Sonntag, 14. Oktober 2018

Rezension zu "Als Bach nach Dresden kam" von Ralf Günther

Inhalt
Musik, Dresden und der große Johann Sebastian Bach - Bestsellerautor Ralf Günther entführt uns mit einer humorvollen und kurzweiligen Erzählung in die höfische Welt des 18. Jahrhunderts.

September 1717. Jean-Baptiste Volumier ist Konzertmeister der Hofkapelle August des Starken. Als ihm zu Ohren kommt, dass der skandalumwitterte französische Musiker Louis Marchand nach Dresden geholt werden soll, wird ihm angst und bange: Wird Marchand ihm den Rang streitig machen? Volumier fasst einen Plan: Ein Orgelduell, bei dem er Marchand gegen den größten lebenden deutschen Komponisten antreten lässt: Johann Sebastian Bach wird Marchand überstrahlen, da ist Volumier sicher, und nach einer Blamage wird Marchand das Weite suchen. In Weimar lernt Volumier Bachs Cousine Friedelena kennen. Die Begegnung verändert einiges. Kurz bevor das Tastenduell stattfindet, nehmen die Ereignisse einen unvorhergesehen Verlauf. Und Volumier muss sich etwas einfallen lassen…

Autor 

Ralf Günther, 1967 in Köln geboren, studierte Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft. Er ist Schriftsteller und Drehbuchautor, entwickelte Serien für das ZDF und den KiKA und schrieb viele erfolgreiche historische Romane, darunter den Bestseller „Der Leibarzt“. Im Kindler-Verlag sind bisher erschienen "Das Weihnachtsmarktwunder" (2015) und "Die Badende von Moritzburg" (2017). Der Autor lebt in der Nähe von Dresden.

Gebundene Ausgabe: 160 Seiten 
Verlag: Kindler Verlag; Auflage: 1. (25. September 2018) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 9783463407067 
ISBN-13: 978-3463407067
zu kaufen: https://amzn.to/2Opp0Th

Meine Einschätzung

In diesem kleinen Büchlein erwacht die Welt des 18.Jahrhunderts und bringt eine wahre Geschichte ans Licht - den Wettstreit zwischen dem französischen Musiker Louis Marchand und Johann Sebastian Bach, dem damaligen größten Musiker in Deutschland. Dieses Duell soll am Hofe August des Starken in Dresden stattfinden und sein Konzertmeister Jean-Baptiste Volumier soll es organisieren. Dass das damals keine einfache Sache war, ist verständlich. Die einzige Möglichkeit die Musiker an den Hof in Dresden einzuladen und zu überzeugen am Wettstreit mitzumachen, war die Reise mit Postkutschen, um von einem Ort zum anderen zu kommen und diese Fahrten waren nicht sehr bequem und oft auch gefährlich.
Da Bach der Thomaskantor in meiner Heimatstadt Leipzig war und auch den Thomanerchor  27 Jahre lang leitete, habe ich voller Interesse dieses Buch gelesen.
Der Autor beschreibt sehr gut die Lebensweise in der damaligen Zeit und auch das Leben am Hofe August des Starken. Mit Humor wird auch das Bemühen von Volumier um den Tastenwettstreit der beiden, auch im persönlichen Leben so unterschiedlichen Musiker, beschrieben.
Sehr interessant ist auch die Beschreibung der Begegnung Volumiers mit der neu erbauten Silbermannorgel in Freiber. Man glaubt als Leser selbst mit dabei gewesen zu sein.
Die Geschichte um das damalige Geschehen hat der Autor mit viel Phantasie und Humor unterhaltsam aufgeschrieben. Im Nachwort erfährt der Leser was damals wirklich geschah und was schriftstellerische Phantasie entsprang.
Ich kann dieses Büchlein jedem Musikliebhaber nur empfehlen. Es verspricht unterhaltsame Lesestunden und bringt uns die damalige Zeit und das Leben Bachs ein Stück näher.

