist falsch. Wir leben in Demokratien, wir haben eine Gewaltenteilung. Noch immer muss das Parlament entscheiden, und daran darf sich auch nichts ändern. Noch scheint unsere Demokratie nicht gefährdet. Aber die Dinge können kippen. Autoritäre Strukturen können sich verfestigen, die Menschen gewöhnen sich daran. Erosionen sind langsame Abtragungen, keine plötzlichen Ereignisse.“

Autoren

Ferdinand von Schirach, geboren 1964 in München, Jurist, Dramatiker und Schriftsteller. Er lebt in Berlin. Seine letzten Bücher: »Strafe« und »Kaffee und Zigaretten«.

Alexander Kluge,
geboren 1932 in Halberstadt, Jurist, Filmemacher und Schriftsteller. Er lebt in München. Von Alexander Kluge ist zuletzt erschienen das Buch »Russland-Kontainer«.


Gebundene Ausgabe: 80 Seiten 
Verlag: Luchterhand Literaturverlag (11. Mai 2020) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3630876587 
ISBN-13: 978-3630876580

Meine Einschätzung 

Dieses Büchlein enthält mehrere Gespräche der beiden Autoren zu der heutigen Situation mit den Einschränkungen der Gesellschaft durch die Corona Krise. Anhand vieler historischer Beispiele von Katastrophen, sowohl Epidemien, Kriegen, gesellschaftlichen Umwälzungen oder Naturkatastrophen, zeigen sie unterhaltsam auf, wie die Menschen damals damit umgegangen sind. Auch die Frage, wie weit ein Politiker gehen darf, um in Notsituationen die Menschenrechte einzuschränken, um die Menschen vor noch größerer Not und Gefahr zu bewahren, wird hier behandelt.
Der Leser wird zum Nachdenken angeregt, inwieweit diese für alle schwer einzuschätzende und kaum zu ertragende Situation genommen werden kann, um positive Veränderungen in der Gesellschaft voranzubringen. In ihren Gesprächen zeigen die beiden Autoren wieder einmal Intellekt, Scharfblick und Weitblick.
Nach Schirachs Meinung ist es wichtig bei den Maßnahmen vier Voraussetzungen zu beachten: „Sie muss einen legitimen Zweck verfolgen, geeignet, erforderlich und angemessen sein."
 Auf keinen Fall darf es zu einer Untergrabung der herrschenden Demokratie in unserem Land kommen. Auch ist es wichtig, die weitgreifenden Veränderungen für die Gesllschaft zu untersuchen, die die Corona Pandemie mit sich bringt, auch in Bezug auf Umweltschutz.
 Die Autoren fpordern ua., dass die wirtschaftlichen Entwicklungen besser genutzt werden sollen für die Entwicklung eines besseren Lebens der Menschen in unserem Land.  Das was hier wie Utopie klingt, soll den Leser zum Nachdenken darüber anregen und welchen Beitrag jeder einzelne dazu leisten kann, um diese schwierige Situation überwinden zu können.
Dieses kleine 80 Seiten starke Buch sollte jeder lesen. Es öffnet die Augen und gibt Optimismus in unserer heutigen Zeit.
 

Samstag, 11. Juli 2020

Rezension zu "Secret Citys Deutschland. 60 charmante Städte abseits des Trubels." von Silke Martin,Thomas Bickelhaupt,Doris Mundus,Britta Mentzel




Inhalt

60 Städtetrips in einem Buch, zu Deutschlands geheimen Stadtschönheiten. Eine Bildband-Reise zu Hidden Places und ihren (bislang) unbekannten Must-sees. Kleinere Städte, die Großes zu bieten haben und dennoch nicht überlaufen sind. Von Flensburg hoch im Norden bis Mittenwald tief im Süden. Dieser Bildband bringt Sie in 60 Städtetrips zu deutschen City-Geheimtipps, Insiderwissen inklusive. Städtereise mal anders!
  
Gebundene Ausgabe: 192 Seiten 
Verlag: Bruckmann Verlag GmbH; Auflage: 1 (1. April 2020) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 373431576X 
ISBN-13: 978-3734315763

