Inhalt
"Ich war ein Kind, das nie gewollt war", sagt Tanja Brandt. Sehr
schmerzhaft sind ihre Erinnerungen, sobald sie über ihr Elternhaus
spricht. In ihrem Buch schreibt sie über ihren harten Lebensweg und die
Liebe zu den Tieren, die sie daran erinnert, dass Träume wahr werden
können. Auch lernt sie von ihren Tieren, was es braucht, um glücklich zu
sein: Von Ingo, dem Schäferhund, alles über Geborgenheit. Von Bärbel
Mitgefühl und Verlässlichkeit, und auch Gandalf zeigt ihr, wie wunderbar
Fürsorge ist.
Autorin
Tanja Brandts Fotos gehen um die Welt und erobern mittlerweile auf jedem
Kontinent zahlreiche Herzen im Sturm. "Ich bin ein Waldschrat und fühle
mich nur wohl, wenn ich im Dreck liege und Tiere um mich herumhabe. Mit
Hunden und Greifvögeln in der Natur geht es mir am besten." Sie lebt
mit ihren Tieren in einer Falknerei, Nähe Remscheid.
Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
Verlag: Lübbe; Auflage: 2. Aufl. 2019 (30. September 2019)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3785726643
ISBN-13: 978-3785726648
Meine Einschätzung
Ich kenne die Autorin von Facebook und war deshalb sehr gespannt auf ihr neues Buch. Unterhaltsam erzählt sie in ihrem neuen Buch über ihre Liebe zu den Tieren und wie sie mit ihnen zusammenlebt. Das Buch besteht aus zwei Teilen : Teil 1 : Keine Wurzeln, keine Flügel
und Teil 2: Meine Tiere, mein Leben.
Im ersten Teil erfährt der Leser viel Autobiographisches über die Autorin, etwas aus ihrer nicht so leichten Kindheit und wie sich in ihr die Liebe zu den Tieren entwickelt hat.
Im zweiten Teil, der mir persönlich viel besser gefallen hat, geht es um ihre Tiere und das Zusammenleben mit ihnen. Sie erzählt darin, wie die Tiere ihr halfen und helfen über schwierige Lebensmomente hinweg zu kommen. Interessant fand ich auch die Beschreibung der unterschiedlichen Charaktere der Tiere und ihre Eigenheiten. Ihre Tiere sind ua. ein Schäferhund, ein Steinkauz, eine Schneeeule, ein Wüstenbussard, eine Weißgesichtseule, ein Sibirischer Uhu, ein Raufußkauz, ein Habichtskauz. Sie bringt dem Leser die Lebensweise dieser Tiere näher.
In ihrer Schreibweise kommt die Liebe und tiefe Verbundenheit zu ihren Tieren zum Ausdruck. In den Episoden zu Erlebnissen mit ihren Tieren ist man beim Lesen direkt dabei. Die Autorin zeigt auf, dass es sich immer lohnt, seinen Traum im Leben zu verwirklichen. Sie hat von den Tieren gelernt, was man zum Leben braucht, um glücklich zu sein. Die Verbundenheit zur Natur hilft ihr mit schweren Krankheiten fertig zu werden.
Doch Tanja Brandt kümmert sich auch um verletzte Tiere und päppelt sie wieder auf. In ihrem Buch beschreibt sie die Gefahren, die durch Bauten durch den Menschen für die Tiere entstehen und ruft alle auf, mitzuhelfen, die verschiedenen Tierarten besser zu schützen.
Illustriert sind die Geschichten mit wunderschönen Farbfotos ihrer tierischen Weggefährten, denn die Autorin ist auch eine begeisterte Fotografin.
Ich kann das Buch nur weiterempfehlen.
Montag, 7. Oktober 2019
Mittwoch, 2. Oktober 2019
Rezension zu "Das goldene Palais" von Natasha Solomons
Inhalt
Ein opulenter Roman über eine jüdische Bankiersfamilie, die nicht zufällig an die Rothschilds denken lässt. Eine packende Saga über Macht, Liebe und Familienbande
Wien, 1910. Die alte, über ganz Europa verteilte Familie Goldbaum hat ihren enormen Reichtum Bankgeschäften zu verdanken. Greta, das jüngste Kind, ist ein eigenwilliges Wesen. Ihr droht eine Ehe mit Albert, dem Spross des englischen Zweigs der Familie, von dem es heißt, er sei spröde und sauertöpfisch, noch dazu ein leidenschaftlicher Schmetterlingsjäger. Doch Greta beschließt, die Sache auf sich zukommen zu lassen – und tut gut daran.
Während das private Glück unverhofft über Greta hereinbricht, zeigen sich immer bedrohlicher die Vorboten eines großen kriegerischen Konflikts. Ein Konflikt, in den die Goldbaums als Teil der politischen Aristokratie und Finanziers von Waffengeschäften tief verstrickt sind …
Autorin
Natasha Solomons wurde 1980 geboren. Sie lebt mit ihrer Familie in Dorset, wo sie gemeinsam mit ihrem Mann als Drehbuchautorin arbeitet. Ihre Bücher wurden in siebzehn Länder verkauft.
Gebundene Ausgabe: 608 Seiten
Verlag: Kindler Verlag; Auflage: 1. (23. Juli 2019)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3463407019
ISBN-13: 978-3463407012
Meine Einschätzung
Ich liebe historische Romane und dabei besonders die über Familien. Das Buch hat mich gleich in seinen Bann gezogen. Er spielt in der Zeit von 1911 bis 1917.
