Montag, 16. Juli 2018

Rezension zu "Wenn wir wieder leben" von Charlotte Roth





Inhalt


Eine tragische Familiengeschichte und die Geschichte einer großen Liebe, die ins Nazideutschland zurückführt
Der neue große historische Roman von der Bestseller-Autorin Charlotte Roth
Das vornehme Ostseebad Zoppot bei Danzig in den 1920er Jahren. Hier herrschen überschäumende Lebenslust und unbeschwerte Sommerfrische.
Die vier Freunde Lore, Gundi, Julius und Erik erfreuen die Kurgäste mit flotten Rhythmen und eingängigen Melodien und träumen vom Durchbruch als Musiker.
Bald ist ihnen tatsächlich Erfolg beschieden, auf dem Luxusschiff Wilhelm Gustloff befahren sie die Meere – und ignorieren, dass sich die Zeiten schon lange geändert haben. Gundi verliebt sich in den Sänger Tadek, aber dann überfällt Hitler Polen, und Tadek schließt sich dem Widerstand gegen die Nazi-Besatzer an: Das Ende einer großen Liebe?

Autorin

Charlotte Roth, Jahrgang 1965, ist Berlinerin, Literaturwissenschaftlerin und seit zehn Jahren freiberuflich als Autorin tätig. Mit ihrem Roman "Als wir unsterblich waren", der auf einem Stück ihrer eigenen Familiengeschichte basiert, erfüllte sie sich einen langgehegten Traum, und der Roman wurde zum Bestseller. Charlotte Roth hat Globetrotter-Blut und zieht mit Mann und Kindern durch Europa, hält an ihrem Koffer in Berlin aber unverbrüchlich fest.

Taschenbuch: 608 Seiten 
Verlag: Knaur TB (2. Juli 2018) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3426520303 
ISBN-13: 978-3426520307
zu kaufen :  https://amzn.to/2miSZvE