Meine Einschätzung 

In diesem wunderschönen Bildband werden 60 deutsche Städte abseits des sonstigen Touristentrubels vorgestellt.
Zu Beginn gibt es eine Deutschlandkarte mit Nummern, der Orte, die im Bildband beschrieben sind.
Illustriert ist es mit teils ganzseitigen Farbfotos, die neugierig auf die beschriebenen Städte machen.
Die meisten Kapitel beginnen mit der Geschichte der jeweiligen Stadt. Die Autoren haben subjektiv ihre Lieblingsstädte ausgewählt und der Leser erfährt hier viel Hintergrundwissen und wird neugierig, die Orte selbst zu besuchen und zu erkunden. Regionale Besonderheiten werden dem Leser vermittelt und man kommt beim Lesen zu der Erkenntnis, wie viele Orte es doch noch für einen selbst in Deutschland zu entdecken gibt. Zu jedem vorgestellten Ort gibt es Links, um im Internet noch mehr zu erfahren oder sogar schon eine Reise zu planen.
Nach einer Reise ist das Buch toll, um seine Erinnerungen daran wieder zu wecken und Freunden und Familie darüber zu erzählen.
Hier einige Beispiele von den Orten, die besonders beschrieben werden:
Monschau – im Einklang mit der Natur
Gemächlich plätschert die Rur durch den beschaulichen Ort. Mehrgeschossige Häuser aus Fachwerk und massivem Bruchstein drängen dicht ans Ufer heran und fügen sich zu dem einzigartigen Stadtbild. Doch die malerische Altstadt mit ihren steilen und verwinkelten Gassen ist mehr als nur ein verträumtes Refugium für Stadtflüchter. Monschau ist ein idealer Ausgangspunkt für Streifzüge durch eine urwüchsige Natur.
Nördlingen – von Mauern und Meteoriten Das Alleinstellungsmerkmal von Nördlingen, ganz im Westen von Bayern im Landkreis Donau-Ries gelegen, ist die im Jahr 1327 begonnene Stadtmauer, die den Ort komplett umschließt. Innerhalb der Mauern hat sich eine kleine mittelalterliche Welt erhalten.
Wismar – Perle an der Ostsee Gemeinsam mit Stralsund steht die Altstadt von Wismar seit 2002 auf der UNESCO-Welterbeliste. Drei wahrlich große Kirchen und mehr als 1700 Handelshäuser mit prächtigen Giebeln prägen das Bild der Hansestadt und künden von einstiger Bedeutung.
Mir hat dieser Bildband sehr gut gefallen und ich habe viele Anregungen bekommen, wohin meine nächsten Reisen gehen werden.
Ich kann dieses Buch nur weiterempfehlen.






Rezension zu " Das Reisebuch Deutschland" von Britta Mentzel (Autor), Axel Pinck (Autor) und Ernst Wrba (Fotograf)








Inhalt

Traumrouten durch alle Regionen, Themenessays zu Naturwundern und Landestypischem. Zahlreiche Ausflugstipps zu den Höhepunkten Deutschlands: Gebirge, Seen und Flüsse, Küste, Kulturdenkmäler und geschichtsträchtige Städte. Doch wohin genau sollten Sie reisen, was keinesfalls verpassen? Dieser Reiseband verspricht Ihnen die ideale Mischung aus Städtereisen, Weltkulturerbe und Natur. Für einen traumhaften Urlaub im eigenen Land, mit jeder Menge Inspirationen und Nutzwert plus 32 Seiten Straßenkarten.

Broschiert: 384 Seiten 
Verlag: Bruckmann Verlag GmbH; Auflage: 2 (2020) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3734313406 
ISBN-13: 978-3734313400

Meine Einschätzung 

Dieses tolle Reisebuch weckt beim Leser die Freude auf schöne Reisen in unserem Heimatland. Mit farblichen, teils ganzseitigen Fotos werden die Schönheiten der vorgestellten Gegenden bildlich dargestellt.
Die Kapitel sind von Nord nach Süd unterteilt:
– der Norden – von Sylt über Hamburg, Ostfriesland, hin nach Schwerin und bis Usedom
– der Nordosten – mit Berlin und Potsdam, dem Odertal, Leipzig und Dresden und vielem mehr
– die Mitte – startet mit dem Nationalpark Hainisch, dann über Weimar, die Wartburg. den Kellerwald nach Köln, Aachen und der Eifel, runter bis Mainz und Wiesbaden und Frankfurt
– der Süden – erstreckt sich von Heidelberg über Freiburg, München, den Nationalpark Bayerischer Wald, zum Bodensee, dem Chiemsee, usw.

Zu Beginn des Buches gibt es zwei Karten in denen die Highlights, Nationalparks und Traumstraßen farblich gekennzeichnet sind. An den jeweiligen Nummern kann man dazu die Beschreibung im Buch wiederfinden. In Kästchen auf den jeweiligen Seiten der Beschreibungen findet man ua. Top Erlebnisse, aber auch Top Five der jeweilig vorgestellten Region.
Es gibt auch detaillierte Beschreibungen von verschiedenen Nationalparks in Deutschland, mit Karten und genauen Ortsangaben der schönsten Ziele dort.
Ergänzt wird dieses Buch mit einer  mehrseitigen Autokarte von Deutschland. Auf 363 Seiten gibt viele Vorschläge für Rad- und Wandertouren.
Eine Besonderheit sind auch die Beschreibungen von Traumstraßen durch Deutschland. Sie führen durch imposante Landschaften, idyllische Ortschaften und an wunderschönen Seen vorbei. Gespickt mit Zwischenstopps, bei denen es sich lohnt eine Pause einzulegen. Eine Übersichtskarte zeigt den Verlauf der Strecke, eine Top Liste beinhaltet die absoluten Highlights der Route und eine Kurzübersicht gibt die Entfernungen zwischen den einzelnen Etappen an.
Sehr unterhaltsam sind die Beschreibungen von den Besonderheiten, die man am Reiseziel finden kann und sie machen neugierig darauf, alles selbst zu erkunden.
Zusammenfassend kann ich einschätzen, dass dieses Reisebuch ein sehr gute Grundlage ist, Ausflüge in die schönsten Gegenden Deutschlands zu planen, so dass einer aktiven Erholung nichts mehr im Wege steht.