Auf über 600 Seiten steht die Lebensgeschichte von Greta Goldbaum aus dem Wiener Haus im Mittelpunkt, die nach England geschickt wird, um dort mit Vetter Albert die Ehe einzugehen und damit die Macht der Goldbaums weiter zu stärken. Greta, die wohlbehütet aufwuchs und eine enge Bindung zu ihrem Bruder hat, fällt es sehr schwer Albert als ihren Ehemann anzunehmen und sich in England einzugewöhnen. Die Familie ist sehr konservativ - die Frau hat sich dem Mann unterzuordnen und zu gehorchen, ihre Aufgabe besteht vor allem darin, Kinder zu gebären... Um der Langeweile zu entkommen, findet Gerda eine Aufgabe in der Gartenarbeit. Außerdem richtet sie für mittellose Frauen ein Gebärhaus ein und gibt ihnen die Möglichkeit, nach der Entbindung mit der Gartenarbeit etwas hinzuzuverdienen. Als sie endlich glaubt die Liebe zu ihrem Ehemann gefunden zu haben, bricht der Erste Weltkrieg aus. Die Männer müssen an die Front....
Der Roman liest sich sehr unterhaltend und enthält viele Informationen über das damalige Leben, sowohl der Reichen, als auch der armen Bevölkerung. Er zeigt auf, wie die Mächtigen mit Hilfe der Bankhäuser die Politik beeinflussten und zeigt die ganze Grausamkeit eines Krieges.
Die handelnden Personen werden sehr gut charakterisiert. Man bangt und hofft mit Greta mit...Sehr interessant fand ich die in einem gesonderten Erzählstrang hervogehobene Geschichte vom Waisenjungen, der in den Kanälen unter dem Palais in Wien lebt und von den Resten dessen Küche lebt. Eines Tages verbinden sich die Lebenswege zwischen der reichen Familie und ihm...
Überhaupt lebt die Geschichte von vielen unerwarteten Wendungen und man kann das Buch kaum aus der Hand legen. Mir hat es viele unterhaltsame Lesestunden geschenkt.
Rezension zu "Marzahn mon Amour" von Katja Oskamp
Inhalt
"Katja Oskamp braucht nicht viele Worte, um ein ganzes Leben zu erzählen. Normale Leute, ein kaum beachteter Ort - spektakuläre Geschichten." Bov Bjerg
Katja Oskamp ist Mitte vierzig, als ihr das Leben fad wird. Das Kind ist aus dem Haus, der Mann ist krank, die Schriftstellerei, der sie sich bis dahin gewidmet hat: ein Feld der Enttäuschungen. Also macht sie etwas, was für andere dem Scheitern gleichkäme: Sie wird Fußpflegerin in Berlin-Marzahn, einst das größte Plattenbaugebiet der DDR. Und schreibt auf, was sie dabei hört – Geschichten wie die von Herrn Paulke, vor vierzig Jahren einer der ersten Bewohner des Viertels, Frau Guse, die sich im Rückwärtsgang von der Welt entfernt, oder Herrn Pietsch, dem Ex-Funktionär mit der karierten Schiebermütze. Geschichten voller Menschlichkeit und Witz, Wunderwerke über den Menschen an sich – von seinen Füßen her betrachtet.
Autorin
Katja Oskamp, geboren 1970 in Leipzig, ist in Berlin aufgewachsen. Nach dem Studium der Theaterwissenschaft arbeitete sie als Dramaturgin am Volkstheater Rostock und studierte am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Bisher wurden von ihr der Erzählungsband Halbschwimmer und die Romane Die Staubfängerin und Hellersdorfer Perle veröffentlicht.
Gebundene Ausgabe: 144 Seiten
Verlag: Hanser Berlin; Auflage: 2 (22. Juli 2019)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3446264140
ISBN-13: 978-3446264144
Meine Einschätzung
Aufmerksam auf das Buch wurde ich durch mehrere Fernsehauftritte der Autorin, in denen sie über ihr Leben sprach und darüber, wie die Idee zu diesem Buch entstanden ist.
Marzahn ist bekannt als eine große Plattenbausiedlung in Berlin. Wie leben die Menschen heute dort? Viele von ihnen bekamen ihre Wohnung schon zu DDR Zeiten. Was hat die Wende diesen Menschen gebracht? Welche Geschichten verbergen sich hinter ihnen?
In unterhaltsamer, teils humorvoller Art gibt die Autorin Einblicke in ihre tägliche Arbeit als Fußpflegerin. Bei der Behandlung der Füße öffnen viele Menschen ihr ihre Seelen und so ist sie nicht nur Fußpflegerin, sondern gleichzeitig, Lebensberaterin, Seelentrösterin, Freundin.
Vor allem für die einsamen alten Menschen ist der monatliche Termin bei ihr ein Highlight. So erfahren wir beim Lesen ganze Menschenschicksale oft voller Trauer, aber auch Mut und Optimismus.
Die Autorin bringt uns aber auch den Stadtteil Marzahn näher, wo freundliche Menschen wohnen, in dem es Nachbarschaftshilfe gibt und eine feste Verbundenheit, besonders unter den Alteingesessenen.
