Sonntag, 5. Mai 2019

Rezension zu "Gregs Tagebuch 10 - So ein Mist" von Jeff Kinney

Inhalt

Greg ist entsetzt, als seine Mom für die ganze Stadt ein elektronikfreies Wochenende organisieren will. Zwei Tage ohne Handy, Fernsehen und Computerspiele? Stattdessen gemeinsames Saubermachen im Park, Nachmittage in der freien Natur und ein altmodischer Limonadenstand? So ein Mist!, findet Greg und hat schon bei dem Gedanken daran die Nase voll. Dabei ist das erst der Anfang seiner Probleme, denn die Klassenfahrt zur Schweiß-und-Fleiß-Farm steht an ...

Autor 

Jeff Kinney ist New York Times-Bestsellerautor und wurde für seine Serie Gregs Tagebuch bereits sechs Mal mit dem Nickelodeon Kids' Choice Award in der Kategorie Lieblingsbuch ausgezeichnet. Das Time Magazine zählte ihn zu den hundert einflussreichsten Menschen der Welt. Er ist außerdem Gründer der Website Poptropica, die vom Time Magazine zu den fünfzig besten Websites gewählt wurde. Jeff Kinney verbrachte seine Kindheit in der Nähe von Washington, D.C., und zog 1995 nach Neuengland. Mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen lebt er in Massachusetts, wo sie die Buchhandlung An Unlikely Story besitzen.

Taschenbuch: 224 Seiten 
Verlag: Baumhaus; Auflage: 1. Aufl. 2019 (28. Februar 2019) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 384321106X 
ISBN-13: 978-3843211062

Meine Einschätzung 

Gregs Tagebuch ist eine der erfolgreichsten Kinderbuchreihen der Welt. Die humorvollen Comics um Greg Heffley besitzen mittlerweile Kultstatus. Im Februar dieses Jahres brachte der Verlag den 10. Teil noch einmal als Taschenbuch heraus.
Mit viel Humor werden vom Autor neue Abenteuer von Greg erzählt und das Ganze mit liebevoll gestalteten Comics, die neugierig auf die Geschichte machen und auch Lesemuffel zum Lesen anregen.
Greg ist aufgeregt, denn seine Mutter ruft alle auf für 48 Stunden ihre Handys und andere elektronische Geräte nicht zu benutzen. Während die Älteren sich dadurch an die "gute alte Zeit" ohne Handy erinnern, sind Greg und seine Freunde darüber nicht erfreut. Wie soll das gehen? Doch seine Mutter braucht 100 Unterschriften, um diesen Plan durchzusetzen...Ob es ihr wohl gelingt?
Auf jeden Fall meldet ihn seine Mutter zur Klassenfahrt an, zu der keine elektronischen Geräte mitgenommen werden dürfen und damit beginnt ein neues großes Abenteuer für Greg.
Außerdem berichtet er in seinem Tagebuch von einem Schwein als Haustier, über seinen Hausaufgabenpartner Frew, seinen Opa, der nun bei Gegs Familie einzieht, die strenge Erziehung durch seinen Vater, seine Geschäftsidee - die er mit seinen Freund Rupert verwirklichen will und noch über viele andere Abenteuer aus seinem Alltag.
Dieser Teil der Tagebuchreihe wird sicher wieder viele begeisterte Leser finden.


Samstag, 4. Mai 2019

Rezension zu "Bienenleben" von Sarah Wiener


Inhalt

„Am Schicksal der Bienen ist all das zu beobachten, was das Beziehungsgeflecht Mensch – Tier – Pflanze ausmacht.“ Sarah Wiener.

Sarah Wiener, Köchin, Nachhaltigkeitsikone, Biobäuerin, Imkerin entführt uns in die faszinierende Welt der Bienen, die ein maßgeblicher Indikator für die Gesundheit unseres Lebensraumes sind. Ihr Credo: Bienenvölker sind komplexe Persönlichkeiten, sie verfügen über spezifische Charaktere und Eigenschaften, und sie können uns lehren, wie ein funktionierendes Gemeinwesen mit Werten wie Solidarität, Vertrauen, Arbeitsteilung und Demokratie entsteht.
Sarah Wiener nimmt uns mit auf eine abenteuerliche Reise durch den Lebenszyklus eines Bienenvolkes und beschreibt, welche Bedeutung das Imkern und die Beschäftigung mit den Bienen für sie haben.