Meine Einschätzung

Charlotte Roth gehört zu meinen Lieblingsautoren schon seit vielen Jahren. Ihre Romane sind sehr emotional geschrieben, geschichtlich sehr gut recherchiert und versprechen immer sehr tiefgehende Leseerlebnisse, die einen nie mehr loslassen und oft die Sicht auf das Leben verändern.
In diesem neuen Roman, zu dem sie vorher auf Spurensuche in die Heimat ihrer Oma nach Sopot und Gdansk nach Polen fährt, erzählt sie eine Familiengeschichte über Liebe, Freundschaft, Flucht, Verrat. Mich hat diese Geschichte sehr interessiert, da auch meine Oma ihre Heimat im damaligen Ostpreußen hatte und sie im Januar 1945 mit meiner damals 12jährigen Mutti von dort fliehen musste. Auf Facebook konnte ich miterleben, wie die Autorin in die alte Heimat ihrer Oma gereist ist und welche Gedanken und Gefühle dabei entstanden.
Der Roman ist in zwei Erzählsträngen geteilt. Zum einen ist da Wanda, eine Studentin in Westberlin 1963, die mit ihren Schwestern und ihrer Mutter, sowie ihrer Tante zusammenlebt. Wanda möchte gern mehr über die Vergangenheit ihrer Familie wissen, doch da trifft sie bei ihrer Mutter und ihrer Tante nur auf Schweigen. Auf der anderen Seite wird die Geschichte um Gundi erzählt, beginnend im Sommer 1927 in der Freien Stadt Danzig und im Ostseebad Zoppot. Mit ihren Freunden macht sie zusammen Musik und ihr Traum ist, eines Tages ein Lied zu schreiben, mit dem sie berühmt werden. Sehr bildhaft werden das damalige Leben von der Autorin beschrieben und man ist beim Lesen hautnah dabei. Die Jugendlichen haben ein scheinbar glückliches Leben, wenn nicht die drohenden Wolken des Faschismus sich aufbauen würden. Doch das scheint die Jugendlichen erstmal nicht zu stören, da sie mit einem Hit " Morgen am Meer" durchstarten und durch die Nazis viele Engagements bekommen. Sie werden nun ein wichtiger Teil der "Kraft durch Freude" Organisation. und bekommen sogar auf der "Gustloff" - damals noch ein Urlauberschiff - ein Dauerengagement, wodurch es ihnen möglich ist, viele Länder zu bereisen. Das war schon immer ein Traum von Gundi. Überhaupt scheint sie in einer Traumblase zu stecken, die aber zerplatzt, als der Krieg ausbricht, die "Gustloff" zum Lazarettschiff wird und die polnische Bevölkerung von den Faschisten verfolgt und ermordet wird.
Wanda begibt sich im anderen Erzählstrang auf die Suche nach Spuren des Lebens ihrer Mutter in das heutige Polen. Dabei muss sie schreckliche Dinge erfahren, was die Faschisten mit der polnischen Bevölkerung während des Krieges in Westpreußen getan haben. Der Ausschwitzprozeß wird vorbereitet und ihr Freund Andras, dessen Familie während des zweiten Weltkrieges in den KZ's umgekommen ist,  hat es sich zur Aufgabe gemacht, Zeugen aufzuspüren und die Täter von damals vor Gericht zu bringen. Für Wanda sind die geschichtlichen Beweise über die Grausamkeiten der Deutschen ein Schock, denn sie wuchs wohlbehalten und behütet bei ihrer Mutter in Westberlin auf und das Thema, warum sie nach Westberlin gekommen sind, war tabu. Auf ihrer Reise in Polen erfährt sie ein Familiengeheimnis...
Die Geschichte ist sehr berührend geschrieben. Es gibt in der Handlung einige unvorhergesehene Wendungen. Die handelnden Personen sind sehr gut charakterisiert. Besonders den Opa von Gundi, liebevoll "Pop" genannt, habe ich von Anfang an in mein Herz geschlossen. Er ist ein sehr einfühlsamer lieber Mensch, der für seine Enkelin immer da war und erinnerte mich an meinen eigenen Opa.
Ich persönlich habe viel Neues über das Leben im damaligen Westpreußen erfahren. Leider war das damalige Leben auch in unserer Familie nie ein Gesprächsthema. Bis zu ihrem Tod hat meine Oma unter der Flucht und den Verlust ihrer Heimat gelitten...
Der Roman ist heute aktueller denn je. Die Flüchtlingsproblematik steht jeden Tag in großen Schlagzeilen zu Diskussion. Deshalb ist diese Geschichte auch Mahnung daran zu denken, wie Kriege Leben zerstören, wieviel Opfer auch heute noch jeden Tag in vielen Ländern zu beklagen sind. 
Ich wünsche diesem Buch viele begeisterte Leser und kann es nur jedem wärmstens empfehlen.




Montag, 9. Juli 2018

Rezension zu "Frauen und Rosen" von Dörthe Binkert





Inhalt

Keine Blume wurde öfter gerühmt und in Versen besungen als die Rose. Maler haben sie gemalt, Züchter sie weiterentwickelt, Parfümeure ihren Duft extrahiert. Doch wie gründlich man sie auch zerpflückt, wie viele Bedeutungen man ihr auch im Lauf der Jahrhunderte unterlegt hat – die Schönheit der Rose, der Zauber ihrer Wirkung bleibt ein Mysterium.
Nicht anders als die Liebe, die so gern mit ihr in Zusammenhang gebracht wird. Seit mythischen Anfängen wurde die Rose mit dem Weiblichen assoziiert. Sie ist Attribut der Liebesgöttinnen Aphrodite und Venus, sie diente den Dichtern zum Vergleich, wenn sie die Geliebte beschreiben wollten, sie wurde zum Sinnbild der Frau schlechthin. Frauen haben sich seit je mit Rosen geschmückt: Die erlesene Schönheit der 'Königin der Blumen' ließ auch sie schöner erstrahlen. Königinnen ließen sich mit ihnen darstellen, und die Schönen ohne Rang und Namen steckten sie ins Haar oder trugen sie im Ausschnitt des Kleides. Rosenmuster und Rosendekorationen gibt es ohne Ende, die Rosen sprechen für Liebende eine zärtliche Sprache.
Die Gemälde und Bilder dieses Buches ergeben einen opulenten Strauß, in den Geschichten und Mythen, Wissenswertes und Poetisches zum
Thema Rose mit eingebunden sind.