Man merkt durch die liebevolle Erzählweise, wie sehr Katja Oskamp ihren Beruf liebt und die Menschen in Marzahn.
Das Buch regt zum Nachdenken über das Zusammenleben der Menschen, nicht nur in Plattenbauten, an. Was weiß man selbst über seine Nachbarn? Wieviel ist man bereit auf andere Menschen zuzugehen und ihnen zu helfen, ihr Leben etwas feundlicher zu gestalten und sie aus ihrer Einsamkeit zu befreien.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen und es hat mir unterhaltsame Lesestunden bereitet. Ich wünsche ihm viele begeisterte Leser.
"Katja Oskamp braucht nicht viele Worte, um ein ganzes Leben zu erzählen. Normale Leute, ein kaum beachteter Ort - spektakuläre Geschichten." Bov Bjerg
Katja Oskamp ist Mitte vierzig, als ihr das Leben fad wird. Das Kind ist aus dem Haus, der Mann ist krank, die Schriftstellerei, der sie sich bis dahin gewidmet hat: ein Feld der Enttäuschungen. Also macht sie etwas, was für andere dem Scheitern gleichkäme: Sie wird Fußpflegerin in Berlin-Marzahn, einst das größte Plattenbaugebiet der DDR. Und schreibt auf, was sie dabei hört – Geschichten wie die von Herrn Paulke, vor vierzig Jahren einer der ersten Bewohner des Viertels, Frau Guse, die sich im Rückwärtsgang von der Welt entfernt, oder Herrn Pietsch, dem Ex-Funktionär mit der karierten Schiebermütze. Geschichten voller Menschlichkeit und Witz, Wunderwerke über den Menschen an sich – von seinen Füßen her betrachtet.
Autorin
Katja Oskamp, geboren 1970 in Leipzig, ist in Berlin aufgewachsen. Nach dem Studium der Theaterwissenschaft arbeitete sie als Dramaturgin am Volkstheater Rostock und studierte am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Bisher wurden von ihr der Erzählungsband Halbschwimmer und die Romane Die Staubfängerin und Hellersdorfer Perle veröffentlicht.
Gebundene Ausgabe: 144 Seiten
Verlag: Hanser Berlin; Auflage: 2 (22. Juli 2019)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3446264140
ISBN-13: 978-3446264144
Meine Einschätzung
Aufmerksam auf das Buch wurde ich durch mehrere Fernsehauftritte der Autorin, in denen sie über ihr Leben sprach und darüber, wie die Idee zu diesem Buch entstanden ist.
Marzahn ist bekannt als eine große Plattenbausiedlung in Berlin. Wie leben die Menschen heute dort? Viele von ihnen bekamen ihre Wohnung schon zu DDR Zeiten. Was hat die Wende diesen Menschen gebracht? Welche Geschichten verbergen sich hinter ihnen?
In unterhaltsamer, teils humorvoller Art gibt die Autorin Einblicke in ihre tägliche Arbeit als Fußpflegerin. Bei der Behandlung der Füße öffnen viele Menschen ihr ihre Seelen und so ist sie nicht nur Fußpflegerin, sondern gleichzeitig, Lebensberaterin, Seelentrösterin, Freundin.
Vor allem für die einsamen alten Menschen ist der monatliche Termin bei ihr ein Highlight. So erfahren wir beim Lesen ganze Menschenschicksale oft voller Trauer, aber auch Mut und Optimismus.
Die Autorin bringt uns aber auch den Stadtteil Marzahn näher, wo freundliche Menschen wohnen, in dem es Nachbarschaftshilfe gibt und eine feste Verbundenheit, besonders unter den Alteingesessenen.
Man merkt durch die liebevolle Erzählweise, wie sehr Katja Oskamp ihren Beruf liebt und die Menschen in Marzahn.
Das Buch regt zum Nachdenken über das Zusammenleben der Menschen, nicht nur in Plattenbauten, an. Was weiß man selbst über seine Nachbarn? Wieviel ist man bereit auf andere Menschen zuzugehen und ihnen zu helfen, ihr Leben etwas feundlicher zu gestalten und sie aus ihrer Einsamkeit zu befreien.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen und es hat mir unterhaltsame Lesestunden bereitet. Ich wünsche ihm viele begeisterte Leser.
Mittwoch, 28. August 2019
Rezension zu "Fünf Tage in Paris" von Tatiana De Rosnay
Inhalt
Paris ist von sintflutartigem Regen heimgesucht, als sich die Familie Malegarde dort anlässlich einer Feier trifft. Tochter Tilia reist aus London an, wo sie als Künstlerin lebt, und Sohn Linden, ein Fotograf, kommt aus Los Angeles dazu. Schon bei der Ankunft bemerken Tilia und Linden, dass Paul, der Vater, ein stets agiler Baumschützer, kraftlos wirkt. Auch Lauren, die Mutter, ist angeschlagen. Die Seine droht über die Ufer zu treten, sodass die vier das Hotelzimmer fast nicht verlassen können. Die apokalyptischen Wetterverhältnisse spiegeln, was auf der Familie lastet. Vieles wurde in den Jahren von einem Mantel des Schweigens umhüllt. Die Ereignisse spitzen sich zu, als Paul im Restaurant zusammenbricht und ins Koma fällt. Linden hält am Krankenbett Wache - und fasst endlich den Mut, sich seinem Vater gegenüber zu outen. Doch auch Paul hat ein erschütterndes Geheimnis, das der Schlüssel zu seiner Liebe zu den Bäumen, allen voran den Linden ist ...