Autorin


Sarah Wiener wurde 1962 geboren und wuchs in Wien auf. Das Kochhandwerk erlernte sie Ende der 70er Jahre in den Künstlerrestaurants ihres Vaters, dem Schriftsteller Oswald Wiener, in Berlin. Seit vielen Jahren engagiert sie sich für den Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen sowie für ein ethisch-ökologisches Ernährungsbewusstsein in unserer Gesellschaft. Sarah Wiener führt ein Restaurant in Berlin mit ausschließlich regionalen Zulieferern, eine Bio-Holzofenbäckerei und hat sich im Jahr 2015 – um den Kreislauf vom Acker auf den Teller zu schließen – ihren Jugendtraum erfüllt und ist gemeinsam mit Partnern auf dem uckermärkischen Gut Kerkow im Norden von Berlin unter die Bauern gegangen. Sie ist Beirätin von Cradle 2 Cradle und Botschafterin für biologische Vielfalt. Außerdem arbeitet sie mit Ihrer Stiftung daran, Kinder für gute Ernährung zu begeistern. Mit „Ich kann kochen“ hat die Sarah Wiener Stiftung 2016 Deutschlands größte praktische Ernährungsinitiative gestartet. 

Gebundene Ausgabe: 288 Seiten 
Verlag: Aufbau Verlag; Auflage: 1 (15. März 2019) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3351037694 
ISBN-13: 978-3351037697


Meine Einschätzung 

Ich kenne die Autorin von unzähligen interessanten Kochsendungen aus dem Fernsehen und habe sie auch schon persönlich auf einer Messe in Leipzig getroffen. Mir gefällt, wie sie sich aktiv um eine gesunde Ernährung einsetzt und Vorbild ist im biologischen Anbau von wichtigen Nachrungsmitteln, wie Gemüse und Obst. Nun hat sie ihre Freude an der Imkerei gefunden. In unterhaltsamer Form erzählt sie über ihre persönlichen Erfahrungen beim Umgang mit den Bienen. Sie ist begeistert von der Organisation der Bienenvölker, von denen wir Menschen vieles lernen können, was das Miteinanderleben und die Solidarität untereinander betrifft. Bei der Imkerei legt sie viel Wert auf eine natürliche Haltung.
Sie setzt sich auch öffentlich für den Schutz der Bienen ein, deren Lebensgrundlagen durch den Einsatz von Pestiziden in der Natur und Landwirtschaft gefährdet sind.
Sehr gefallen haben mir die Einblicke in das Leben eines Bienenvolkes. Interessant ist es, etwas über die Arbeitsteilung unter den Bienen im Buch zu lesen. Es gibt viele Gefahren für das Leben der Bienen, die nicht nur durch Pestizide sterben. Jeder kann für das Überleben der Bienen etwas tun. So säe ich jedes Jahr Wiesenblumen in die Balkonkästen, die dann gerne von fleißigen Bienen besucht werden. Auch eine Schale mit Wasser bringt den Bienen im heißen Sommer Erfrischung.
Das Kapitel über das Imkern in der DDR und den Unterschied zur heutigen Imkerei war für mich auch sehr interessant. Ein Kapitel gibt auch Einsicht über die Imkerei in Südafrika.
Dieses Buch gibt Anregungen für jeden Leser, darüber nachzudenken, was er selbst zum Schutz und zum Überleben unserer Bienen tun kann. Beim nächsten Honigbrötchen werde ich jedenfalls daran denken, wieviel Fleiß der Bienen dazu gehört, den Blütennektar zu sammeln.
Ich wünsche dem Buch viele interessierte Leser.
 


