Samstag, 8. Oktober 2016

Rezension zu "Die Frau, die zu sehr liebte" von Hera Lind

Inhalt:
Wie vom Blitz getroffen verliebt sich die dreifache Mutter und Arztfrau Linda in den äußerst charmanten Bankdirektor Frank. Nach heißen Liebesnächten und einem gemeinsamen Urlaub trifft sie den waghalsigen Entschluss, ihrem bisher eintönigen Leben noch einmal den entscheidenden Kick zu verleihen. Sie gibt alles auf, verliert Freunde, Familie und ihre finanzielle Sicherheit. Aber sie glaubt an die große Liebe. Doch was als perfektes Glück mit Patchworkfamilie im neuen Haus beginnt, wird mehr und mehr zu einem Albtraum, aus dem es kein Zurück mehr gibt ...
Autor: Hera Lind studierte Germanistik, Musik und Theologie und war Sängerin, bevor sie mit ihren zahlreichen Romanen von "Die Champagner-Diät" und "Verwechseljahre" bis "Eine Handvoll Heldinnen" sensationellen Erfolg hatte. Auch mit ihren Tatsachenromanen "Der Mann, der wirklich liebte", "Die Frau, die zu sehr liebte" und "Kuckucksnest" eroberte sie die SPIEGEL-Bestsellerliste. Hera Lind lebt mit ihrer Familie in Salzburg.
Format: Taschenbuch, Broschur 
Verlag: DIANA
erschienen:  09.11.2015 
Seitenanzahl: 400
ISBN: 978-3-453-35782-2 
Mein Eindruck:
Hera Lind erzählt eine wahre Geschichte, die sie gemeinsam mit der Hauptheldin zu einem gefühlvollen und spannenden Roman entwickelt hat. 
Erzählt wird von der 47 Jahre alten Linda Albrecht, die mit ihrem Ehemann Jochen und den gemeinsamen Kindern Patti und Simon ein sorgenfreies Leben im Taunus verbringt. Doch über all der Arbeit als erfolgreicher Dermatologe, bleibt bei Lindas Ehemann das Gefühl zu ihr auf der Strecke. Ihr fehlt seine Aufmerksamkeit...Die Begegnung mit Frank, dem Nachbarn ihrer Freundin, selbst verheiratet und stolzer Vater, dazu ein erfolgreicher Bankdirektor in Frankfurt/Main, bleibt nicht ohne Folgen. Sie spürt wieder Schmetterlinge im Bauch und stürzt sich mit ihm in eine heiße Affäre, die sie beide nicht lange vor dem Ehepartnern verheimlichen können. Als eine Traumvilla gefunden wird, ziehen beide mit den Kindern  ein und es scheint, als wenn Linda ihren Traummann gefunden hätte...Doch leider bröckelt das Traumbild von ihrem so geliebten Frank sehr schnell und es beginnt für Linda ein Albtraum....
Mir gefällt Hera Linds Schreibweise sehr gut und ihre neue Reihe von Tatsachenromanen ist voller Lebensgeschichten, die den Leser ergreifen und fesseln.
Dieser Roman zeigt, wie schwer es ist, im Leben den richtigen Partner zu finden. Auch die Partnerschaft lebendig zu halten und nicht die Liebe durch alltägliche Probleme zu verlieren, ist keine leichte Aufgabe und verlangt von beiden viel Einfühlungsvermögen. 
Diesen Roman vergißt man nicht so schnell und er lässt einen über sein eigenes Leben und Partnerschaft nachdenken.
Ich kann ihn sehr empfehlen.