Autorin
Tatiana de Rosnay lebt als Tochter einer Engländerin und eines französischen Biologen in Paris. Sie hat bisher elf Romane geschrieben, von denen fünf ins deutsche übersetzt wurden. Ihr größter Bestseller war "Sarahs Schlüssel". Ihre Romane wurden weltweit 13,5 Millionen Mal verkauft. Mehrere wurden verfilmt, neben "Sarahs Schlüssel" "Moka" und "Boomerang". "Fünf Tage in Paris" eroberte auf Anhieb die Nr. 1 der französischen Bestsellerliste und war auch in den USA ein großer Erfolg.
Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
Verlag: C. Bertelsmann Verlag; Auflage: Deutsche Erstausgabe (25. März 2019)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 357010365X
ISBN-13: 978-3570103654
Meine Einschätzung
Vor dem düsteren Hintergrund eines Jahrhunderthochwassers 2016 in Paris, taucht der Leser in eine Familiengeschichte ein, die voller unerwarteter Wendungen, Geheimnisse, Zweifel, Beziehungskrisen und Liebe ist. Die Schreibweise ist sehr bildhaft und teils voller Poesie. Man fühlt sich voll in der Geschichte gefangen und bangt und hofft mit dem Haupthelden Linden mit. Linden, ein berühmter Fotograf, der in Los Angeles lebt, reist nach Paris, denn er möchte mit seinen Eltern und seiner Schwester den 70. Geburtstag seines Vaters und den 40. Hochzeitstag seiner Eltern feiern. Tilia lebt mit Tochter und Ehemann in London. Seit Tagen regnet es ununterbrochen in Paris und es droht eine Überschwemmung. So wie diese Bedrohung immer stärker wird, droht auch das Familientreffen sich zu einem Desaster zu entwickeln. Seit Jahren liegt die Last von Lebensgeheimnissen über der Familie, die von den einzelnen Familienmitgliedern kaum noch selbst zu tragen sind. Die Katastrophe beginnt, als der Vater während der Feier plötzlich ins Koma fällt...Dann erkrankt auch noch die Mutter an einer Lungenentzündung...Durch das Hochwasser wird noch alles komplizierter...
Linden, der versucht alles Menschenmöglich zu machen, um den Vater und die Mutter in gute ärztliche Betreuung zu bekommen, trägt eine schwere persönliche Last mit sich rum. Er ist homosexuell und lebt in Los Angeles mit seinem Mann. Doch er hat sich noch nie gegenüber seinem Vater geoutet und auch mit seiner Mutter hat er sich noch nie länger darüber ausgesprochen. Seine Schwester hat auch ein schweres Trauma erlebt, über das sie mit niemanden bis jetzt reden konnte. Als auch noch ihr Ehemann, der ein Alkoholiker ist, im Hotel auftaucht, spitzt sich die Situation zu...Doch auch der Vater hat ein Geheimnis, über das er mit niemanden gesprochen hat...Seine Geschichte erfährt der Leser als Rahmenhandlung zwischen den Kapiteln des Romans. Die Mutter verschweigt auch einen wichtigen Teil ihres Lebens gegenüber der Familie...Wird es nun im Angesichts der extremen Lage zu Aussprachen kommen? Wacht der Vater aus dem Koma wieder auf und gibt es noch die Versöhnung zwischen Vater und Sohn?
Die Schilderung der Überflutung der Stadt ist sehr detailgenau. Anhand eines Pariser Stadtplanes auf den inneren Seiten des Einbandes, kann man als Leser die gefährdeten Gebiete der Stadt sehen. Hautnah beschrieben werden die Auswirkungen des Hochwassers für Paris, mit allen seinen Begleiterscheinungen wie Evakuierung, Plünderungen, aufopferungsvolle Hilfe, die oftmals zu spät kommt, Medien- und Touristenrummel und führt ganz nebenbei plastisch vor Augen wohin es kommen kann, wenn auf die Natur keine Rücksicht genommen wird. Auch über die Arbeit des Vaters, der sich für die Rettung der Bäume sein ganzes Leben lang einsetzt, werden viele Details deutlich gemacht und regen den Leser zum Nachdenken an.
Die Familiengeschichte zeigt deutlich, wie wichtig es ist für den Zusammenhalt der Familie, über alles offen zu reden, die Gefühle der anderen verstehen zu lernen und Geheimnisse nicht zuzulassen, denn es kann schnell für eine Aussprache zu spät sein.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Es hat mich sehr berührt und auch gut unterhalten. Ich wünsche ihm viele begeisterte Leser.
Paris ist von sintflutartigem Regen heimgesucht, als sich die Familie Malegarde dort anlässlich einer Feier trifft. Tochter Tilia reist aus London an, wo sie als Künstlerin lebt, und Sohn Linden, ein Fotograf, kommt aus Los Angeles dazu. Schon bei der Ankunft bemerken Tilia und Linden, dass Paul, der Vater, ein stets agiler Baumschützer, kraftlos wirkt. Auch Lauren, die Mutter, ist angeschlagen. Die Seine droht über die Ufer zu treten, sodass die vier das Hotelzimmer fast nicht verlassen können. Die apokalyptischen Wetterverhältnisse spiegeln, was auf der Familie lastet. Vieles wurde in den Jahren von einem Mantel des Schweigens umhüllt. Die Ereignisse spitzen sich zu, als Paul im Restaurant zusammenbricht und ins Koma fällt. Linden hält am Krankenbett Wache - und fasst endlich den Mut, sich seinem Vater gegenüber zu outen. Doch auch Paul hat ein erschütterndes Geheimnis, das der Schlüssel zu seiner Liebe zu den Bäumen, allen voran den Linden ist ...