Donnerstag, 11. Oktober 2018

Rezension zu "Größer als das Amt " von James Comey

Inhalt
Die Erinnerungen von Ex-FBI-Chef James B. Comey sind aktuell, brisant und spannend wie ein Krimi. 2017 von Präsident Trump gefeuert, schreibt Comey einen fesselnden Insider-Bericht über politische Machenschaften und das von Donald Trump korrumpierte System.
Ein Sachbuch wie ein Kriminalroman der Extraklasse: James Comeys brisante Erinnerungen an die vergangenen 20 Jahre im Zentrum der Macht zeigen ihn als unbeugsamen Ermittler, der gegen die Mafia, gegen CIA-Folter und NSA-Überwachung, und zuletzt im Wahlkampf 2016 gegen Hillary Clintons Umgang mit dienstlichen Emails und Donald Trumps Russland-Verbindungen vorgegangen ist. Der Weg des parteilosen New Yorker Vorzeigejuristen gleicht einer politischen Achterbahnfahrt: stellvertretender Justizminister unter George W. Bush, zum FBI-Direktor ernannt von Barack Obama und gefeuert von Donald Trump wegen angeblicher Illoyalität. Sein Buch ist ein eindrückliches Lehrstück über den aufrechten Gang in einer verantwortungslosen Regierung.

Autor 

James B. Comey, geb. 1960, hat Jura in Chicago studiert und arbeitete danach bei der New Yorker Staatsanwaltschaft und als Generalstaatsanwalt in Virginia, bis er 2003 zum stellvertretenden Justizminister aufstieg. Danach ging er in die Wirtschaft, bis Präsident Obama den auch an der Columbia Law School Lehrenden 2013 zum FBI Direktor ernannte. 2017 feuerte Präsident Trump den politischen Beamten, weil er nicht bereit war, die Russland-Ermittlungen gegen seine Mitarbeiter im Wahlkampf und im Weißen Haus einzustellen. Comey ist verheiratet und hat fünf Kinder.

Gebundene Ausgabe: 384 Seiten 
Verlag: Droemer HC (17. April 2018) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3426277778 
ISBN-13: 978-3426277775
zu kaufen: https://amzn.to/2RGosGE


Meine Einschätzung
Zum ersten Mal berichtet ein FBI Mann was im Zentrum der amerikanischen Macht vor sich geht. 
Der Autor James Comey spannt einen weiten Bogen über das sein Leben bestimmende Bemühen, als Jurist mit hohen ethischen und moralischen Ansprüchen Recht zu erwirken, Gerechtigkeit zu fördern und damit seinem Land in hohen und höchsten Staatsämtern bestmöglich zu dienen. Entlang seiner bemerkenswerten Biografie berichtet er von ungewöhnlichen Erlebnissen in seiner Berufslaufbahn, beleuchtet die dabei gewonnenen Erfahrungen und beschreibt die bei der US Präsidentschaftswahl 2016 aufgetretenen Vorkommnisse, die ihn als Direktor des FBI ins Kreuzfeuer der Kritik brachten und letztendlich zu seiner Entlassung führten.
Das Buch ist unterhaltsam und spannend zu lesen. Mit vielen Anekdoten aus seiner Tätigkeit bringt der Autor dem Leser die Hintergründe der amerikanischen Politik näher und deckt dabei viele Hintergründe von politischen Entscheidungen auf.
2013 wird Comey von Präsident Obama zum Direktor des FBI ernannt; eine Position, die, wie Obama ausdrücklich forderte, politisch unabhängig, unbeeinflußbar und neutral zu führen ist. In der langen Geschichte des FBI wurde, was Comey sehr offen darlegt, diesen Prinzipien häufig nicht entsprochen und so war es ihm ein besonderes Anliegen, im FBI Rekrutierungs-, Handlungs- und Führungsprinzipien zu etablieren, die sehr hohen ethischen Standards und dem Leitbild „das amerikanische Volk schützen und die Verfassung der USA bewahren“ entsprechen; mehrere Kapitel sind neben der Beschreibung aktueller Fälle diesen Bemühungen und Maßnahmen gewidmet.
Er kämpft gegen Mafia und Wirtschaftskriminalität und ist Gegner von CIA - Folter und NSA-Überwachung.
Für alle Leser, die tiefere Einblicke in die amerikanische Politik suchen. 