Sonntag, 25. September 2016

Rezension zu "Die Reise der AMY SNOW" von Tracy Rees

Inhalt: Als Baby wurde Amy Snow ausgesetzt. Mittellos und von allen gehasst wird sie auf dem noblen Hatville Court aufgezogen. Die schöne Tochter des Hauses, Aurelia Vennaway, ist Amys einzige Freundin und der wichtigste Mensch in ihrem Leben. Als Aurelia jung stirbt, bricht Amys Welt zusammen. Aber Aurelia macht ihr ein letztes Geschenk: ein Bündel Briefe, das Amy auf Schatzsuche schickt. Einen Code, den nur Amy entschlüsseln kann. Am Ende erwartet Amy ein Geheimnis, das ihr Leben verändern wird. Amy Snow begibt sich auf eine Reise quer durch England.
Autor: Tracy Rees studierte in Cambridge und hat acht Jahre in einem Sachbuchverlag gearbeitet. Ihr Roman "Amy Snow" wurde aus über tausend Einsendungen in einem Schreibwettbewerb als Gewinner ausgewählt. Sie lebt in South Wales, England.
Format:  Broschiert,476 Seiten
Verlag: List
erschienen: 14. März 2016
ISBN: 978-3-471-35136-9
zu kaufen:https://www.amazon.de/dp/3471351361/ref=as_li_ss_tl?_encoding=UTF8&me=&linkCode=ll1&tag=httppetrasbue-21&linkId=79576aa8773ac7bd8d64d015a5a98c96
Mein Eindruck 

1831 findet Aurelia Vennaway, 8 Jahre alt, im Schnee ein fast erfrorenes Baby. Sie nimmt es mit zu sich nach Hause - auf da englische Anwesen Hatville Court. Ihre Eltern sind entsetzt, wollen aber ihrer Tochter nicht den Wunsch abschlagen, dass das Baby , ein kleines Mädchen, von nun ab bei ihnen aufwachsen darf.
Das kleine Mädchen wird Amy Snow genannt und wächst von nun an, abgeschirmt von der Außenwelt, in der Küche des Anwesens auf. Hier muss sie auch frühzeitig mithelfen. Nur Aurelia bringt Licht in das sonst graue Leben von Amy und versucht so gut sie kann, sie vor den Grausamkeiten, vor allem vor der Herrin des Hauses, zu schützen. Doch ein Schatten liegt über der Freundschaft der beiden Mädchen- Aurelia erkrankt schwer und stirbt sehr jung.
Da Amy nun keine Beschützerin mehr hat- wird sie aus dem Anwesen gejagt. Doch ihre junge Freundin hat für sie vorgesorgt und schickt sie nun auf eine Reise mit unbekannten Ziel. In Briefen, die Amy wie in einer Schnitzeljagd in verschiedenen Orten finden muss, sind immer die nächsten Etappenziele angegeben. An ihren Etappenzielen begegnet sie vielen Menschen, die ihr gern weiterhelfen. Sie wird durch diese Reise selbstbewußter und lernt das Leben kennen. So wird diese Reise auch eine Reise zu ihrem eigenen Ich.
Die Erzählweise ist sehr bildhaft. Man erfährt viel vom Leben der damaligen Zeit. Die Charaktere der handelnden Personen sind gut dargestellt.
Voller Spannung erlebte ich die Suche von Amy nach dem Geheimnis ihrer verstorbenen Freundin. Oft verlässt sie auch der Mut weiter zu suchen, denn es war in der damaligen Zeit nicht ungefährlich, allein als Frau zu reisen. Auch muss sie oft liebgewonnene Menschen plötzlich verlassen, denn ein neues Etappenziel wartete auf sie.
Ich habe beim Lesen mit Amy gehofft und gebangt. Das endgültige Ende und die Offenbarung von Aurelias Mutter haben mich dann doch überrascht...
Wer wissen möchte, was Amy auf ihrer Reise erlebt, ob sie das Geheimnis von Aurelia lösen kann und wie ihre Zukunft aussieht, muss dieses sehr unterhaltsame und einfühlsame Buch lesen.