Autorin
Tatiana de Rosnay lebt als Tochter einer Engländerin und eines französischen Biologen in Paris. Sie hat bisher elf Romane geschrieben, von denen fünf ins deutsche übersetzt wurden. Ihr größter Bestseller war "Sarahs Schlüssel". Ihre Romane wurden weltweit 13,5 Millionen Mal verkauft. Mehrere wurden verfilmt, neben "Sarahs Schlüssel" "Moka" und "Boomerang". "Fünf Tage in Paris" eroberte auf Anhieb die Nr. 1 der französischen Bestsellerliste und war auch in den USA ein großer Erfolg.
Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
Verlag: C. Bertelsmann Verlag; Auflage: Deutsche Erstausgabe (25. März 2019)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 357010365X
ISBN-13: 978-3570103654
Meine Einschätzung
Vor dem düsteren Hintergrund eines Jahrhunderthochwassers 2016 in Paris, taucht der Leser in eine Familiengeschichte ein, die voller unerwarteter Wendungen, Geheimnisse, Zweifel, Beziehungskrisen und Liebe ist. Die Schreibweise ist sehr bildhaft und teils voller Poesie. Man fühlt sich voll in der Geschichte gefangen und bangt und hofft mit dem Haupthelden Linden mit. Linden, ein berühmter Fotograf, der in Los Angeles lebt, reist nach Paris, denn er möchte mit seinen Eltern und seiner Schwester den 70. Geburtstag seines Vaters und den 40. Hochzeitstag seiner Eltern feiern. Tilia lebt mit Tochter und Ehemann in London. Seit Tagen regnet es ununterbrochen in Paris und es droht eine Überschwemmung. So wie diese Bedrohung immer stärker wird, droht auch das Familientreffen sich zu einem Desaster zu entwickeln. Seit Jahren liegt die Last von Lebensgeheimnissen über der Familie, die von den einzelnen Familienmitgliedern kaum noch selbst zu tragen sind. Die Katastrophe beginnt, als der Vater während der Feier plötzlich ins Koma fällt...Dann erkrankt auch noch die Mutter an einer Lungenentzündung...Durch das Hochwasser wird noch alles komplizierter...
Linden, der versucht alles Menschenmöglich zu machen, um den Vater und die Mutter in gute ärztliche Betreuung zu bekommen, trägt eine schwere persönliche Last mit sich rum. Er ist homosexuell und lebt in Los Angeles mit seinem Mann. Doch er hat sich noch nie gegenüber seinem Vater geoutet und auch mit seiner Mutter hat er sich noch nie länger darüber ausgesprochen. Seine Schwester hat auch ein schweres Trauma erlebt, über das sie mit niemanden bis jetzt reden konnte. Als auch noch ihr Ehemann, der ein Alkoholiker ist, im Hotel auftaucht, spitzt sich die Situation zu...Doch auch der Vater hat ein Geheimnis, über das er mit niemanden gesprochen hat...Seine Geschichte erfährt der Leser als Rahmenhandlung zwischen den Kapiteln des Romans. Die Mutter verschweigt auch einen wichtigen Teil ihres Lebens gegenüber der Familie...Wird es nun im Angesichts der extremen Lage zu Aussprachen kommen? Wacht der Vater aus dem Koma wieder auf und gibt es noch die Versöhnung zwischen Vater und Sohn?
Die Schilderung der Überflutung der Stadt ist sehr detailgenau. Anhand eines Pariser Stadtplanes auf den inneren Seiten des Einbandes, kann man als Leser die gefährdeten Gebiete der Stadt sehen. Hautnah beschrieben werden die Auswirkungen des Hochwassers für Paris, mit allen seinen Begleiterscheinungen wie Evakuierung, Plünderungen, aufopferungsvolle Hilfe, die oftmals zu spät kommt, Medien- und Touristenrummel und führt ganz nebenbei plastisch vor Augen wohin es kommen kann, wenn auf die Natur keine Rücksicht genommen wird. Auch über die Arbeit des Vaters, der sich für die Rettung der Bäume sein ganzes Leben lang einsetzt, werden viele Details deutlich gemacht und regen den Leser zum Nachdenken an.
Die Familiengeschichte zeigt deutlich, wie wichtig es ist für den Zusammenhalt der Familie, über alles offen zu reden, die Gefühle der anderen verstehen zu lernen und Geheimnisse nicht zuzulassen, denn es kann schnell für eine Aussprache zu spät sein.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Es hat mich sehr berührt und auch gut unterhalten. Ich wünsche ihm viele begeisterte Leser.