Mittwoch, 10. Oktober 2018

Rezension zu " Weltmedizin" von Prof. Dr, Dietrich Grönemeyer

Inhalt:

Seit Jahrzehnten widmet sich Dietrich Grönemeyer leidenschaftlich der Frage, wie alternative Heilmethoden unsere Schulmedizin bereichern können. Dafür ist Deutschlands bekanntester Arzt um die ganze Welt gereist und hat Heiler und Schamanen gebeten, ihr jahrtausendealtes Wissen mit ihm zu teilen: Von Kräutermedizin, über Meditation, bis hin zur Traditionellen Chinesischen Heilkunst. Er machte sich dafür auf nach Afrika, Tibet, Brasilien, Australien, Korea und viele weitere Länder. Sein Wissen nutzt Grönemeyer jetzt, um wesentliche Fragen zu beantworten: Wie kann Meditation den Herzrhythmus regulieren? Werden Menschen durch Handauflegen gesund? Warum funktionieren Akupunktur und Ayurveda? So zeigt uns Grönemeyer, was wirklich heilt.
Es geht unter anderem um:
Tibetische Medizin, Schamanismus, Kräuterkunde der Aboriginies, Yoga, Hamam Meditation, Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), Akupunktur, Schröpfen, Ayurveda, Phytomedizin, Naturmedizin/Bhutan, Tai Chi, Tuina/Shiatzu, Kampfkünste, Arabisch-Persische Medizin, Reflexzonentherapie, Massagen, Qi Gong, Traditionelle Afrikanische Medizin (TAM), Trance und La’au Lapa’au Pflanzenmedizin/Hawaii.

Autor: 

Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer, einer der bekanntesten Ärzte Deutschlands, war bis 2012 Inhaber des Lehrstuhls für Radiologie und Mikrotherapie an der Universität Witten/Herdecke. 1997 gründete er das interdisziplinär ausgerichtete Grönemeyer-Institut für Mikrotherapie in Bochum. Seit Jahren Vorsitzender des Wissenschaftsforums Ruhr e.V., erhielt er für seine Verdienste um die Modernisierung der Region den Titel »Ehrenbürger des Ruhrgebiets«. Als Arzt, Wissenschaftler und Autor zählt Dietrich Grönemeyer zu den entschiedenen Verfechtern einer Medizin zwischen Hightech und traditionellen Heilweisen. In seiner eigenen Stiftung engagiert er sich dafür mit zahlreichen Projekten.


Gebundene Ausgabe: 288 Seiten 
Verlag: S. FISCHER; Auflage: 4 (22. August 2018) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3100273060 
ISBN-13: 978-3100273062
zu kaufen: https://amzn.to/2RD3wjU