Rezension zu "Portugiesisches Erbe" - EIN LISSABON-KRIMI von Luis Sellano

Inhalt:Henrik Falkner weiß kaum, wie ihm geschieht, als er die malerischen Altstadtgassen von Lissabon betritt. Der ehemalige Polizist soll ein geheimnisvolles Erbe antreten: Sein Onkel hat ihm ein Haus samt Antiquitätengeschäft vermacht. Während Henrik mehr und mehr in den Bann der pulsierenden Stadt am Tejo gerät, entdeckt er, dass sein Onkel offenbar über Jahre hinweg Gegenstände gesammelt hat, die mit ungelösten Verbrechen in Verbindung stehen. Und kaum hat Henrik seine ersten Pastéis de Nata genossen, versucht man, ihn umzubringen. Henrik stürzt sich in einen Fall, der sein Leben verändern wird.
Autor: Luis Sellano ist das Pseudonym eines deutschen Autors. Auch wenn Stockfisch bislang nicht als seine Leibspeise gilt, liebt Luis Sellano Pastéis de Nata und den Vinho Verde umso mehr. Schon sein erster Besuch in Lissabon entfachte seine große Liebe für die Stadt am Tejo. Luis Sellano lebt mit seiner Familie in Süddeutschland. Regelmäßig zieht es ihn auf die geliebte Iberische Halbinsel, um Land und Leute zu genießen und sich kulinarisch verwöhnen zu lassen.
Format: Paperback, Klappenbroschur
Verlag:  HEYNE
erschienen: 13.06.2016
Seitenanzahl: 363
ISBN: 978-3-453-41944-5

Mein Eindruck
Henrik Falkner, der Hauptheld unserer Geschichte, ein ehemaliger Polizist, fliegt nach Lissabon. Dort hat ein ihm unbekannter Onkel ein Haus mit einem Antiquitätengeschäft vererbt.
Beim Lesen wird man durch die sehr bildhafte Beschreibung in den Strudel der nun folgenden Ereignisse hineingezogen. Ich selber war noch nie in Lissabon, aber man fühlt sich als Leser direkt vor Ort. Durch die malerische Beschreibung der Häuser und Gassen und die genaue Charakterisierung der Menschen dieser Stadt, fühlt man als Leser sehr schnell, wie sehr der Schriftsteller Lissabon liebt. Um die Handlung gut verfolgen zu können, findet man auf dem Buchumschlag eine Karte mit den wichtigsten Handlungsorten.
Unser Hauptheld hat am Anfang Probleme mit den Menschen klar zu kommen, doch er merkt sehr schnell, dass er ohne ihre Hilfe nicht hinter das Geheimnis kommen kann, das sein Onkel ihm mit dem Antiquariat hinterlassen hat. Denn dort findet er Gegenstände, die ihn zu Orten führen sollen, an denen ungelöste Verbrechen stattgefunden haben. Als Henrik nur knapp einem Mordanschlag entkommt, beginnt eine aufregende Verfolgungsjagd, die den Leser voller Spannung mitreißt.
Ich habe diesen Krimi beim Lesen kaum aus der Hand legen können, so hat mich die Handlung gefesselt. Mit dem Haupthelden, aber auch mit seinen neuen Freunden habe ich mitgebangt und gehofft, dass sie alle Geheimnisse lösen können, ihren Verfolgern entkommen können und deren kriminellen Machenschaften beweisen und sie hinter Gitter bringen können.
Aber auch die Liebe kommt in diesem Buch nicht zu kurz, obwohl hierbei die Titelfigur sich kaum entscheiden kann, für welche Frau, sein Herz für immer schlägt....
Ob es Henrik gelingt, hinter alle Geheimnisse zu kommen und ob er überhaupt das Erbe seines Onkels antritt, erfährt man in diesem sehr spannenden und unterhaltsamen Krimi.
Ich würde mich freuen, in Zukunft noch weitere Abenteuer des Haupthelden miterleben zu können.
Für alle Liebhaber von Krimis sind mit diesem Buch spannende Lesestunden gewiß.

Samstag, 17. September 2016

Rezension " Auf Freiheit zugeschnitten" von Margret Greiner

 Autor:  Margret Greiner
Studium der Germanistik und Geschichte an den Universitäten Freiburg/Brsg. und München, theaterpädagogische Zusatzausbildung. Viele Jahre Unterrichtstätigkeit in den Fächern Deutsch, Geschichte und Ethik an deutschen Schulen, am Schmidt’s Girls College in Jerusalem und an der Renmin Universität in Beijing. Zahlreiche Medienbeiträge über Israel und Palästina, über Else Lasker-Schüler, Paul Celan, Frank Wedekind und die Literatur des Expressionismus. Buchpublikationen: »Miss, wie buchstabiert man Zukunft?« (2003) und »Jefra heißt Palästina«“ (2005). Margret Greiner lebt in München.