 

Freitag, 3. Mai 2019

Rezension zu "Ruperts Tagebuch -zu nett für diese Welt" von Jeff Kinney







Inhalt

Der neue Comic-Roman von Bestsellerautor Jeff Kinney: Macht euch bereit für ... Ruperts Tagebuch! Denn es ist an der Zeit, seine Sicht der Dinge zu hören. Eigentlich hat Greg seinen besten Freund damit beauftragt, seine "Biografie" zu verfassen - schließlich wird er eines Tages reich und berühmt sein. Doch schnell stellt sich heraus, dass Rupert nicht die beste Wahl für den Job ist. Denn statt Gregs Lebensgeschichte aufzuschreiben, schweift Rupert immer wieder ab und erzählt viel lieber von seinem eigenen Leben. Ob Greg das so lustig findet?


Autor


Jeff Kinney ist NEW YORK TIMES-Bestsellerautor und wurde für seine Serie "Gregs Tagebuch" bereits sechs Mal mit dem "Nickelodeon Kids’ Choice Award" in der Kategorie Lieblingsbuch ausgezeichnet. Das TIME MAGAZINE zählte ihn zu den hundert einflussreichsten Menschen der Welt. Er ist außerdem Gründer der Website "Poptropica", die vom TIME MAGAZINE zu den fünfzig besten Websites gewählt wurde. Jeff Kinney verbrachte seine Kindheit in der Nähe von Washington, D.C., und zog 1995 nach Neuengland. Mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen lebt er in Massachusetts, wo sie die Buchhandlung "An Unlikely Story" besitzen.

Gebundene Ausgabe: 224 Seiten 
Verlag: Baumhaus; Auflage: 3. Aufl. 2019 (12. April 2019) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3833906014 
ISBN-13: 978-3833906015

Meine Einschätzung 

Wer kennt sie nicht, die Tagebücher von Greg. Nun kommt sein bester Freund Rupert zu Wort. In diesem neuen Comicbuch von Jeff Kinney lernen wir ihn näher kennen und erfahren viel Hintergründiges zu seiner Freundschaft zu Greg. Alles ist wieder mit dem bekannten Humor und lustigen Zeichnungen, wie in den Gregs Tagebüchern beschrieben und illustriert.
Die Schreibweise ist kindgerecht und die Handlung ist unterhaltsam und zeigt die Sorgen und Freuden der beiden Freunde im Alltag auf. Man lernt Ruperts Familie näher kennen und erfährt wie seine Freundschaft zu Greg begann. Rupert möchte seinem Freund zuliebe alles richtig machen, um dessen Freundschaft nicht zu verlieren. Leider nutzt ihn aber Greg dafür sehr oft aus. Ob die Freundschaft noch Bestand hat und wer Rupert in schwierigen Situationen hilft, erfährt der Leser in diesem lustigen Comic Buch.
Dem Autor ist damit wieder ein Bestseller gelungen und ich bin davon überzeugt, dass Ruperts Tagebuch, genau wie die Greg Tagebücher, begeisterte Leser findet.

Donnerstag, 2. Mai 2019

Rezension zu " Mehr als tausend Worte" von Lilli Beck

Inhalt

Liebe und Hoffnung in einer Zeit, die kein morgen kennt …

Berlin, 9. November 1938: Aliza erwacht von durchdringenden Schreien, als ihr Großvater von der Gestapo abgeholt wird. Die politische Lage in Deutschland spitzt sich immer weiter zu, doch entgegen aller Mahnungen weigert sich ihr Vater, ein jüdischer Arzt, das Land zu verlassen. Nur seine Tochter will er im Ausland in Sicherheit bringen. Aliza ist am Boden zerstört, dass sie Fabian, ihre große Liebe, zurücklassen muss. Beim Abschied versprechen sich die beiden, nach ihrer Rückkehr zu heiraten. Doch werden sie die Wirren des Krieges überstehen?





Autorin


Lilli Beck wurde in Weiden/Oberpfalz geboren und lebt seit vielen Jahren in München. Nach der Schulzeit begann sie eine Ausbildung zur Großhandelskauffrau. 1968 zog sie nach München, wo sie von einer Modelagentin in der damaligen In-Disko Blow up entdeckt wurde. Das war der Beginn eines Lebens wie aus einem Hollywood-Film. Sie arbeitete zehn Jahre lang für Zeitschriften wie »Brigitte«, »Burda-Moden« und »Twen«. »Mehr als tausend Worte« ist nach »Glück und Glas« und »Wie der Wind und das Meer« ihr dritter historischer Roman bei Blanvalet.