Donnerstag, 22. August 2019
Rezension zu "Die Parfümerie der Liebe" von Nuria Pradas
Inhalt
Als Pablo nach dem Tod seiner Eltern ins französische Grasse zieht, ahnt er noch nicht, wie sehr dies sein Leben verändern wird. Fasziniert beobachtet er, wie in der Stadt der Düfte Parfüms aus unzähligen Rosen- und Lavendelblüten entstehen, mit denen sich Frauen auf der ganzen Welt schmücken. Er beginnt eine Lehre als Parfümeur und verliebt sich in Claudine, deren Vater die größte Parfümfabrik im Dorf besitzt. Doch Claudines Eltern halten die Liebschaft für unstandesgemäß und schicken ihre Tochter nach Paris. Mit gebrochenem Herzen stürzt Pablo sich in die Arbeit, doch Claudine kann er einfach nicht vergessen ...
Autorin
Núria Pradas arbeitete zunächst als Lehrerin, bevor sie sich dem Schreiben widmete. Nach »Die Kleidermacherin«, einer Hommage an ihre Heimatstadt Barcelona, erscheint mit »Die Parfümerie der Liebe« nun ihr zweiter Roman bei Penguin.
Taschenbuch: 512 Seiten
Verlag: Penguin Verlag; Auflage: Deutsche Erstausgabe (10. Juni 2019)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3328104453
ISBN-13: 978-3328104452
Meine Einschätzung
Da ich schöne Düfte liebe und in der Beschreibung zu dem Buch gelesen habe, dass es ua. um die Entwicklung des berühmten Parfums von Coco Chanel geht, war ich schon gespannt auf diesen Roman.
Am Anfang fiel es mir etwas schwer, in die Geschichte einzutauchen, da das Buch sehr viel von plötzlichen Zeitsprüngen lebt, um den Leser die Geschichte der handelnden Personen nahe zu bringen. Aber nachdem alle Personen mit ihrer Lebensgeschichte vorgestellt sind, wird es besser.
Es gibt einen großen Handlungsbogen von Barcelona im Jahr 1916, über Grasse bis hin nach Paris und wieder zurück nach Barcelona im Jahr 1943. Die Hauptperson Pablo, der schon frühzeitig seine Eltern verloren hat, ist mir schnell ans Herz gewachsen. Er wächst nach dem Tod seines Vaters bei seiner Tante auf. Wir erleben seine erste große Liebe, erleben seine Ausbildung in der Parfumherstellung, sind dabei, als er Coco Chanel kennenlernt...Die Handlung ist mit einigen historischen bedeutenden Ereignissen verbunden - den Bau des Pariser Eiffelturms, der Entwicklung des Parfums Nr.5 von Coco Chanel, dem Ausbruch des 2. Weltkrieges.
Sehr interessant fand ich die Einblicke in die Parfumentwicklung und deren historische Hintergründe. Auch die Szenen aus dem Leben von Coco Chanel fand ich sehr interessant.
Die genauen Beschreibungen der jeweiligen Landschaften, in denen sich Pablo befand, machte es mir leicht in die Handlung einzutauchen und alles hautnah mitzuerleben.
Danke für schöne Lesestunden, die mir mein Wissen über Parfume und das Leben von Coco Chanel bereichert haben.
Sonntag, 18. August 2019
Rezension zu "Der lange Weg" von Martin Widmark, Emilia Dziubak
Inhalt
Ein Mädchen namens Sonia lebt zusammen mit seiner Katze Miezi auf der einen Seite des Meeres. Auf der anderen Seite lebt ein Junge namens Adam zusammen mit seinem besten Freund, dem Hund Rufus. Doch Rufus ist schon alt und eines Tages stirbt er. Der Junge ist am Boden zerstört ... Zur selben Zeit machen sich das Mädchen und die Katze auf eine abenteuerliche Reise. Können die beiden den Jungen erreichen, bevor es zu spät ist?
Autoren
Martin Widmark gilt als einer der bedeutendsten schwedischen Kinderbuchautoren. Seit 2008 sind seine Bücher die beliebtesten Werke in Schwedens Büchereien und schon elf Mal in Folge erhielt Martin Widmark den Children’s Own Award. Seine Bücher sind stetig auf Bestsellerlisten zu finden, bekamen ausgezeichnete Kritiken und wurden schon in mehr als 30 Sprachen übersetzt. Bevor Widmark ein „Vollzeit-Autor“ wurde, unterrichtete er als Lehrer in einer Mittelschule und Schwedischlehrer für Immigranten. Er schrieb auch einige Lehrbücher.
Emilia Dziubak, 1982 geboren, studierte Graphik-Design an der Kunsthochschule in Posen, Polen. Seit 2010 arbeitet sie als freie Illustratorin. Das von ihr illustrierte Bilderbuch von Przemyslaw Wechterowicz, ›Komm in meine Arme!‹, wurde von der Internationalen Jugendbibliothek ausgewählt für den White Ravens Katalog.
Gebundene Ausgabe: 40 Seiten
Verlag: arsEdition; Auflage: 1. (23. August 2019)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3845830751
ISBN-13: 978-3845830759
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 5 - 7 Jahre
Meine Einschätzung
Der Leser taucht ein in eine Geschichte über Liebe, Freundschaft, Tod, Trauer, Sehnsucht, Neubeginn. Das alles wird poesievoll vom erfolgreichen Autor Martin Widmark erzählt. Die großen wunderschönen Bilder der Illustratorin Emilia Dziubak strahlen viel Wärme aus und ziehen den Betrachter in ihren Bann.