Inhalt: Emilie Flöge lernte als junges Mädchen Gustav Klimt kennen und führte mit ihm ein Leben lang eine Beziehung jenseits aller Konventionen. Vor allem aber war sie eine herausragende Modeschöpferin. Im Wien um 1900, wo Malerei, Architektur, Kunsthandwerk und Mode eine Blütezeit erlebten, schuf Emilie Flöge einen bahnbrechenden Mode-Stil, der die Frauen – fünfzehn Jahre vor Coco Chanel – von Korsett und Mieder befreite.
Format: Taschenbuch, Broschur
Verlag: btb
erschienen: 11.04.2016 
ISBN: 978-3-442-71413-1 

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Meine Einschätzung
Die Schriftstellerin nimmt den Leser mit ins Wien um 1900. Erzählt wird die Lebensgeschichte von Emilie Flöge und ihre Liebe zu dem Künstler Gustav Klimt. Man kennt sie als dessen "Muse" und Lebensgefährtin. Durch diese biographische Erzählung erfährt der Leser mehr über ihr Leben und lernt sie als starke Frau und Künstlerin kennen. Gemeinsam mit ihren Schwestern eröffnete sie den Modesalon "Schwestern Flöge", in denen sie die Damen der gehobenen Gesellschaft einkleideten.
Ihre Mode befreite die Frauen von Mieder und Korsett und war damit revolutionär. 
Ihre Liebesbeziehung zu Klimt wurde in der Öffentlichkeit verschwiegen, was beiden sehr schwer fiel- Emilie wollte aber ihr Leben frei und unabhängig führen. Das war für Frauen in der damaligen Zeit sehr ungewöhnlich. Die Schreibweise ist sehr unterhaltsam. Man bekommt als Leser einen guten Einblick in die Kultur, Kunst, Architektur und Mode, sowie der Lebensart der damaligen Zeit.
Im Buch findet man auch viele Fotos, die aus dem Leben von Emilie stammen und ua. einige Modeschöpfungen der damaligen Zeit zeigen. Auch Farbfotos von Gemälden von Gustav Klimt enthält dieses Buch.
Da ich die Bilder des Künstlers sehr liebe und ich mich für Mode der unterschiedlichen Epochen interessiere, war ich sehr gespannt auf dieses Buch. Ich wurde nicht enttäuscht und empfehle es allen, die sich für Biographien von Künstlern und außergewöhnlichen Menschen interessieren.
 

Freitag, 16. September 2016

Rezension zu "Ich knittere nicht, ich lache nur" von Thomas Letocha

Autor: Thomas Letocha
Thomas Letocha studierte Jazzklavier und Komposition sowie Medientechnik. Als Autor und Regisseur realisierte er zahlreiche Fernsehportraits und Dokumentationen und arbeitete als Producer und Realisator von Werbe- und Industriefilmen. Seit über 20 Jahren arbeitet er als Drehbuchautor, immer in Zusammenarbeit mit Andreas Föhr. Über 200 Drehbücher sind für das deutsche Fernsehen verfilmt worden. Seit einigen Jahren ist er auch als Romanautor tätig.



Inhalt:
Was soll ich sagen? Ich hätte auch nicht gedacht, dass ich noch mal diesen ganz besonderen Mann kennenlernen würde: Rudolf, 79 Jahre alt. Ich selbst bin fast 82, also um einiges älter als er. Aber was soll’s – ich bin mir sicher, dass Rudolf derjenige ist, mit dem ich gemeinsam in die Zukunft gehen will. Dabei hat es gar nicht nach einem Happy End ausgesehen. Denn plötzlich hatte sich Rudolf so seltsam verhalten. Und ich bekam Angst, dass eine andere Frau dahintersteckte. Und dann habe ich ihm hinterherspioniert. Was hätte ich denn sonst tun sollen? Ich konnte ja nicht wissen, dass ich damit in ein großes Abenteuer hineinstolpern würde ...
Format: Taschenbuch, Broschur 
Verlag : GOLDMANN  
erschienen: 20.06.2016
Seitenanzahl: 192
ISBN: 978-3-442-48457-7 