Autorin

Dr. Dörthe Binkert wuchs in Frankfurt am Main auf und studierte Germanistik, Kunstgeschichte und Politik. Nach ihrer Promotion hat sie dreißig Jahre lang für große deutsche Publikumsverlage gearbeitet. Seit 2007 ist sie freie Autorin. Sie lebt in Zürich und schreibt Romane (zuletzt Weit übers Meer, Bildnis eines Mädchens und Brombeersommer) und Sachbücher. Im Thiele Verlag ist ihr Buch All die schönen Wörter und Frauen in Gold erschienen.

Gebundene Ausgabe: 160 Seiten 
Verlag: Thiele & Brandstätter Verlag (Erstauflage 24. Februar 2012) 2.Auflage 2017

Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3851791843 
ISBN-13: 978-3851791846
zu kaufen: https://amzn.to/2zkQF0P




Meine Einschätzung

Die Rose gehört zu meinen Lieblingsblumen, nicht gerade die, die langstielig in den Blumenläden angeboten werden und ihren Duft verloren haben...Ich liebe die Rosen, die in allen Farben und Sorten in der Natur blühen, ihren Duft verströmen und ihre Umgebung verzaubern. Deshalb habe ich mich sehr auf diesen Bildband gefreut. Schon im Vorwort von Elke Heidenreich, eine Autorin, deren Texte ich sehr liebe, wird viel über die Bedeutung der Rose geschrieben. Beim Lesen erfährt man zB: etwas über die besondere Bedeutung der roten Rose und wie es dazu kam. Elke Heidenreich erzählt auch viel Interessantes über die Geschichte der Rose, die nicht nur als Symbol für die Liebe gilt, sondern auch als Heilmittel und Verschönerung von Speisen eingesetzt wird. Die ersten Rosen soll es bereits vor 200 Millionen Jahren auf der Erde gegeben haben und es gibt von ihnen dreißigtausend Sorten.
In den Kapiteln des Buches wird der Leser und Betrachter in einen Rosengarten entführt. Durch die wunderschönen Gemäldeabbildungen fühlt man sich verzaubert, man glaubt den Duft der Rosen zu spüren und wird zum Träumen eingeladen - weg vom Alltag.
Es wird in den einzelnen Kapiteln auf die besondere Beziehung der Frauen zu den Rosen eingegangen. Wie sie ihr Leben bereichern, verschönern und verzaubern.....
Im ersten Kapitel "Rosen für Aphrodite" erfährt der Leser mehr über die Göttin der Liebe und ihr Symbol der Rose. Anhand von Gemälden wird dieses Thema vertieft. Das zweite Kapitel zeigt die Bedeutung des Rosengartens, als den Ort der Erholung für uns Frauen auf. Das ist auch der Ort, wo ich mit meiner Kamera die Rosen in ihrer Schönheit aufnehme, um sie im Herbst und Winter betrachten zu können und somit die Vorfreude auf ein neues Gartenjahr mit blühenden Rosen habe.
Weitere Kapitel zeigen die Rolle der Rose als Schmuck und duftende Parfümbeigabe für die Frau.
Auch auf die symbolische Sprache der Blumen wird eingegangen. Aber auch die Bedeutung der Rose für Melancholie und Vergänglichkeit wird mit Hilfe von Meisterwerken der bildnerischen Kunst aufgezeigt.
Mich hat dieser Bildband verzaubert und er ist für mich ein neuer Schatz in meiner Büchersammlung.


 

Sonntag, 8. Juli 2018

Rezension zu "Atlas der Ausserirdischen Begegnungen" von Bruno Fuligni





Inhalt

Lernen Sie 35 Orte kennen, verteilt über alle Kontinente der Erde, an denen „außerirdische“ Phänomene wahrgenommen und dokumentiert wurden, für die es bis heute keine schlüssige Erklärung gibt. Dieser Bildband nimmt Sie mit auf eine Reise voller Geheimnisse: von seltsamen Lichtphänomenen über die rätselhaften Nazca-Linien in Peru bis hin zu Begegnungen mit UFOs. Lassen Sie sich faszinieren von diesen übernatürlichen Spuren.

Autor 


Bruno Fuligni ist Schriftsteller, Historiker und Spezialist der geheimen Archive. Seit vielen Jahren beschäftigt er sich mit vielen verwirrenden Dokumenten über über- und außernatürliche Phänomene. Er hat bereits zwei Dutzend Bücher über die politische Geschichte Frankreichs verfasst. Seit 2014 arbeitet er bei der französischen Nationalversammlung.