Erzählt wird die Geschichte von 2 Kindern, die vom Meer getrennt in unterschiedlichen Welten leben. Während die kleine Sonia mit ihrer Katze ein schweres Leben voller Gefahren und Abenteuer auf der Straße führt, lebt Adam mit seinem geliebten Hund wohlbehütet bei seiner Großmutter. Rufus, Adams Hund ist schon sehr alt und schliesst eines Tages seine Augen für immer. Adam wird so traurig, dass er nicht mehr sein Bett verlassen möchte und immer schwächer wird.
Doch Sonias kleine Katze spürt die große Trauer und beginnt mit Sonia eine lange beschwerliche Wanderung, um Adam wieder glücklich zu machen. Doch der Weg ist voller Gefahren und sehr beschwerlich. Wird es ein glückliches Ende für beide Kinder geben?
Die Geschichte ist für Kinder ab 5 Jahren zum Vorlesen und für Kinder im ersten Lesealter geeignet.
Beim gemeinsamen Betrachten der wundervollen Bilder, kann man gemeinsam die Reise der kleinen Sonia und die Trauer von Adam miterleben und spüren. Vielleicht gibt es dabei gute Gespräche über den eigenen Verlust eines geliebten Haustieres, um so dessen Tod zu bewältigen.
Ich wünsche diesem Kinderbuch viele begeisterte kleine und große Leser.
Dienstag, 13. August 2019
Rezension zu "Dschungel" von Friedemann Karig
Inhalt
Er muss ihn finden. Seinen besten Freund, der schon immer auf der Jagd nach dem Extremen war - nie wird er vergessen, wie euphorisiert Felix neben ihm vor dem felsigen Abgrund stand, unter ihnen ragten die Klippen hervor wie aufgeklappte Messer. Doch selbst Felix sieht es nicht ähnlich, auf einer Reise in Asien spurlos zu verschwinden. Für den Erzähler steht fest: Nur er kann das rätselhafte Abtauchen aufklären. Dafür setzt er sogar seine große Liebe aufs Spiel. Schließlich verbindet ihn mit Felix eine besondere Freundschaft. Und ein Geheimnis, das sie ebenso eint wie trennt. Immer tiefer dringt der Erzähler auf seiner Suche in das wilde Kambodscha vor, in dieses nie genesene Land ohne Gedächtnis, immer verzweifelter durchforstet er seine Erinnerungen nach einem Hinweis, was passiert sein könnte.
Autor
Friedemann Karig wurde 1982 bei Freiburg geboren und im Schwarzwald von einer Kuckucksuhr aufgezogen. In Passau und Köln studierte er eine Mixtur aus Medienwissenschaften, Literatur, Soziologie, Politik und VWL. Er arbeitete als Zukunftsforscher, strategischer Planer, Journalist, Pferdeflüsterer, Moderator, Gastronom und DJ, und zwar in Berlin, Barcelona und Bali. Heute konzentriert er sich auf Lesen, Schreiben und Reden. Sein Buch „Wie wir lieben. Vom Ende der Monogamie“ erschien 2017 bei Blumenbar. Er moderiert das Format „Jäger&Sammler“ von „funk“, dem jungen Online-Angebot von ARD&ZDF. Er lebt in München. Er mag Weißwein, Jay-Z und Sätze am Ende von Biographien, die wenig Sinn ergeben.
Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
Verlag: Ullstein Hardcover; Auflage: 2. (2. Mai 2019)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3550200137
ISBN-13: 978-3550200137
Meine Einschätzung
Der Debütroman des Autors führt den Leser in eine Geschichte über Freundschaft, Liebe, Reiseabenteuer.
Der Hauptheld begibt sich auf eine schwierige abenteuerliche Suche zu seinem Freund, der alleine nach Kambodscha gereist ist und von dem seit Wochen jede Spur fehlt. Die Geschichte lebt von den Abenteuern auf der Suche und den Rückschauen auf eine Freundschaft, die schon in Kindertagen begann und die uns Felix, den verschwundenen Freund und den Haupthelden, dem namenlosen Erzähler, der sich auf Spurensuche macht, näher bringen. Durch die Ich-Erzählung fühlt man bei Lesen sehr gut die Gedanken und Gefühle, die unser Hauptheld hat. In Gedanken versucht er sich die Beweggründe von Felix herauszubekommen, weshalb sich dieser auf die Reise, vielleicht ohne Wiederkehr gemacht hat.
Auf seiner Suche begegnet er Menschen, die auch Felix getroffen haben...bis sich wieder die Spur scheinbar im Nichts verliert. Sehr bildhaft wird das alltägliche Leben in Kambodscha beschrieben und das schwere Erbe, das das jahrelange Regime unter Pol Pot hinterlassen hat, dem über 2 Millionen Menschen zum Opfer fielen.
Die Rucksacktouristen und Aussteiger, die in Kambodscha teils Abenteuerurlaub, teils ein neues sorgenfreies Leben suchen, werden vom Autor sehr gut beschrieben. Felix Freund ist auch bereit, sein Leben für das Auffinden seines Freundes zu riskieren. Atemberaubend werden seine Abenteuer vom Autor geschildert und man ist beim Lesen gefesselt. Nachdenkenswert ist es mitzuerleben, was eine Freundschaft für den Erzähler ausmacht und ich habe mich schon gefragt, würde ich das für eine Freundin oder Freund auch auf mich nehmen? Die Gedanken über das Leben, die sich unser Hauptheld macht, sind schon philosophisch zu nennen.