Mein Eindruck

In dem 3. Buch über neue Ereignisse in Oma Elses Leben von Thomas Letocha, wird der Leser wieder in turbulente Ereignisse hineingezogen.
Oma Else, wie sie von allen liebevoll genannt wird, spürt mit ihren 82 Jahren wieder Schmetterlinge in ihrem Bauch, denn sie hat sich in Rudolf, 79 Jahre alt, verliebt.
Sie zieht zu ihm in sein Haus an der norddeutschen Küste. Doch plötzlich ziehen dunkle Wolken am Liebeshimmel auf, denn Rudolf beginnt sich merkwürdig zu benehmen und ist plötzlich sogar verschwunden...Auch sein Freund schweigt zu Oma Elses Fragen und so begibt sie sich auf die Suche nach ihm. Alles was sie entdeckt, verstärkt ihren Glauben an eine andere Frau, die Rudolf liebt.
Plötzlich taucht auch noch sein für sie bisher unbekannter Bruder auf und macht ihr den Hof. Ob es für alle doch noch ein Happy End gibt- ihr dürft gespannt sein.
Mir gefällt diese Geschichte, die mit viel Humor erzählt ist. Die handelnden Personen sind gut charakterisiert und sie werden beim Lesen lebendig. Das Buch ist sehr unterhaltsam und darf in keinem Koffer als Urlaubslektüre fehlen - aber auch in der kühleren Jahreszeit bringt es humorvolle Lesestunden in die Bücherstuben.


Mittwoch, 20. Juli 2016

Rezension zu "Kuckucksnest" von Hera Lind

Inhalt:

Wer Adoption sagt, muss auch B sagen

Die Zwillinge Sonja und Senta fallen aus allen Wolken, als sie erfahren, dass sie beide unfruchtbar sind. Doch dank ihrer Männer stehen sie den endlosen Adoptionsmarathon durch, und so finden nach und nach zehn Kinder zu ihnen. Jedes hat einen anderen erschütternden Hintergrund – traumatisierte Kinderseelen, die Halt und Liebe brauchen. Die Zwillinge öffnen Haus und Herz, lieben bedingungslos und gründen eine turbulente Großfamilie, die stark genug ist, alle zehn Kinder aufzufangen …

Eine berührende Geschichte voller Mut und Konsequenz und dem unerschütterlichen Glauben an die Kraft der Familie

Autorin: Hera Lind studierte Germanistik, Musik und Theologie und war Sängerin, bevor sie mit ihren zahlreichen Romanen von "Die Champagner-Diät" und "Verwechseljahre" bis "Eine Handvoll Heldinnen" sensationellen Erfolg hatte. Auch mit ihren Tatsachenromanen "Der Mann, der wirklich liebte", "Tausendundein Tag" und "Die Frau, die zu sehr liebte" eroberte sie die SPIEGEL-Bestsellerliste. Hera Lind lebt mit ihrer Familie in Salzburg.