Gebundene Ausgabe: 496 Seiten 
Verlag: Blanvalet Verlag; Auflage: Originalausgabe (25. März 2019) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3764506504 
ISBN-13: 978-376450650


Meine Einschätzung

Lilli Beck ist einer meiner Lieblingsautorinnen und ich war schon sehr gespannt auf ihren neuen Roman. Ich wurde nicht enttäuscht. Von der ersten Zeile an war ich in die Geschichte versunken. Die Schreibweise der Autorin ist so bildhaft, dass man einfach in die Handlung eintaucht und nicht aufhören kann mit Lesen...
 Aliza, die 16 jährige Hauptheldin, ist mir gleich ans Herz gewachsen. Sie ist Tochter eines Berliner jüdischen Arztes und sehr stolz darauf, ihm in der Praxis helfen zu können. Ihre große Liebe gehört Fabian, der kein Jude ist und deshalb muss ihre Liebe gehiem bleiben. Durch die Rassengesetze würden beide schwer betsraft werden, wenn es andere mitbekämen. Doch die Judenverfolgung in Deutschland verschärft sich und viele jüdische Bekannte und Freunde verschwinden oft über Nacht aus ihren Wohnungen, abgeholt von der Gestapo. Da Aliza bis zu ihrem 17. Geburtstag noch die Möglichkeit hat, mit einem Kindertransport nach England zu emigrieren, schicken ihre Eltern sie zu Bekannten in London. Es zereißt ihr fast das Herz, da es ein Abschied auf ungewisse Zeit ist. Doch Fabian schwört ihr ewige Liebe. Er muss seinen Wehrdienst antreten und eines Tages beginnt der 2.Weltkrieg und alle Träume von Aliza scheinen dadurch zerstört.
In England wird sie verachtet, weil die Menschen in ihr nur die Deutsche und damit eine Feindin sehen. Doch sie lernt auch gute Menschen kennen, die ihr in der schweren Zeit zu Seite stehen. Darunter eine junge Berlinerin, mit der sie über Jahre Freude und Leid teilt. Alizia muss lernen, für ihren eigenen Lebensunterhalt zu sorgen und das unter sehr harten Bedingungen.
Der Leser erfährt nun auf zwei Erzählsträngen, wie es Aliza in England und ihrer Familie im faschistischen Berlin ergeht. 
Werden Fabian und Aliza sich wiedersehen? Was wird aus ihrer Familie? Können sie dem Terror der Faschisten entgehen?
Der historische Hintergrund des Romans ist sehr gut recherchiert. Man erfährt vom Wahnsinn der Judenprogromme, dem Schicksal Tausender jüdischer Kinder, die Dank der Bereitschaft englischer Menschen eine neue Heimat finden konnten, aber auch von Deutschen, die sich mithilfe der Gesetze gegen die Juden in Deutschland an deren Eigentum bereicherten und sie dadurch mittelos ein elendes Leben führen ließen...
Die Geschichte wird mich noch lange begleiten. Sie ist Mahnung, solche Verbrechen nie wieder zuzulassen und zeigt gleichzeitig, wie stark die Liebe und Freundschaft für das Leben sein kann.
Ich danke Lilli Beck für bewegende Lesemomente.

Dienstag, 2. April 2019

Rezension zu "Rette sich, wer kann!" von Sven Böttcher

Inhalt

Der Milliardenmarkt der Krankheitsbranche wächst und wächst - und damit auch die von ihr verursachten Verheerungen. Nach Krebs und Herzinfarkten stehen auf Platz drei der Exitus-Liste die von Ärzten und durch Medikamente verursachten Todesfälle. Sven Böttcher räumt gründlich auf mit unseren falschen Prämissen, korrigiert tödliche Wahrnehmungsfehler und zieht die Konsequenzen: Gesundheit und ein langes Leben sind jederzeit möglich.

"Sven Böttcher hat als aktiver und informierter Patient in den Jahren seiner Krankheit mehr von der Medizin verstanden als die Mehrzahl der Ärzte in einem Berufsleben." (Dr. med. Gerd Reuther, Autor des SPIEGEL-Bestsellers "Der betrogene Patient").

