InhaltUsbekistan, das sind prächtige Moscheen und Paläste, Basare voller
Seiden, Teppiche und Karawanenzauber. Oasenstädte wie Samarkand bieten
als Stationen der legendären Seidenstraße bis heute ebendies. Ansonsten
wird dieses Kernland Zentralasiens immer noch als Durchgangsgebiet auf
halbem Weg zwischen Iran und China gering geschätzt. Seine historische
Rolle als Epizentrum der Zivilisationsgeschichte bleibt ebenso verkannt
wie seine als noch junge Nation in den letzten Jahren erzielten
Fortschritte. Walter M. Weiss wandelt auf den Spuren Timurs, Avicennas
und des Urvaters der Algorithmen und besucht Miniaturenmaler,
Papierschöpfer und Seidenweber. Aber er beleuchtet auch Schattenseiten
wie das fatale Erbe des Baumwollwahns und das Öko-Desaster am Aralsee.
Autor
Walter M. Weiss, 1961 in Wien geboren, studierte Geschichte,
Publizistik und Politikwissenschaften und arbeitete viele Jahre als
Chefredakteur namhafter Zeitschriften. Parallel seit bald 30 Jahren als
freier Autor tätig, hat er ausgedehnte Reisen, vor allem in die
arabisch-islamische Welt, unternommen und eine große Zahl von Sach- und
Reisebüchern veröffentlicht. Zu seinen Themenschwerpunkten zählen neben
dem islamischen Kulturkreis mitteleuropäische Kunst- und
Kulturgeschichte sowie die Länder Süd- und Ostasiens. Im Picus Verlag
erschienen seine Reportagen Syrien und Ägypten sowie die Lesereisen
Marokko und Usbekistan.
Herausgeber
:
Picus Verlag; 1. Edition (23. Juni 2022)
Sprache
:
Deutsch
Gebundene Ausgabe
:
132 Seiten
ISBN-10
:
3711711138
ISBN-13
:
978-3711711137
Meine Einschätzung
Usbekistan - in meiner Phantasie ein Land aus TausenundeinerNacht mit wunderschönen Palästen, Basaren, auf denen man leckere Früchte kaufen kann, Waren, wie Seidengewänder, wunderschöne Teppiche, Kunsthandwerk...
Mit mehr als 32 Millionen Einwohnern das mit Abstand bevölkerungsreichste Land Zentralasiens. An der Seidenstraße gelegen waren usbekische Städte wie Samarkand, Buchara und Taschkent wichtige Handelsplätze. Von 1860 an geriet die gesamte Region unter russische Herrschaft; im
Jahr 1924 wurde die Usbekische Sozialistische Sowjetrepublik gegründet.
Seit 1991 ist Usbekistan eine unabhängige Republik und gehört mit
anderen Nachfolgestaaten der Sowjetunion zur Gemeinschaft Unabhängiger
Staaten (GUS).
Der Autor nimmt uns mit in das Usbekistan von heute. Viel Interessantes beschreibt er über die Geschichte des Landes auf den Spuren von Timur, der sich 1370 zum Herrscher von ganz Transoxanien ausrief und den Titel eines Emirs annahm. Er gilt als Herrscher der Gegensätze, der die Wiederherstellung des Mongolischen Reiches
anstrebte und dabei mit äußerster Brutalität vorging. Dennoch gilt er
ebenfalls als wichtiger Förderer von Kunst und Literatur, der der Region
den Beginn eines kulturellen und wissenschaftlichen Aufschwungs
ermöglichte.
Der Leser begibt sich auf eine Reise durch das Land und lernt dabei zB. Papierschöpfer, Seidenweber kennen und erfährt, das diese Papierschöpferkunst von den Chinesen nach Usbekistan gebracht wurde.
In Buchara besucht der Autor den Basar mit seinen Kunsthandwerkern, wie Teppichweber, Mützenmacher, Schmuckwerkstätten ua. Auch bedeutende Gebäude beschreibt er in seinem Buch. Da ist die Plattform des einstigen Wasserturms, von der man einen guten Blick auf den Palast der Emire hat.
Sufische Pilgerstätten und buddhistische Klosterruinen besucht der Autor und beschreibt ihre Besonderheiten.
Seine Beschreibungen von den Menschen, der Landschaft und der Entwicklung des Landes machen neugierig darauf, das Land selber einmal zu bereisen und zu entdecken.
Mir fehlen in dem Buch einige Fotos, um das Gelesene besser veranschaulicht zu bekommen.
Ein sehr informatives Buch über Usbekistan, seine Menschen und historische Hintergründe seiner Entwicklung.