Format:
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag 

Verlag: DIANA
erschienen: 16.05.2016 
Seitenanzahl: 447
ISBN:
978-3-453-29157-7

Mein Eindruck

Seit ein paar Jahren bittet Hera Lind ihre Leser ihr eigene Geschichten aus ihren Leben zu senden. Aus diesen wahren Geschichten schreibt sie dann Romane, aus dem Leben gegriffen und sehr unterhaltsam.
Unfruchtbarkeit ist für viele Frauen eine niederschmetternde Diagnose. Doch die beiden Zwillingsschwestern erholen sich schnell von ihrem Schock und nehmen das Thema Kinderbekommen in die eigenen Hände. Da sie finanziell abgesichert sind und auch genügend Platz im eigenen Heim haben, möchten sie Kindern, die sonst ohne Eltern im Heim aufwachsen müssten, eine neue Familie und damit eine gesicherte Zukunft. geben.
Sehr unterhaltend und auch oft mit einem Augenzwinkern ist Hera Lind ein liebevoller Roman nach einer wahren Geschichte gelungen. Es hat mich sehr berührt, wie beide Schwestern mit ihren Ehemännern allen bürokratischen Hürden trotzen und insgesamt 10 Kindern ein neues Zuhause geben. Herkunft und Nationalität sind den beiden Frauen egal. Im Roman erzählen die Schwestern immer abwechselnd, was in ihren Familien Neues geschieht. Dabei erfährt der Leser, wie die beiden zusammenhalten und sich immer gegenseitig bei aufkommenden Problemen unterstützen. Die oft traumatisierten Kinder brauchen viel Verständnis, Liebe und Einfühlungsvermögen. Auch gibt es nicht nur verständnisvolle Mitmenschen....
Im Roman werden auch viele Mißstände zB. in den Jugendämtern kritisch aufgezeigt. Oftmals ist dort die Einhaltung der Bürokratie wichtiger, als schnell zu handeln und dem betroffenen Kind zu helfen, indem man es in eine behütete Umgebung gibt.
Besonders bewegt hat mich auch die Schilderung der Zustände in einem Kinderheim, in dem die kleinen Kinder im Winter  nicht zum Spielen nach draußen dürfen, da es nicht genügend Personal gäbe, das ihnen die Wintersachen an-und auszieht.
Mit der Pubertät der Kinder in ihren neuen Familien kommen plötzlich ungeahnte Probleme auf die Eltern zu. Einige Kinder wollen nun ihre leiblichen Eltern kennenlernen oder es tauchen psychische Probleme , die mit der Herkunft der Kinder zusammenhängen.
Ob es den beiden Schwestern gelingt, durch ihren Zusammenhalt und ihr Einfühlungsvermögen alles zu lösen, erfährt der Leser in diesem Buch.
Da ich selbst einige Jahre in einem Kinderheim als Erzieherin gearbeitet habe, hat mich dieser Roman besonders interessiert und ich wurde von Hera Lind nicht enttäuscht. Danke für berührende Lesestunden. Ich kann dieses Buch nur weiter empfehlen und hoffe, es regt zum Nachdenken an, um noch bestehende Mißstände zu beenden.
 



                                                                                                       


Mittwoch, 13. Juli 2016

Rezension zu "Und die Menschen verändern sich" Briefe an Markus Wolf 1934 - 2006

Inhalt: Wesenszug der Aufklärers ist das Schweigen. Im Leben davor und danach war Markus Wolf (1923 - 2006) ein vielfach Schreibender – und er erhielt zahllose Briefe. Aus aller Welt. Von Verwandten, Freunden, Mitstreitern, Lesern, Gegnern, respektvollen wie kritischen Beobachtern aller Generationen. Dieses Buch gibt einen Einblick in die Vielfalt dieser Briefe. Eine Erzählung besonderer Art – über ein Leben und ein Jahrhundert. (ND)
Autoren: Wolf, Andrea (Hg.) / Schütt, Hans-Dieter (Hg.)
Format: broschürt 292 Seiten
Verlag: Edition Die Möwe
erschienen: 2016
ISBN: 978-3-00-051782-2
hier zu kaufen: https://www.amazon.de/die-Menschen-ver%C3%A4ndern-sich-1934-2006/dp/3000517820/ref=as_li_ss_tl?s=books&ie=UTF8&qid=1468759530&sr=1-1&keywords=und+die+menschen+ver%C3%A4ndern+sich&linkCode=ll1&tag=httppetrasbue-21&linkId=478681f17177d288e2246ee92073fb1a 

Mein Eindruck
" Markus Wolf - sein Name ist Legende und Lektion. Die Legende betrifft einen der erfolgreichsten Akteure der Auslandsaufklärung in Zeiten des Kalten Krieges, und die Lektion, die sein Leben bietet, erzählt von der Härte und Heftigkeit, mit der das 20. Jahrhundert Biografien formte und auf unerwartete Wege lenkte." (Die Möwe )
Lebenslauf von Markus Wolf: https://www.edition-die-moewe.de/markus-wolf.html 
Das Buch untergliedert sich in 4 Abschnitte :
I Hättest Du je gedacht, dass Du solche Dinge tun kannst? Briefe 1934 bis 1951
II Wir haben Verbündete, aber sind wir wirklich verbunden? Briefe 1968 bis 1989
III Ein majestätischer Schwan landete direkt vor Deinem Haus Briefe 1990 bis 2006
IV Wehmut verband uns, also war nichts verloren Kondolenzbriefe 2006