Autor

* 1964. Diverse Kriminalromane um Werbetexter Roland Kant (3), Philip-Marlowe-Wiedergänger Karl-Heinz Störmer (2) sowie Cyber-Cop Victor Sherman (2); Übersetzer von Groucho Marx. Raymond Chandler, Monty Python sowie Douglas Adams, dessen unübersetzbares "Deeper Meaning of Liff" Böttcher als "Der tiefere Sinn des Labenz" ins Deutsche transportierte. Zahlreiche TV-Formate als Autor, Konzeptioner (Beckmann) und Produzent (Funny Dubbing), Drehbuchautor diverser TV-Movies und Serien (u. a. Manatu / Hunde haben kurze Beine / Der letzte Bulle / Die Truckerin). Unter Pseudonymen als Sachbuchautor ("11. 9. - Einsturz eines Lügengebäudes") sowie als Thriller-Autor erfolgreich ("Das fünfte Flugzeug" als John S. Cooper, mit Mathias Bröckers), zuletzt "Prophezeiung" (2011), "Götterdämmerung" (2012), der Spiegel-Bestseller "Quintessenzen - Überlebenskunst für Anfänger" (2013) und "Die ganze Wahrheit über alles" (2016). Weiterführendes zur Vita, allen Büchern, Filmen, Übersetzungen und sonstigem Schaffen unter sven-boettcher.de oder quintessenzen.net, Blog: erzähler.net 




Taschenbuch: 224 Seiten 
Verlag: Westend Verlag; Auflage: 1 (1. Februar 2019) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3864892201 
ISBN-13: 978-3864892202

Meine Einschätzung 


Als chronisch Kranke kenne ich das Gefühl dem Gesundheitssystem und den Ärzten ausgeliefert zu sein. Es ist schwer einen Arzt zu finden, der nicht nur sein Budget sieht, sondern die Beschwerden seiner Patienten ernst nimmt, sich Zeit nimmt und Hilfe anbietet. Man braucht schon viel Nerven, um als Betroffener nicht zu verzweifeln. Auch die Krankenkassen sehen eher ihre Gewinne, als das sie helfen. Oft muss man als chronisch Kranker um Therapien und helfende Medikamente kämpfen und seitenweise Anträge ausfüllen, um dann wieder einmal eine Absage zu erhalten. Man dreht sich in einem ewigen Karussell und braucht doch seine Kräfte, um den Alltag zu meistern, obwohl die Schmerzen einem die Grenzen strikt aufzeigen...
Oft frage ich mich, ob die Mehrzahl der im Gesundheitssystem arbeitenden Ärzte, ihren hipokratischen  Eid vergessen haben: "Meine Verordnungen werde ich treffen zu Nutz und Frommen der Kranken, nach bestem Vermögen und Urteil; ich werde sie bewahren vor Schaden und willkürlichem Unrecht."
Der Autor, selbst an einer unheilbaren Krankheit erkrankt, führt in seinem Buch seine eigenen Erfahrungen mit unserem Gesundheitssystem vor Augen. Er gibt Vorschläge zur Verbesserung der medizinischen Versorgung und Behandlung der Menschen. Traurig ist seine Feststellung, das wir uns verabschieden müssen von der Vorstellung, dass die im Gesundheitssystem arbeitenden Ärzte, Forscher und alle anderen darin Beschäftigten, ihr Ziel darin sehen, uns gesundzumachen. Nein - denn dann werden sie vom System dafür bestraft...(S. 32).
Doch er gibt mit seinem Buch auch Betroffenen Mut zu Selbsthilfe und Mut zum Weiterkämpfen. Das kann zB. in Selbsthilfegruppen sein. Denn gemeinsam erreicht man vieles leichter und schneller.