Meine Einschätzung

Da ich selbst an seltenen unheilbaren Krankheiten erkrankt bin, bin ich sehr interessiert neben der schulmedizinischen Behandlung auch alternative Heilmethoden zu finden, die mein tägliches Leben etwas verbessern können. Deshalb war ich sehr gespannt auf dieses Buch, von einem Autor, den ich als Arzt und Menschen sehr schätze. Ich wurde nicht enttäuscht. In unterhaltsamer Art bringt Prof. Dr. Grönemeyer uns Lesern den unschätzbaren Wert alternativer Heilmethoden als Bereicherung der schulmedizinischen Behandlungen näher. Er berichtet über persönliche Erfahrungen, die er bei seinen Reisen rund um den Erdball gesammelt hat. Man erfährt auch viel persönliches, so zB. seine Beweggründe, dass er Mediziner geworden ist.
Am Anfang des Buches geht er auf Beispiele der medizinischen Behandlung in der Geschichte der Menschheit ein und man erfährt, welche medizinischen Erfahrungen auch heute noch in der Behandlung von Patienten genutzt werden (Bsp. Aspirin, Operation Grauer Star ).
Doch er kritisiert auch das deutsche Gesundheitssystem, in dem durch Bürokratie und Gewinnsucht der Arzt kaum noch Zeit hat, den Patienten gründlich zu untersuchen und ausführlich zu beraten.
Sein Ziel ist es durch eine Stiftung mehr alternative Heilmethoden in den schulmedizinischen Alltag zum Wohl der Patienten einzubinden. Dadurch können sogar Kosten gespart werden und besser die Menschen behandelt werden. Seine Beweise finden sich in diesem Buch, in dem er über seine Erfahrungen von alternativen Behandlungsmethoden, die er bei seinen Reisen gesammelt hat, berichtet.
Das Buch ist in mehrere Kapitel untergliedert. So zum Beispiel schreibt er über seine Erfahrungen mit der chinesischen Medizin im Kapitel " Wie das "Qui" strömt - mein Aufbruch ins Reich der Mitte.
Im Kapitel " Indische Lebensweisheiten - wann ist der Mensch "bei sich" - erfährt der Leser seine Eindrücke während seiner Reisen nach Indien.
Sehr interessant fand ich auch das Kapitel über seine Erfahrungen mit den Heilmethoden der Schamanen und Medizinmänner, in dem er auch auf natürliche Antibiotika und Weihrauch eingeht.
In einem Kapitel nimmt er den Leser mit auf eine Zeitreise durch den Kräutergarten der Weltmedizin.
Über Wege und Irrwege der Schulmedizin schreibt er in einem anderen Kapitel.
An die Kapitel schließt sich ein Medizinischer Pfadfinder für traditionelle und alternative Heilweisen der Welt von A-Z an, in dem alphabetisch Heilmethoden vorgestellt und erläutert werden.
Ein Anhang mit weiterführenden Literaturangaben und Personenregister vervollständigt dieses Buch.
Ich kann dieses Buch nur jedem nach alternativer Heilmethodik suchenden Lesern empfehlen. Außerdem ist es auch für Medizinstudenten und allen in Heilberufen tätigen Menschen ein umfassender Ratgeber.
Ich hoffe, dass die Bemühungen vom Prof. Dr. Grönemeyer alternative Heilmethoden in unser Gesundheitssystem mehr mit der Schulmedizin zu verbinden, schnell fruchten werden, zum Wohle aller Patienten.


Dienstag, 9. Oktober 2018

Rezension zu " Mein Mann, seine Frauen und ich" von Hera Lind

Inhalt
Nach ihrer Scheidung genießt Nadia Schäfer die Unabhängigkeit. So lernt sie Karim kennen, einen gläubigen und gebildeten Moslem. Sie lässt sich auf ihn ein, heiratet ihn sogar, weil der Islam Liebe ohne Trauschein verbietet. Dass Karim bereits Frau und Kinder hat und die Ehe fortbesteht, nimmt sie in Kauf, denn er trägt Nadia auf Händen. Sie ziehen in den Oman, wo Nadia nur tief verschleiert aus dem Haus gehen darf. Sie tut es für Karim – ein fürsorglicher Ehemann, der sich auch noch um seine erste Frau kümmert. Bis er eines Tages Ehefrau Nummer drei mit nach Hause bringt …

Autorin

Hera Lind studierte Germanistik, Musik und Theologie und war Sängerin, bevor sie mit ihren zahlreichen Romanen sensationellen Erfolg hatte. Mit den Tatsachenromanen wie "Kuckucksnest", "Die Frau, die zu sehr liebte", „Mein Mann, seine Frauen und ich" und "Der Prinz aus dem Paradies“ eroberte sie erneut die SPIEGEL-Bestsellerliste und machte dieses Genre zu ihrem Markenzeichen. Hera Lind lebt mit ihrer Familie in Salzburg. 

Taschenbuch: 416 Seiten 
Verlag: Diana Verlag (13. August 2018) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 9783453359437 
ISBN-13: 978-3453359437
zu kaufen: https://amzn.to/2RzRMPj