Außerdem enthält es einen kurzen Lebenslauf von Markus Wolf, eine Auflistung seiner Bücher und ein Verzeichnis der Briefautoren.
I.Kapitel
Die ersten Briefe in ein sowjetisches Pionierlager sind aufmunternde Zeilen seines Vaters Friedrich Wolf, in denen dessen Fürsorge um die Gesundheit seines Sohnes, der väterlichen Unterstützung bei der Bekämpfung des aufkommenden Heimwehs und der Stärkung des Selbstbewußtseins seines Sohnes zum Ausdruck kommt.
Es folgen Briefe aus seiner Jugendzeit- von Freunden, Schulkameraden, seiner ersten großen Liebe.
Beim Lesen bemerkt man, dass trotz der schwierigen Situation - zu Beginn der Machtergreifung Hitlers, emigrierte die Familie Wolf in die Sowjetunion- Markus eine behütete Kindheit und Jugendzeit hatte. In ihrer neuen Heimat fühlte sich Markus wohl und gemeinsam mit seinem Bruder Konrad absolvierte er erfolgreich die Schulzeit.
Als am 22.Juni 1944 Nazideutschland die Sowjetunion überfällt, wird die Hochschule an der Markus studiert in das tausende Kilometer entfernte Kasachstan evakuiert. Viele seiner Freunde gehen an die Front und berichten in ihren Briefen von den Grausamkeiten des Krieges und ihrer Sehnsucht nach einem friedlichen Leben und der Weiterführung ihres Studiums. Auf Vorschlag von Walter Ulbricht wird er selber zum Aufklärer ausgebildet. Sein Bruder Konrad wird zur Roten Armee einberufen. Die Familie wird auseinandergerissen und viel zu selten hat man die Möglichkeit der Kontaktaufnahme mit Briefen. Diese hier abgedruckten Briefe aus der damaligen Zeit geben das Schicksal vieler Jugendliche wieder, die beraubt wurden durch den Krieg, ein normales Leben zu führen und stattdessen in den Schützengraben täglich ihr Leben für die Befreiung ihrer Heimat einsetzten.
Das kommt auch in den Briefen seines Bruders Konrad zum Ausdruck, dass der Krieg ein jäher Wendepunkt in seinem Leben war, herausgerissen aus einem umsorgten Leben- hineingestoßen in einen Vernichtungskrieg. Doch er betont auch, dass er mit Hilfe seiner Kameraden schnell selbstständig geworden ist und seine Aufgaben gut erfüllen konnte.
1944 heiratet er seine große Liebe Emmi - doch es mussten noch einige Monate vergehen, ehe sie beide glücklich zusammen leben konnten.
1945 nach dem Sturz des Hitlerfaschismus kehrte Markus nach Berlin zurück und berichtete ua. als Kommentator beim Berliner Rundfunk von den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen. 1949 wird er Erster Rat der Botschaft der DDR in Moskau.
So endet das erste Kapitel, dass die Jugendzeit Markus Wolfs beinhaltet- die Flucht aus Deutschland und seine Rückkehr als politisch geformter junger Mann, der gewillt ist, den Sozialismus in seiner deutschen Heimat mit all seinen Kräften aufbauen und verteidigen zu helfen.
II.Kapitel
 Im folgenden Kapitel kommen Briefe aus der Zeit, in der 1951 Markus Wolf sichvom jüngsten Mitglied des Außenpolitischen Nachrichtendienstes der DDR  zum berühmtesten deutschen Spionagechef entwickelt.
Aus dieser Zeit gibt es sehr wenige Briefe, da ja kaum von ihm aus ein Briefwechsel möglich war. In wenigen Briefen werden Glückwünsche übermittelt oder Erinnerungen an gemeinsame Erlebnisse aufgefrischt. Man erfährt als Leser kaum etwas vom Privatleben Markus Wolfs.
Mitte der 70iger Jahre war die Entlarvung des DDR Agenten Günther Guillaume, der im Bundeskanzleramt tätig war, das spektakuläre Ereignis. 20 Jahre war er für die Abteilung Aufklärung in der BRD tätig. In Briefen bittet er nach seiner Verurteilung, auch seine Frau erhielt eine Gefängnisstrafe, Markus Wolf darum, sich um seinen Sohn zu kümmern, der in der BRD aufgewachsen ist, nichts von der Tätigkeit seiner Eltern gewußt hat und nun in die DDR übergesiedelt war.
Bewegend fand ich auch den Brief des ehemaligen Kindermädchens der Brüder Wolf, die 1983, ihn nach 50 Jahren an seine schöne Kindheit erinnert.
Viele Briefe erreichen ihn auch, als er nach dem Tode seines Bruders Konrad, dessen Vermächtnis weiterführt und das Buch "Troika" im Frühjahr 1989 veröffentlicht. Zu diesem Zeitpunkt hat er sich von seinem aktiven Dienst schon seit 3 Jahren verabschiedet, da er immer mehr am politischen Sinn des Nachrichtendienstes zweifelt und an Mielkes Vorgehen verzweifelt.
Das Buch- das gleichzeitig in der DDR und der BRD veröffentlicht wird, ist die erste DDR -Veröffentlichung über die Verbrechen Stalins.