Bei schweren Situationen, spricht der Hauptheld mit seinem Freund Felix in Gedanken und dadurch werden teils unmenschliche Kräfte frei, der Wildnis im Dschungel zum Trotz. Wird er seinen Freund finden oder kehrt er wieder alleine in die Heimat zurück?
Ich kann dieses Buch nur jedem empfehlen. Es hält sowohl unterhaltende, aber auch spannende Lesestunden bereit. Unvorhergesehene Wendungen im Handlungsablauf lassen dem Leser kaum Zeit, das Buch aus der Hand zu legen.
Er muss ihn finden. Seinen besten Freund, der schon immer auf der Jagd nach dem Extremen war - nie wird er vergessen, wie euphorisiert Felix neben ihm vor dem felsigen Abgrund stand, unter ihnen ragten die Klippen hervor wie aufgeklappte Messer. Doch selbst Felix sieht es nicht ähnlich, auf einer Reise in Asien spurlos zu verschwinden. Für den Erzähler steht fest: Nur er kann das rätselhafte Abtauchen aufklären. Dafür setzt er sogar seine große Liebe aufs Spiel. Schließlich verbindet ihn mit Felix eine besondere Freundschaft. Und ein Geheimnis, das sie ebenso eint wie trennt. Immer tiefer dringt der Erzähler auf seiner Suche in das wilde Kambodscha vor, in dieses nie genesene Land ohne Gedächtnis, immer verzweifelter durchforstet er seine Erinnerungen nach einem Hinweis, was passiert sein könnte.
Autor
Friedemann Karig wurde 1982 bei Freiburg geboren und im Schwarzwald von einer Kuckucksuhr aufgezogen. In Passau und Köln studierte er eine Mixtur aus Medienwissenschaften, Literatur, Soziologie, Politik und VWL. Er arbeitete als Zukunftsforscher, strategischer Planer, Journalist, Pferdeflüsterer, Moderator, Gastronom und DJ, und zwar in Berlin, Barcelona und Bali. Heute konzentriert er sich auf Lesen, Schreiben und Reden. Sein Buch „Wie wir lieben. Vom Ende der Monogamie“ erschien 2017 bei Blumenbar. Er moderiert das Format „Jäger&Sammler“ von „funk“, dem jungen Online-Angebot von ARD&ZDF. Er lebt in München. Er mag Weißwein, Jay-Z und Sätze am Ende von Biographien, die wenig Sinn ergeben.
Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
Verlag: Ullstein Hardcover; Auflage: 2. (2. Mai 2019)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3550200137
ISBN-13: 978-3550200137
Meine Einschätzung
Der Debütroman des Autors führt den Leser in eine Geschichte über Freundschaft, Liebe, Reiseabenteuer.
Der Hauptheld begibt sich auf eine schwierige abenteuerliche Suche zu seinem Freund, der alleine nach Kambodscha gereist ist und von dem seit Wochen jede Spur fehlt. Die Geschichte lebt von den Abenteuern auf der Suche und den Rückschauen auf eine Freundschaft, die schon in Kindertagen begann und die uns Felix, den verschwundenen Freund und den Haupthelden, dem namenlosen Erzähler, der sich auf Spurensuche macht, näher bringen. Durch die Ich-Erzählung fühlt man bei Lesen sehr gut die Gedanken und Gefühle, die unser Hauptheld hat. In Gedanken versucht er sich die Beweggründe von Felix herauszubekommen, weshalb sich dieser auf die Reise, vielleicht ohne Wiederkehr gemacht hat.
Auf seiner Suche begegnet er Menschen, die auch Felix getroffen haben...bis sich wieder die Spur scheinbar im Nichts verliert. Sehr bildhaft wird das alltägliche Leben in Kambodscha beschrieben und das schwere Erbe, das das jahrelange Regime unter Pol Pot hinterlassen hat, dem über 2 Millionen Menschen zum Opfer fielen.
Die Rucksacktouristen und Aussteiger, die in Kambodscha teils Abenteuerurlaub, teils ein neues sorgenfreies Leben suchen, werden vom Autor sehr gut beschrieben. Felix Freund ist auch bereit, sein Leben für das Auffinden seines Freundes zu riskieren. Atemberaubend werden seine Abenteuer vom Autor geschildert und man ist beim Lesen gefesselt. Nachdenkenswert ist es mitzuerleben, was eine Freundschaft für den Erzähler ausmacht und ich habe mich schon gefragt, würde ich das für eine Freundin oder Freund auch auf mich nehmen? Die Gedanken über das Leben, die sich unser Hauptheld macht, sind schon philosophisch zu nennen.
Bei schweren Situationen, spricht der Hauptheld mit seinem Freund Felix in Gedanken und dadurch werden teils unmenschliche Kräfte frei, der Wildnis im Dschungel zum Trotz. Wird er seinen Freund finden oder kehrt er wieder alleine in die Heimat zurück?
Ich kann dieses Buch nur jedem empfehlen. Es hält sowohl unterhaltende, aber auch spannende Lesestunden bereit. Unvorhergesehene Wendungen im Handlungsablauf lassen dem Leser kaum Zeit, das Buch aus der Hand zu legen.
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