Gebundene Ausgabe: 128 Seiten 
Verlag: Frederking & Thaler Verlag GmbH; Auflage: 1 (28. Juni 2018) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3954162644 
ISBN-13: 978-3954162642
zu kaufen: https://amzn.to/2zkmWor


Meine Einschätzung

Immer wieder hört man von angeblich außerirdischen Phänomenen auf der Erde. Deshalb war ich sehr neugierig auf dieses Buch, das eine Sammlung von außerirdischen Erscheinungen an 35 Orten auf der Erde ist. Illustriert wurde es von Francois Moreno.
Bereits im 3.Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung stellte der griechische Philosoph Epikur klar, dass es eine Unendlichkeit des Universums gibt und betonte, dass es noch unzählige Welten gäbe, sowohl solche wie unsere Erde, aber auch andere. Diese These wurde im Christentum als Ketzerei angesehen. 1686 schrieb Bernad le Bovier de Fontenelle in seinen DIALOGEN ÜBER DIE MEHRHEIT DER WELTEN , dass es möglich sein kann, dass wir eines Tages auf der Erde Besuch von Wesen aus einer anderen Welt bekommen, von deren Existenz wir nichts wissen. In der damaligen Zeit waren solche Gedanken sehr mutig, wurde man doch dafür gleich als Ketzer verschrien.
1947 wurden die ersten "fliegenden Untertassen" beobachtet . Seitdem haben Militär, Wissenschaftler mit Hilfe von Nachrichtendiensten und internationalen Organisationen genügend Daten gesammelt, um das Phänomen kartografisch erfassen zu können.
Dieses Buch zeigt nun jene irdischen Orte auf, an denen Kontakte, Entführungen oder Begegnungen mit Außerirdischen stattgefunden haben sollen. Damit liegt ein Atlas vor, in dem all jene Orte festgehalten worden, an denen Seltsames geschehen ist, der für Hobby-Ufologen als Reiseführer dienen kann, aber den die Skeptiker vielleicht auch nur als Utopie ansehen werden.
Für mich war es interessant zu erfahren, an welchen Orten diese außergewöhnlichen Ereignisse stattgefunden haben sollen. Beim Lesen in diesem sehr unterhaltsamen Buch, erkennt man sehr schnell, dass diese Begegnungen mit Außerdischen weltweit stattgefunden haben sollen.
So gibt es Abschnitte für die verschiedenen Orte in Europa, Afrika, Asien, Amerika,  Ozeanien.
Ein Abschnitt behandelt "Andere Orte"; worin ich zum ersten Mal etwas von der Außerirdischen Kolonie Etheria gelesen habe. Auch das Bermudadreieck galt lange Zeit als unterseeischer Stützpunkt Außerirdischer.
Ein UFO-Glossar erkärt Begriffe, die mit außerirdischen Erscheinungen zu tun haben.
Sehr interessant fand ich die Erscheinung, die 1768 Goethe als junger Student, bei einer Kutschfahrt Richtung Leipzig hatte. Er erblickte auf einer Rast ein Lichtphänomen, das er später so beschrieb: "Es blinkten nämlich in einem trichterförmigen Raume unzählige Lichtchen." Da er nicht nur Dichter und Schriftsteller war, sondern auch ein Universalgelehrter, hätte er gern dieses Phänomen näher untersucht...
In den Beschreibungen der unterschiedlichsten außerirdischen Begegnungen, die vom Autor sehr gut recherchiert sind, erfährt man genau wann, wo und wie es dazu kam.
Es ist ein Buch für alle Interessierten an Begegnungen mit Außerirdischen. Auch wenn es sich noch nicht wissenschaftlich beweisen lässt, dass wir schon von Außerirdischen in ihren Ufos besucht worden sind, regt es doch an, sich mehr mit diesem Phänomen und Rätsel zu befassen und offen zu sein für die Forschung nach dem Leben außerhalb unseres Universums. Denn ganz sicher sind wir nicht alleine im riesigen Kosmos.
Sehr unterhaltsam - erschienen in der Reihe sind ua.: Atlas der verlorenen Städte
                                                                                      Atlas der unheimlichen Orte
                                                                                      Atlas der sagenhaften Orte
                                                                                      Atlas der verlorenen Paradiese

Rezension zu " Das Buch der Märchen" ausgewählt und illustriert von Friedrich Hechelmann