III: Kapitel
Im letzten Kapitel, das Briefe an ihn enthält, geht es um Gedanken und Eindrücke der Zeit nach der Wende. Bis zur Wiedervereinigung brennt in ihm immer noch die Hoffnung auf einen reformierbaren Sozialismus. Doch nun werden er und alle seine Genossen, die bei der Staatssicherheit tätig waren, als Verbrecher angesehen. Nach einem monatelangen Aufenthalt in Österreich und Moskau, auf Anraten seiner Anwälte, kehrt er zurück und ihm wird der Prozess wegen Landesverrates gemacht und  eine Haftstrafe von 6 Jahren verhängt, die erstmal ausgesetzt wird. 1995 werden alle Urteile gegen MfS Offiziere aufgehoben.
In vielen Briefen wird die Empörung seiner Freunde gegenüber diesem Prozess deutlich. Aber auch die Angst, was aus den Weggefährten wird. Viele stehen nun vor der Frage, wie soll es weitergehen und verstehen nicht, dass sie angeklagt werden, wo sie doch den sozialistischen Staat geschützt haben. Aber es werden auch Stimmen laut, die Markus Wolf vorwerfen, dass er nicht die Mißstände in der DDR gesehen hat bzw. sehen wollte, gleichzeitig wird aber auch die Hoffnung auf einen besseren Sozialismus betont.
Die Briefe verdeutlichen auch die Spannung in dieser Zeit, auf der einen Seite ist man froh die alte Ordnung beseitigt zu haben, aber viele der Genossen und Weggefährten verzweifeln an der Situation, dass der sozialistische deutsche Staat untergegangen ist, für den  sie ihr ganzes Leben gekämpft und gearbeitet haben. Die Hoffnung auf einen reformierten Sozialismus ist mit der Wiedervereinigung gestorben.
Markus Wolf schreibt in seinen letzten Lebensjahren mehrere Bücher. In den Briefen an ihn kommt immer wieder die Erinnerung für eine gerechte Sache gekämpft zu haben und die Hoffnung darauf, dass künftige Generationen es besser machen werden.
Ich kann dieses Buch nur jedem empfehlen, der mehr über das Leben von Markus Wolf erfahren möchte. Es bringt viele geschichtliche Zusammenhänge zum Vorschein - in der deutschen Geschichte vom Beginn des Faschismus bis nach der Wende.
Es sollte jedem Mahnung und Ansporn sein, sich im Leben für die Erhaltung des Friedens und für ein gerechteres Leben aller Menschen einzusetzen.