Meine Einschätzung

Ich lese gern die Bücher von Hera Lind. Besonders gefallen mir die Geschichten, die sie nach Erzählungen von Betroffenen schreibt - also direkt aus dem Leben gegriffen. So ist es auch hier in diesem Roman. Nadia Schäfer begegnet Karim, einen gläubigen Moslem aus dem Irak, der erfolgreich  in seinem Beruf ist, aber leider unglücklich verheiratet ist. Seine Ehefrau wurde von seinen Eltern ausgesucht, wie es heute noch oft in den arabischen Ländern Sitte ist. Was bewegt eine Frau aus Bayern, einen Mann als Zweitfrau zu heiraten, den sie nur einige Tage kennt, zum Glauben des Islam zu wechseln und sich den Traditionen dieser für sie fremden Welt zu unterwerfen ? In dieser sehr unterhaltsam geschriebenen Geschichte taucht man ein in diese Welt, lernt tiefer die Rolle der Frau in einer islamischen Familie kennen und erfährt mehr über Gefühle und das Leben in dieser Welt. Ich habe das Buch in wenigen Tagen mit großem Interesse gelesen. Das Fazit ist, dass Liebe wohl alles möglich macht. Oft möchte man Nadia warnen, vor Entscheidungen, deren Abgründe schon vorprogrammiert sind. Ich habe mit ihr mitgebangt und gehofft...Auch die Liebe ihrer eigenen Familie, die sie in der Heimat zurücklässt und die immer zu ihr stehen, auch wenn manche ihre Entscheidungen nicht immer nachvollziehbar sind, wird sehr berührend dargestellt. Der Kampf von Nadia um ihre Ehe mit Karim - aber auch der kulturelle Druck, dem sich Karim ausgesetzt sieht, zeigt wie schwer es ist mit der Annäherung verschiedener Kulturen - auch wenn die Liebe alles zuerst im rosaroten Licht erscheinen lässt. Diese Geschichte gibt einem tiefere Einblicke in die islamische Kultur und räumt auch mit einigen Vorurteilen gegenüber dieser Lebensweise auf.
Ich wünsche dem Buch viele begeisterte Leser.

Montag, 24. September 2018

Rezension zu "Frauen und Bäume" von Dörthe Binkert

Inhalt

Der Baum ist im Deutschen männlichen Geschlechts, im Einzelnen jedoch finden sich die meisten Bäume in weiblicher Form wieder: die Linde, die Eiche, die Tanne, die Weide, die Ulme … Seit Urzeiten besteht zwischen Frauen und Bäumen eine geheimnisvolle, mythische Beziehung. Ausgehend vom biblischen Paradies-Mythos – von der ersten Frau und dem ersten Baum unserer Kulturgeschichte – tritt dieses Buch eine spannende Reise durch die Welt der Mythen und Märchen an, in denen Frauen und Bäume zutiefst verbunden sind: Sie reicht von den griechischen Baumnymphen über Artemis, die Göttin der Jagd, des Waldes und des Mondes, die als Hüterin über Frauen und Kinder wacht, bis zu den mythischen Gottheiten des Nordens und den weiblichen Wesen, die in den Märchen den Wald bevölkern. Dörthe Binkert beleuchtet anhand von Gemälden die besondere Bedeutung, die Wälder im allgemeinen und Bäume im besonderen für Frauen haben. Ihr mit Esprit und Sensibilität geschriebenes Buch wurde mit zahlreichen Bildern illustriert – unter anderem von François Boucher, Jean-Honoré Fragonard, Winslow Homer, Henri Lebasque, Claude Monet, Camille Pissarro, John Singer Sargent, Vincent van Gogh und John William Waterhouse.



Autorin

Dr. Dörthe Binkert wuchs in Frankfurt am Main auf und studierte Germanistik, Kunstgeschichte und Politik. Nach ihrer Promotion hat sie dreißig Jahre lang für große deutsche Publikumsverlage gearbeitet. Seit 2007 ist sie freie Autorin. Sie lebt in Zürich und schreibt Romane (zuletzt Weit übers Meer, Bildnis eines Mädchens und Brombeersommer) und Sachbücher.
Im Thiele Verlag sind ihre Bücher »All die schönen Wörter« (2007), »Frauen in Gold« (2011), »Frauen und Rosen« (2012), »Frauen und ihre Katzen« (2013) sowie »Freundinnen« (2018) erschienen. 