Besonders berührt haben mich seine Beispiele von todkranken Menschen, denen die Bitte nach einem leichten Tod nicht erfüllt werden, denn sie müssen ja durch weitere oft unnütze Untersuchungen und Behandlungen noch Geld bringen für das große Karussell des Gesundheitswesens. Auch das Kapitel über Schmerzen war für mich sehr interessant zu lesen. Die Kassen bezahlen lieber Chemiekeulen, mit allen schlimmen Nebenwirkungen, als naturmedizinische Behandlungen, die dann nur Patienten mit einem gutgefüllten Geldbeutel zur Verfügung stehen. Leider gilt in unserer Gesellschaft der Spruch- wer reich ist, lebt länger und kann sich auch im Alter auf bessere medizinische Betreuung verlassen.
Das Buch ist unterhaltsam geschrieben und gibt den Leser Anregungen zu überdenken, wie man selber für mehr Gesundheit im Leben und eine zufriedene ärztliche Behandlung sorgen kann.
Es sollte für alle im Gesundheitssystem arbeitenden Menschen zur Pflichtlektüre werden und vielleicht können wir gemeinsam positie Veränderungen im medizinischen Alltag durchsetzen.

Rezension zu "Venus AD" von Gabriele Borgmann

Inhalt

Lucas Cranach gehen die Ideen aus. So stiehlt er kurzerhand eine Skizze von Albrecht Dürer: die Venus mit Amor. Dieses Motiv, denkt Cranach, wird ein Knaller in der Kunst und wird ihm Ruhm bescheren. Cranach malt nach, was Dürer ersann, nämlich die Liebesgöttin, lasziv und nackt, auf Kiefernholz.

Als Albrecht Dürer diesen Diebstahl entdeckt, gerät er außer sich. Die Venus ist seine Schöpfung! Sie muss sein Monogramm tragen. Und in seinem Zorn überwindet er Raum und Zeit. Er landet im Jahr 2019 vor der Neuen Nationalgalerie in Berlin, vor den Füßen der Doktorandin Nele Rosenbach. Die reagiert geistesgegenwärtig und nimmt den Meister mit in ihre Mansardenwohnung, um zu erfahren, was der Kunstwelt bislang verborgen blieb.

Autorin 

Gabriele Borgmann lebt in Berlin. Sie studierte Kunstgeschichte, arbeitete in Zeitungsverlagen und war 16 Jahre in einer politischen Institution im Medienbereich sowie im Referat internationale Beziehungen tätig. Seit mehr als zehn Jahren konzipiert und schreibt sie Unternehmens- und Sachbücher, begleitet Autoren und Autorinnen vom Exposé bis zur Veröffentlichung. „Venus AD“ ist ihr literarisches Debüt.
  
Gebundene Ausgabe: 190 Seiten 
Verlag: PalmArtPress; Auflage: 1 (1. März 2019) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3962580247 
ISBN-13: 978-3962580247

Meine Einschätzung 

Die Autorin nimmt uns mit auf eine Zeitreise und die Geschichte darum ist so genial geschrieben, dass mich das Buch von Anfang an in seinen Bann zog. Die Hintergründe des Geschehens sind sehr gut recherchiert. Man glaubt sich zurückversetzt in die Zeit, in der Albrecht Dürer und Lucas Cranach lebten und bekommt einen guten Einblick in deren Tagesablauf. Beim Lesen erhält man Kenntnisse darüber, wie diese großen Maler ihre Werke geschaffen haben, zB. wie die Farben dazu entstanden. Von 1509 begeben wir uns auf eine Zeitreise in das Jahr 2019. Hier lernen wir die andere Hauptheldin des Romans kennen, die junge Nele, eine begabte Studentin der Kunstgeschichte, deren Lieblingskünstler Albrecht Dürer ist. Sie glaubt, dass das Gemälde "Die Venus" nicht von Lucas Cranach, sondern von Albrecht Dürer ist. Das der Kunstwelt mitzuteilen, getraut sie sich aber nicht. Da steht eines Tages Albrecht Dürer vor ihr, fällt ihr direkt vor die Füße...Wird es ihr nun mit seiner Hilfe gelingen, ihren Verdacht zu erhärten und der Kunstwelt zu beweisen, wer der wahre Maler der "Venus" ist ? 
Humorvoll und gleichzeitig kritisch werden auch die Verbindungen zwischen Politikern und Kunstschaffenden beleuchtet.
Die Geschichte ist unterhaltsam, mit viel Humor, einer Prise Erotik, in einer wunderbaren Erzählform geschrieben.
Ich kann dieses Buch nur weiterempfehlen.