Inhalt

Die Virtuosität im Umgang mit Farben und Visionen, die den Künstler Friedrich Hechelmann bekannt gemacht hat, erreichte in verschiedenen Märchenillustrationen ihren Höhepunkt: Der ganze vielschichtige Reichtum der Märchen der Brüder Grimm, von Hans Christian Andersen bis Wilhelm Hauff, wurde von ihm mit Bildern illustriert, die einfühlsam und subtil das Besondere dieser unvergänglichen Geschichten illuminieren. Sie öffnen die Grenzen zu unbewussten Sehnsüchten und Vorstellungen und führen in die tiefe, symbolgeladene Wahrheit der Märchenwelt. Die Märchenillustrationen gehören zu den bekanntesten und beliebtesten Werken Friedrich Hechelmanns. Lange Jahre vergriffen, aber immer wieder nachgefragt, werden sie nun als großes Buch der Märchen, als bibliophile Kostbarkeit in einer Sonderausgabe neu ediert.


Autor

Friedrich Hechelmann wurde 1948 in Isny im Allgäu geboren. Er studierte an der Akademie der bildenden Künste in Wien und zählt seither zu den bedeutendsten Malern des Realismus. Daneben ist Friedrich Hechelmann international als Buchillustrator erfolgreich. Populär wurde er auch als Illustrator zahlreicher Bücher, wie "Momo" oder "Nils Holgersson".
In der Kunsthalle Schloss Isny im Allgäu hat Hechelmann den idealen Raum für die Präsentation seiner fantastischen Werke geschaffen.
"Manolito" ist der erste Roman des Künstlers.  


Gebundene Ausgabe: 304 Seiten 
Verlag: Sanssouci (17. September 2016) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3990560093 
ISBN-13: 978-3990560099
zu kaufen:  https://amzn.to/2m6Y0aV


Meine Einschätzung

Jeder kennt und liebt Märchen schon seit Kindheitstagen. Aber auch als Erwachsener liest man gern Märchen, um zu träumen, für einige Augenblicke dem Alltag zu entkommen oder sich an schöne Kindheitstage zu erinnern. Mit diesem Sammelband hat man eine Besonderheit in den Händen - einen wahren Märchenschatz. Er beinhaltet nicht nur bekannte Märchen aus der Kindheit - wie zB. "Der Froschkönig", "Hänsel und Gretel", "Rapunzel", "Schneewittchen" ua. von den Brüdern Grimm, "Kalif Storch" ua. von Wilhelm Hauff, sondern auch Kunst- und Volksmärchen von Ludwig Bechstein, wie zB. "Aschenpüster mit der Wünschelrüte" , " Das Märchen von den sieben Schwaben" ua. und ein Märchen von Eduard Mörike " Die Historie von der schönen Lau", was auch zu den Kunstmärchen zählt.
Die Besonderheit dieses Märchenbandes sind auch die geheimnisvollen Illustrationen von Friedrich Hechelmann, die den Zauber und das Geheimnisvolle der Märchen zum Ausdruck bringen. Beim Betrachten wird man in die Magie der Märchenwelt hineingezogen. Die Bilder geben Werke aus vierzig Jahren der Schaffensperiode des Künstlers wieder.
Die Märchen sind so bearbeitet worden, dass eine Balance zwischen dem alten Erzählstil der Märchen und einer Anpassung an unsere moderne Ausdrucksweise entstanden ist.
Heute unverständliche Ausdrücke wurden durch verständliche ersetzt, Schachtelsätze in mehrere unterteilt.
Dieses liebevoll gestaltete Märchenbuch ist gedacht für große und kleine Märchenliebhaber und bekommt bei mir einen besonderen Platz in meinem Bücherschrank und in meinem Herzen.


Rezension zu "Missing" von Claire Douglas


Inhalt

 Ein Ort voller Erinnerungen. Ein Ort voller Lügen.

Francesca und Sophie wachsen in einer verschlafenen Kleinstadt am Meer auf. Die beiden sind unzertrennlich, verbringen gemeinsame Abende mit ihrer Clique auf dem alten Pier, trinken Dosenbier und tanzen zu Madonna. Und sie erzählen einander alles. Doch dann verschwindet Sophie eines Nachts spurlos. Zurück bleiben nur ihr Turnschuh am Pier und die Frage nach dem Warum. Achtzehn Jahre später wird dort eine Leiche angespült, und Francesca weiß, dass sie nach Hause zurückkehren und endlich Antworten finden muss. Darauf, was in dieser Nacht wirklich geschah. Denn niemand verschwindet einfach so. Ohne eine Spur. Und vor allem nicht ohne Grund ...