Gebundene Ausgabe: 160 Seiten 
Verlag: Thiele & Brandstätter Verlag (4. September 2018) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3851794125 
ISBN-13: 978-3851794120
zu kaufen: https://amzn.to/2NDL2RV


Meine Einschätzung 

Das ist der dritte Bildband von Dörthe Binkert, der zu meinem schönsten Büchern gehört und er hat mich wieder verzaubert. Die Auswahl der Gemälde, anhand derer die Autorin die besondere Zuneigung von uns Frauen zu Bäumen untermalt und deren Bedeutung beleuchtet, ist wieder atemberaubend.
In mehreren Kapiteln geht die Autorin auf die Bedeutung von Bäumen für uns Frauen ein und ich habe beim Lesen viel Interessantes über Mythen und Märchen erfahren, in denen Bäume und Frauen sehr eng miteinander verbunden sind.
Während im ersten Kapitel über Eva und den Baum der Erkenntnis berichtet wird, geht es in den darauffolgenden Kapitel um das Reich der Nymphen, den Mythos der Verwandlung der Frauen in Bäume, vom Nutzen der Bäume oder Wie der Olivenbaum zu den Menschen kam.
Die Autorin beschreibt, warum der Baum, ein Freund der Frauen ist und wie die Bäume Begleiter durch Jahr und Lebenszyklus sind. Wieso die Bäume Hoffnung schenken und Spiegel und Symbol des Selbst sind, liest man auch in diesem Buch.
Mir gefallen besonders die Bildbetrachtungen der Autorin, die dadurch so manches Geheimnis von Gemäden bekannter Künstler aufdecken und man dadurch die Kunstwerke ganz anders betrachtet. Man lernt dadurch die Lebensart in der jeweiligen gesellschaftlichen Epoche und damit die Rolle der Frau besser kennen.
Nach dem Lesen werde ich mit viel wacheren Sinn meinen nächsten Waldspaziergang unternehmen und sicher viel Neues an den Bäumen entdecken.
Dieser Bildband ist eine Bereicherung für jeden Bücherfreund und ich wünsche ihm viele begeisterte Leser und Liebhaber.





Rezension zu "Die Geheime Drachenschule" von Emily Skye

Inhalt


Die Insel Sieben Feuer gibt es nicht. Die geheimnisvolle Wolkenburg gibt es nicht. Und Drachen schon mal gar nicht. Davon war Henry immer überzeugt. Bis jetzt. Denn plötzlich soll er dazu auserwählt sein, ein Drachenreiter zu werden! Ehe er sichs versieht, sitzt Henry in einem Wasserflugzeug auf dem Weg zu der sagenumwobenen Insel. Dort gibt es sie wirklich: Drachen! Echte, ziemlich furchterregende Drachen. Und Henry soll auf einem von ihnen reiten. Blöd nur, dass er sich ausgerechnet ein besonders mürrisches Exemplar ausgesucht hat. Wird er das Band zu seinem Drachen trotzdem knüpfen?


Autoren

Emily Skye ist ein Pseudonym, hinter dem ein ganzes Team von Lektoren steht, die als Autorengruppe das Buch „Die geheime Drachenschule geschrieben hat.

Liebes Team, wie viele Personen seid ihr denn und wie kam es dazu, dass ihr zusammen ein Buch geschrieben habt?
Hinter „Emily Skye“ verbirgt sich eine kleine Gruppe von Lektoren, die eng an dem Buch mitgearbeitet haben. Ideen und Inspirationen stammen aber vom gesamten Kinder- und Jugendbuchlektorat.
Wir sitzen regelmäßig zusammen, um über neue Themen zu sprechen, die wir uns für unser Programm vorstellen können. Bei einer solchen Sitzung ist auch die Idee für die Drachenschule entstanden. Diese ist uns dabei so schnell ans Herz gewachsen, dass sich eine Eigendynamik entwickelt hat. Und so be-schlossen wir mutig – und ein bisschen leichtsinnig –, es einmal selbst mit dem Schreiben zu versuchen.