Rezension zu " Kaffee und Zigaretten" von Ferdinand von Schirach

Inhalt

Ferdinand von Schirachs neues Buch »Kaffee und Zigaretten« verwebt autobiographische Erzählungen, Aperçus, Notizen und Beobachtungen zu einem erzählerischen Ganzen, in dem sich Privates und Allgemeines berühren, verzahnen und wechselseitig spiegeln. Es geht um prägende Erlebnisse und Begegnungen des Erzählers, um flüchtige Momente des Glücks, um Einsamkeit und Melancholie, um Entwurzelung und die Sehnsucht nach Heimat, um Kunst und Gesellschaft ebenso wie um die großen Lebensthemen Ferdinand von Schirachs, um merkwürdige Rechtsfälle und Begebenheiten, um die Idee des Rechts und die Würde des Menschen, um die Errungenschaften und das Erbe der Aufklärung, das es zu bewahren gilt, und um das, was den Menschen erst eigentlich zum Menschen macht. In dieser Vielschichtigkeit und Bandbreite der erzählerischen Annäherungen und Themen ist »Kaffee und Zigaretten« das persönlichste Buch Ferdinand von Schirachs.


Autor 

Der Spiegel nannte Ferdinand von Schirach einen »großartigen Erzähler«, die New York Times einen »außergewöhnlichen Stilisten«, der Independent verglich ihn mit Kafka und Kleist, der Daily Telegraph schrieb, er sei »eine der markantesten Stimmen der europäischen Literatur«. Die Erzählungsbände »Verbrechen« und »Schuld« und die Romane »Der Fall Collini« und »Tabu« wurden zu millionenfach verkauften internationalen Bestsellern. Sie erschienen in mehr als vierzig Ländern. Sein Theaterstück »Terror« zählt zu den weltweit erfolgreichsten Dramen unserer Zeit. Ferdinand von Schirach wurde vielfach mit Literaturpreisen ausgezeichnet. Er lebt in Berlin. Zuletzt erschienen von ihm die Spiegel-Bestseller »Die Herzlichkeit der Vernunft«, ein Band mit Gesprächen mit Alexander Kluge, die Erzählungen »Strafe« sowie sein persönlichstes Buch »Kaffee und Zigaretten«. 

Gebundene Ausgabe: 192 Seiten
Verlag: Luchterhand Literaturverlag; Auflage: Originalausgabe (4. März 2019)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3630876102
ISBN-13: 978-3630876108

Meine Einschätzung 

Mir ist der Autor in verschiedenen Talk Shows aufgefallen und die Art und Weise, wie er sich an den Gesprächen beteiligte und wie er dieses Buch vorstellte, machten mich sehr neugierig, etwas von ihm zu lesen. Dieses Buch ist eine Ansammlung von Ereignissen, Erlebnissen und persönlichen Wahrnehmungen aus dem Leben des Autors. Es unterstreicht seine aufmerksame Beobachtung und Einschätzung von persönlichen Begegnungen und gesellschaftlichen Ereignissen und seine schriftstellerische Begabung diese in Texten umzusetzen. Es ist eine besondere Scheibweise, die den Leser mitnimmt auf eine Reise durch das Leben von Ferdinand von Schirach und an einigen Stellen auffordert, selbst Stellung zu Ereignissen in der Welt zu beziehen. Man spürt in vielen Geschichten die Traurigkeit und Melancholie, aber auch oft den Humor, mit dem diese Zeilen geschrieben wurden.
In den 48 Kurzgeschichten lernt der Leser den Autor näher kennen. Er erzählt ua. von seiner Kindheit, seiner Arbeit als Strafverteidiger, von Depressionen...und oft schwingt eine Melancholie mit. Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen und ich werde auch noch andere Bücher von Ferdinand von Schirach lesen, denn seine Schreibweise ist ganz besonders und umfängt mich beim Lesen. Auch danach hallt das Gelesene in mir nach...Ein ganz besonderes Leseerlebnis.
Ich kann diesem Buch nur viele Liebhaber wünschen.