Autorin

Claire Douglas arbeitete 15 Jahre lang als Journalistin, bevor sich ihr Kindheitstraum, Schriftstellerin zu werden, erfüllte. Ihr Thriller »Missing« wurde in England zum Bestseller. Claire Douglas lebt mit ihrem Ehemann und ihren beiden Kindern in Bath, England.

Broschiert: 448 Seiten 
Verlag: Penguin Verlag (11. Juni 2018) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3328101691 
ISBN-13: 978-3328101697
zu kaufen:  https://amzn.to/2lYCqoK

Mein Eindruck

Dieser Thriller hat mich von Anfang an in seinen Bann gezogen. Die Schreibweise ist so bildhaft, dass man sich mitten im Geschehen fühlt. Die Geschichte des Buches wird aus zwei Perspektiven erzählt. Zum einen die von Frankie heute und die von Sophie, im Tagebuchstil, von vor 18 Jahren. So erfährt der Leser hautnah die Geschehnisse aus der Sicht der beiden Freundinnen, in Vergangenheit und Gegenwart. Dadurch werden beim Lesen einem Sophie und Frankie, die beiden Freundinnen seit Kindheitstagen, vertraut in ihren Gefühlen und Erlebnissen. Frankie, die nun nach 18 Jahren von dem Bruder von Sophie, Daniel, gebeten wird, wieder in ihre Heimatstadt zu kommen, um gemeinsam herauszufinden, was mit Sophie passiert ist, hat ein ungutes Gefühl wieder in ihrer Heimat zu sein. Denn es gibt noch ein schreckliches Geheimnis, was beide Freundinnen verband und mit dem Tod eines nahen Freundes zu tun hat...Die ganze unheimliche Atmosphäre wird noch untermauert, durch die Beschreibung des kleinen Küstenortes, durch Regen, Nebel, schäumenden Meer...Sophie fühlt sich beobachtet, im Haus, in dem sie untergebracht ist, scheinen sich unheimliche Dinge abzuspielen...Sie findet an sie adressierte Briefe mit drohendem Inhalt...Nachts hört sie Babygeschrei, obwohl, außer einer alten Frau niemand im Haus zu wohnen scheint. Ehemalige Schulfreunde stehen ihr aggressiv gegenüber...Und dann ist da noch ihre Sorge um ihren ihr gegenüber so liebevollen Vater, der einen schweren Schlaganfall erlitten hat....Jedes Kapitel führt den Leser ein Stück weiter zur Auflösung des Geheimnisses vom plötzlichen Verschwinden von Sophie und birgt doch unerwartete Wendungen in sich...
Dieses Buch mit einer fesselnden Geschichte über zwei beste Freundinnen, über Liebe, Verlust und Verrat hat mir sehr spannende Lesestunden geschenkt. Ich kann es nur weiterempfehlen.



Sonntag, 1. Juli 2018

Rezension zu " 166 Tage im All" von Alexander Gerst






Inhalt


Alexander Gerst ist im Rahmen der Mission Horizons wieder unterwegs ins All zu einem 6-monatigen Aufenthalt auf der internationalen Raumstation ISS. Astro Alex berichtet in diesem Bildband von den Vorbereitungen für seine eben gestartete zweite Mission. Gemeinsam mit dem GEO-Reporter Lars Abromeit zeigt er dazu seine besten Fotografien der Erde von oben und vom Alltag auf der ISS und lässt die schönsten und spannendsten Augenblicke der »Blue Dot«-Mission aufleben. Mit seinen Bildern und Nachrichten von der ISS hat er bereits Hunderttausende Leser und Fans begeistert.