Und wie sah das dann in der Praxis aus? Mögt ihr uns etwas über den Schreibprozess erzählen?
Hier sind wir relativ klassisch vorgegangen. Nachdem der Plot stand, haben wir eine recht detaillierte Kapitelaufteilung erstellt, an der wir uns beim Schreiben entlanggehangelt haben. Der Rest soll unser kleines Geheimnis bleiben …

Was wünscht ihr euch für euer Buch?
Wir alle fiebern dem Erscheinungstermin entgegen und hoffen natürlich, dass die geheime Drachen-schule viele begeisterte Leser und Leserinnen finden wird. Wir haben so viel Herzblut in diese Ge-schichte gelegt, dass wir ihr jedenfalls fest die Daumen drücken. Ganz schön aufregend! (Jetzt verste-hen wir noch besser, was unsere Autoren so alles durchmachen müssen.)

Habt ihr einen gemeinsamen Lieblingscharakter? Und wenn ja, welcher wäre das?
Das ist eine Frage, über die wir mal wieder lange diskutiert haben, denn jeder von uns hat andere Lieb-lingscharaktere. Aber vielleicht ist das ganz gut so, schließlich gibt es auch unter den Lesern viele unter-schiedliche Geschmäcker. So ist für jeden was dabei. In unserer internen Hitliste ganz vorn steht auf je-den Fall der mürrische Drache Happy.

Würdet ihr sagen, dass es eher schwerer oder leichter ist, mit so vielen Menschen zusammen an einem Werk zu arbeiten?
So viele verschiedene Meinungen unter einen Hut zu bringen ist definitiv nicht leicht und kann die Ner-ven ganz schön strapazieren. Andererseits haben wir während des Schreibens gemerkt, dass wir uns immer mehr aufeinander eingestellt haben und zunehmend wussten, wie die anderen ticken – als Auto-ren. Denn als Kollegen kannten wir uns ja schon. Ein Riesenvorteil des gemeinsamen Schreibens ist auf jeden Fall der Ideenaustausch. Alleine brainstormen macht einfach nur halb so viel Spaß. Und noch ein Vorteil: Schreibblockaden werden gemeinsam überwunden!
Wir sind zumindest immer noch hochmotiviert und schreiben bereits am 2. Band …
 
 
 
 
 






Gebundene Ausgabe: 216 Seiten 
Verlag: Baumhaus; Auflage: 2. Aufl. 2018 (31. August 2018) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3833905670 
ISBN-13: 978-3833905674 
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 9 - 11 Jahre


Meine Einschätzung

Ein Kinderbuch, das von der ersten Seite fesselt. Schon der Einband macht einen neugierig auf die Abenteuer, die Henry in der Drachenschule zu bestehen hat. Die Illustrationen sind kindgerecht und liebevoll gestaltet. Die Geschichte liest sich sehr gut - voller Spannung und überraschenden Wendungen. Henry, der mit anderen auserwählten Kinder für 7 Jahre in die geheime Drachenschule fliegt, muss erkennen, dass Freundschaft hilft gefährliche Situationen zu meistern und Rätsel zu lösen. Durch die Geschichte wird bei den Kindern die Phantasie angeregt.
Das Buch beinhaltet auch eine kleine Drachenkunde, in dem die verschiedenen Drachenarten vorgestellt werden. Die Schreibweise ist kindgerecht, aber auch für große Leser interessant zu lesen.
Ich wünsche dem Buch viele begeisterte große und kleine Leser, die wie ich schon gespannt auf die Fortsetzung der Geschichten um die geheime Drachenschule warten.

Sonntag, 23. September 2018

Rezension zu "Die Fotografin" von William Boyd

Inhalt

Amory Clay, Fotografin, Reisende, Kriegsberichterstatterin: eine Frau, die ihrer Zeit weit voraus ist, die unerschrocken ihren Weg geht und ihre Geschicke selbst in die Hand nimmt. Tief fühlt sich William Boyd in sie ein und versteht es glänzend, Fiktion und Geschichte miteinander zu verschränken: das ausschweifende Berlin der Dreißigerjahre, New York, wo sie den Mann trifft, der alles verändert, Paris im Zweiten Weltkrieg. Nach »Ruhelos« hat Boyd erneut eine unvergessliche Heldin geschaffen, eine verwegene, verblüffende Frau, einen Künstlerroman, der das Porträt einer ganzen Epoche zeichnet.



Autor 

William Boyd, 1952 in Ghana geboren, gehört zu den überragenden europäischen Erzählern unserer Zeit. Er schreibt Romane, Kurzgeschichten und Drehbücher und wurde vielfach ausgezeichnet. Im Berlin Verlag erschienen zuletzt »Ruhelos« (2007), »Einfache Gewitter« (2009), »Nat Tate« (2010), »Eine große Zeit« (2012) und der James-Bond-Roman »Solo«. William Boyd lebt mit seiner Frau in London und Südfrankreich.
  
Taschenbuch: 560 Seiten 
Verlag: Piper Taschenbuch (1. März 2018) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3492311768 
ISBN-13: 978-3492311762
zu kaufen : https://amzn.to/2OMIRYH


Meine Einschätzung

Der Roman hat mich von Anfang an in seinen Bann gezogen. Der Autor erzählt die Lebensgeschichte der englischen Fotografin Amory Clay - obwohl es eine fitktive Geschichte ist, glaubt man direkt im Leben der Hauptgestalt, hautnah dabei zu sein. Oft nimmt die Erzählweise schon dokumentarische Eigenschaften an, besonders wenn man Amory bei ihren Erlebnissen in Kriegsgebiete begleitet.
Und zudem ist der Roman eine Zeitgeschichte vom Ende des 19. Jahrhunderts bis in die 70er Jahre des letzten Jahrhunderts. Man bekommt Einblicke in die „wilden 20er“, begleitet die Fotografin durch die Zeit der 30er Jahre in Berlin, erlebt sie als Frontberichterstatterin im Zweiten Weltkrieg und auch im Vietnamkrieg.
Der Roman ist in Zeitabschnitte untergliedert - 1908- 1927, 1927- 1932, 1932-1934, 1934-1943, 1943-1947, 1947-1966,  1966-1968, 1968-1977.
 Amory erzählt die Geschichte in den einzelnen Abschnitten je einmal in der Gegenwart im Jahr 1977 und einmal in der Vergangenheit.
Der Leser erlebt die Entwicklung von Amory vom 7jährigen Mädchen, das eine Kamera zum Geburtstag geschenkt bekommt, mit all seinen Träumen bis zur berühmten Fotografin und liebevoller Mutter sehr berührend mit. Begeistert bin ich von der Beschreibung des Lebens in den unterschiedlichen Gesellschaftsepochen. Sehr berührt hat mich der Kampf der Hauptgestalt für die Erfüllung ihrer Träume eine bekannte Fotografin zu werden, trotz aller Widerstände, denn dieser Beruf war damals für eine Frau nicht selbstverständlich. Illustriert ist das Buch mit privaten Fotos aus der damaligen Zeit, die genau zur Erzählung passen.
Man spürt förmlich beim Lesen, wie sehr Amory für das Fotografieren mit Herzblut dabei ist. Da ich selbst begeisterte Hobbyfotografin bin, habe ich mit Amory mitgebangt, mitgehofft und mich über ihre Erfolge gefreut.
Auch das private Leben der Fotografin wird sehr gefühlvoll beschrieben. Ihre Lieben zu unterschiedlichen Männern, ihre Zweifel an sich selbst, ob sie eine gute Mutter ist...da sie oft die Töchter verlässt, um ihren Job als Kriegsberichterstatterin auszuüben.
Das Buch ist eine Mahnung an uns, Kriege nicht mehr zuzulassen. Amory muss bereits als Mädchen miterleben, wie ihr Vater durch die Grauen des 1. Weltkrieges sich verändert und den Verstand verliert. Auch ihr Ehemann, dem sie im Zweiten Weltkrieg  begegnet, kann das Grauen des Krieges nicht vergessen und wird dadurch zum Alkoholiker...
Die Lebensgeschichte der Fotografin liest sich einfühlsam, spannend und es ist am Ende, als ob man eine gute Freundin verlässt....
Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen und der Autor gehört nun zu meinen Lieblingsschriftstellern.
Ich kann diesen Roman allen Liebhabern von historischen Geschichten nur weiterempfehlen.