Autor

Alexander Gerst, Jahrgang 1976, war nach ausgiebigen Reisen und dem Studium der Geophysik 2006 Sommerstipendiat des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). 2009 wurde er als einziger Deutsche von der ESA für eine Astronautenausbildung ausgewählt. 2014 nahm er als Bordingenieur der Sojus an den ISS-Expeditionen 40 und 41 teil.
Lars Abromeit, geboren 1974 in Berlin, schreibt als vielfach prämierter GEO-Reporter und Autor über die Abenteuer der Forschung: Er begleitet Expeditionen auf den Ozeanen, in Höhlensystemen, Regenwäldern und Eiswüsten. Bei einer Recherchereise in der Antarktis hat er Gerst im Jahr 2005 kennengelernt – und dessen Abenteuer als Wissenschaftler und Astronaut seither eng verfolgt.

Gebundene Ausgabe: 208 Seiten 
Verlag: Frederking & Thaler Verlag GmbH; Auflage: Neue, aktualisierte Auflage 2018 (15. Januar 2018) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3954161982 
ISBN-13: 978-3954161980
https://amzn.to/2KwebvZ


Meine Einschätzung 

Ich habe mich schon sehr auf dieses Buch gefreut und bin völlig begeistert. In einem Vorwort geht Sigmund Jähn, der erste Deutsche im All, dem ich einmal persönlich begegnet bin, auf die Raumfahrt früher, heute und in Zukunft ein.
Man erfährt etwas über den Werdegang von Alexander Gerst vom Forscher zum Raumfahrer verbunden mit Fotos von seiner Expedition an die Antarktis. Es folgen Kapitel mit vielen Fotos von der Vorbereitung seiner 1. Weltraummission, erfahren dabei von Traditionen in den letzten Stunden vor dem Start und Tricks der Astronauten, wie man den Körper schneller an die Schwerelosigkeit gewöhnen kann. Anhand von Skizzen wird dem Leser genau der Start erklärt. Als Tagebuch folgen nun die Tage im All und die Erlebnisse bei der Weltraummission. Das Buch beinhaltet bisher unveröffentlichte Fotos aus 400 Kilometern Höhe, die unseren Planeten zeigen und sehr beeindruckend sind. In den Tagebuchaufzeichnungen erfährt man viel über das Denken, Fühlen und Leben an Bord der ISS.
Der Leser erfährt auch viel Interessantes über die ISS, so zB. das das Solarsegel 109 m lang ist - etwa so groß wie ein Fußballfeld. Interessant ist auch etwas über die Rituale an Bord zu erfahren oder das jeder Astronaut 1,5 kg Handgepäck mitnehmen kann. Was Alexander Gerst dabei hatte, steht in diesem Buch. Beeindruckend sind ua. die Aufnahmen vom Lichtermeer in Europa. Am hellsten strahlen dabei Lissabon und Madrid, kann man beim Lesen erfahren. Spannend ist auch die Beschreibung des Außeneinsatzes der Astronauten an der Station. Viele Experimente werden an Bord durchgeführt und der Leser erfährt etwas über deren Nutzen für die Menschheit.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass dieses Buch einen umfassenden Einblick in die Arbeit der ISS bietet. Die großflächigen Fotos sind einfach atemberaubend schön. Das Buch ist unterhaltend geschrieben und man erfährt, welchen wichtigen Beitrag die Astronauten für unsere Erde und die Menschheit leisten. Wenn ich jetzt manchmal nachts die ISS am Nachthimmel beobachte, schicke ich liebe Grüße nach oben. Guten Flug und kommt alle gesund wieder !

Samstag, 30. Juni 2018

Rezension zu "Orchis" von Verena Stauffer





Inhalt

Anselm ist Botaniker und leidenschaftlicher Orchideenforscher. Mitte des 19. Jahrhunderts begibt er sich auf eine Expedition nach Madagaskar. Dort findet er nicht nur die schönste Orchidee der Welt, sondern Erfüllung, die aber nur von kurzer Dauer ist. Auf dem Schiff zurück in die Heimat verrückt sich etwas in Anselm: Aus seiner Schulter wächst eine Orchidee. Zu Hause angekommen, bringen ihn seine Eltern in eine Nervenheilanstalt, wo er sich bald wieder erholt. Seiner wissenschaftlichen Laufbahn scheint nichts mehr im Wege zu stehen. Doch die Zeit arbeitet gegen ihn: Die politischen Umbrüche verändern sein Umfeld. Die wissenschaftlichen Neuerungen durch Darwin stellen seine Theorien auf den Kopf. Und die überstürzte Reise nach China bringt Ungeahntes zutage.

Verena Stauffer beweist in ihrem Debütroman ein besonderes Gespür für die Wahrnehmungen und Empfindungen ihrer Figuren. Sie lässt uns teilhaben an einer höchst sinnlichen Reise in den fernen Osten und führt uns noch weiter – in die Abgründe und das Innerste der menschlichen Psyche.

"Eines Tages, so erzählte er später, begannen die Orchideen sich zu bewegen, irgendwann legten sie ihre Blätter auf seinen Kopf, hielten ihn und legten ihre Blütenhäupter daneben."


Autorin

1978 in Oberösterreich geboren. Lebt in Wien. Studium der Philosophie an der Universität Wien. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u.a. den Manuskripte-Förderungspreis, den Rotahorn Literaturpreis sowie das Projektstipendium des Bundeskanzleramts Österreich. Veröffentlichungen von Lyrik und Prosa in zahlreichen Zeitschriften und Anthologien (Manuskripte, Die Presse am Sonntag, Lichtungen u.a.). 2014 ist ihr Lyrikdebüt „Zitronen der Macht“ bei Hochroth erschienen. „Orchis“ ist ihr erster Roman.
  
Gebundene Ausgabe: 256 Seiten 
Verlag: Kremayr & Scheriau; Auflage: 1 (12. März 2018) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3218011043 
ISBN-13: 978-3218011044
https://amzn.to/2KuQTXl


Meine Einschätzung 

Dieses Buch ist so sprachgewaltig geschrieben, voller Poesie, dass es mich von Anfang an in seinen Bann gezogen hat. Die Hauptgestalt, der junge Botaniker und Forscher Anselm, ist fasziniert von den Orchideenpflanzen, deren Entdeckung und Erforschung sein Leben beherrscht. Er, der durch seinen Vater schon frühzeitig mit in die botanische Erforschung einbezogen wurde, begibt sich auf eine Reise nach Madagaskar, um hier den Stern der Orchideen zu finden und mit nach Europa zu nehmen. Diese Reise fordert seine physischen und psychischen Kräfte. Beim Lesen entdeckt man mit ihm die Schönheiten des Regenwaldes des Landes. Die Beschreibung durch die Autorin ist so bildhaft, dass man meint die subtropische Atmosphäre selbst zu spüren, den Duft der Blüten zu riechen, die Farbenvielfalt zu sehen. Anselm erlebt die Gastfreundlichkeit der Einheimischen und begegnet einem englischen Botaniker, den auch das Finden des 'Sterns von Madagaskar' sehr interessiert.
Alle Probleme werden mit enormer Kraft versucht zu bewältigen, denn das Ziel, diese seltene Pflanze zu finden, lässt alle Schwierigkeiten ganz klein werden. Es ist überwältigend zu lesen, wie diese beiden Forscher in der damaligen Zeit mit viel Herzblut versuchen, diese Aufgabe zu meistern.
Abenteuerlich wird die Rückfahrt in die Heimat, denn das Schiff gerät in einen Sturm. Dabei verlieren sie wertvolle Pflanzen. Durch diesen Schock wird Anselm psychisch schwer krank. Seine Eltern finden für ihn eine Psychiatrie, in dem der Chefarzt sich sehr um Anselm bemüht. Man erfährt als Leser einiges über die Situation von psychisch Erkrankten in der damaligen Zeit.
Anselm beginnt nach seiner Heilung, durch die Fürsprache seines Vaters, als Lehrer in einer Universität , die Studenten für seine Forschungen in der Botanik, zu interessieren und sie in diesem wissenschaftlichen Gebiet zu unterrichten. Doch die Zeit ist die Zeit des politischen Umbruchs und die Studenten wollen mehr über die politischen Zusammenhänge erfahren. Anselm interessiert sich aber nicht dafür. Er brennt weiter für seine Forschungen und als er von einer noch unbekannten Orchidee in China erfährt, lässt er alles stehen und liegen und versucht dorthin zu gelangen... Durch diese Reise will er Darwins verschiedenen Erkenntnissen über die Fortpflanzung von Orchideen etwas entgegensetzen, denn anhand der neuen Pflanze, hofft er, dessen Lehren widersprechen zu können. Wie es ihm auf dieser Reise ergeht und was es mit seinem Leben macht, erfährt man auch in diesem Buch.
Mich hat dieses Buch sehr gefesselt und verzaubert und hoffe, dass es viele begeisterte Leser findet.